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Karlsruhe als Motor für mehr digitale Souveränität

Manifest: Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und Kultur bündeln Kompetenzen

Gruppenfoto der Expertengruppe und der Vertreterinnen und Vertreter bei der Vorstellung des Manifests im ZKM Karlsruhe am 9. Oktober 2026. Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Kultur bündeln ihre Kompetenzen. © Dennis Dorwarth Photographie

Der Digitalstandort will sich zum Motor der digitalen Selbstbestimmung in Europa entwickeln. Mit dem Manifest „Karlsruhe – Der Kompetenzstandort der Digitalen Souveränität“ bündeln Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Kultur, die sich in der Initiative karlsruhe.digital engagieren, ihre Kompetenzen und formulieren zwölf Handlungsfelder. Diese zeigen auf, wie Digitale Souveränität erreicht werden kann und welche Stärken Karlsruhe dabei besitzt. Dazu gehören unter anderem IT-Sicherheit, Datenhoheit, offene Standards und Exit-Fähigkeit, transparente und überprüfbare Systeme sowie digitale Bildung und Transfer.

Warum jetzt?

Die digitale Welt ist geprägt von wachsenden Abhängigkeiten von einzelnen Plattformen und Anbietern, intransparenten KI-Systemen und geopolitischen Unsicherheiten. Damit stellt sich zunehmend die Frage, wie handlungsfähig Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Gesellschaft bleiben. Digitale Souveränität wird damit zu einer zentralen Zukunftsfrage.

Warum Karlsruhe?

Karlsruhe bringt dafür besondere Voraussetzungen zusammen: starke Kompetenzen in Informatik und IT-Sicherheit, Expertise in Recht und Datenschutz sowie enge Netzwerke zwischen Forschung, Unternehmen, Verwaltung und Kultur.

Von der Idee zur Anwendung

Die Expertinnen und Experten, die sich im Rahmen der Initiative karlsruhe.digital mit digitaler Souveränität beschäftigen, unterzeichneten das Manifest am Freitag, 9. Oktober 2026, im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien. 

Dass digitale Souveränität in Karlsruhe konkret gestaltet wird, zeigen auch die 13 Beiträge aus dem Karlsruher Ökosystem aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune, die im Anschluss an die Manifestvorstellung präsentiert wurden. Dabei geht es etwa um souveränes Payment bei dmTECH, Datenportabilität und Anbieterwechsel bei audriga, offene Standards und souveräne Softwarearchitekturen bei inovex, den Weg der Stadt Karlsruhe zu mehr Souveränität am Beispiel der Smart City, um wissenschaftliche Perspektiven auf vertrauenswürdige digitale Systeme sowie um digitale Souveränität in der kommunalen Mobilität bei raumobil. 

Ein Standortthema mit wirtschaftlicher Bedeutung

Ziel des Manifests ist es, Karlsruhe zu einem lebendigen Labor für digitale Souveränität zu entwickeln. Dabei versteht die Initiative Digitale Souveränität als Fähigkeit von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, der Forschung und der Wissenschaft und öffentlichen Einrichtungen, ihre Aufgaben in der digitalen Welt selbstbestimmt und sicher zu erfüllen. Das Manifest macht zugleich bestehende Abhängigkeiten sichtbar: Digitale Plattformen und Infrastrukturen sind vielfach auf wenige Anbieter konzentriert. Entscheidend ist deshalb, Abhängigkeiten zu kennen, ihre Folgen einschätzen zu können und dort Alternativen zu schaffen, wo sie für die eigene Handlungsfähigkeit relevant sind.

Stimmen aus der Initiative karlsruhe.digital

„Karlsruhe bringt außergewöhnlich gute Voraussetzungen mit, um digitale Souveränität aktiv mitzugestalten: Wir sind Stadt des Rechts, ein Hotspot für Digitalthemen und ein Standort exzellenter IT-Sicherheitsforschung. Vor allem aber arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur bei uns auf kurzen Wegen zusammen. Diese Stärken wollen wir gemeinsam nutzen, um Karlsruhe als Kompetenzstandort der Digitalen Souveränität weiterzuentwickeln und damit unseren Beitrag zu einem digital souveränen Europa zu leisten“, so Bürgermeisterin und Vorsitzende der Initiative karlsruhe.digital Gabriele Luczak-Schwarz. „Karlsruhe kann dabei seine umfassenden Kompetenzen einbringen und zeigen, wie digitale Selbstbestimmung vor Ort funktioniert.“

„Digitale Souveränität entscheidet über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Wer auf Datenhoheit, Sicherheit und faire Wechselmöglichkeiten setzt, bleibt krisenfest und handlungsfähig. Unser Manifest versteht digitale Souveränität daher auch als Wachstumsmotor für den Standort Karlsruhe und Impuls für ein digitales Wirtschaftswunder in Europa“, erklärt Martin Hubschneider, geschäftsführender Vorstand des CyberForum e.V., Vorstand der CAS Software AG, ebenfalls Vorsitzender der Initiative karlsruhe.digital und Mitglied der Expertengruppe „Digitale Souveränität“.

„Karlsruhe bringt in gleich mehreren Feldern ein breites Kompetenzprofil ein“, betont Jan Wiesenberger, Vorstand des FZI Forschungszentrum Informatik und ebenfalls Mitglied der Expertengruppe „Digitale Souveränität“. IT-Sicherheit gehöre zu den etablierten Kernkompetenzen des Standorts. Hinzu komme die Expertise in Recht und Datenschutz sowie Ansätze, Fairness und Nachvollziehbarkeit digitaler Systeme in den Mittelpunkt zu stellen, macht Wiesenberger deutlich. Statt nicht überprüfbarer „Black Boxes“ setze das Manifest auf transparente und vertrauenswürdige Lösungen wie etwa Trusted Source und Open Source, überprüfbare Systeme und offene Standards.

Für Karlsruhe als Stadt des Rechts bietet das Thema einen ganz besonderen Aspekt. Digitale Souveränität betrifft nicht nur technische Leistungsfähigkeit, sondern auch Freiheit, Rechtssicherheit, Datenschutz und faire Regeln im digitalen Raum. Der Anspruch, den Freiheitsbegriff unter digitalen Bedingungen zu sichern und weiterzuentwickeln, ist einer der inhaltlichen Anker des Manifests. Das gilt auch für den Transfer von Wissen. Karlsruhe verfügt über ein exzellentes Netzwerk aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Start-ups, Verwaltung und Kultur, die in der Initiative karlsruhe.digital zusammenarbeiten. Neue Erkenntnisse können damit schnell in Anwendungen, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle übersetzt werden.

Das Manifest versteht sich dabei nicht als Abschluss, sondern als Startpunkt für die weitere gemeinsame Arbeit und als Beitrag zur europäischen Debatte über digitale Souveränität. In den kommenden Monaten werden daraus Kooperationen, Projekte und Veranstaltungen im Karlsruher Souveränitätsökosystem entstehen. Interessierte können sich über den Channel in der Karlsruhe.App über Neuigkeiten zum Kompetenzstandort für Digitale Souveränität informieren.

Weitere Informationen zum Kompetenzstandort für Digitale Souveränität: souveraen.karlsruhe.digital

 

Über karlsruhe.digital

Die Initiative karlsruhe.digital vereint Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Verwaltung, mit dem Ziel, Karlsruhe als Motor der Digitalisierung einer souveränen und zukunftsfähigen Gesellschaft voranzutreiben. In Expertengruppen werden die digitalen Aspekte und Erfolgskriterien von Bereichen wie Verwaltung, Wissenschaft, Bildung, Kultur und Gesellschaft, Standortfaktoren für Fachkräfte, Souveränität, Gründerkultur, Internationalisierung und Innovationstransfer analysiert und weiterentwickelt.

Mit karlsruhe.digital wird Expertise gebündelt und Vernetzung gefördert. So können Impulse aus allen Bereichen aufgegriffen und ganzheitlich bearbeitet werden, um die digitale Zukunft der Stadt aktiv zu gestalten.

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