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Integration mit eigenen Wurzeln

Ehrung für Rumänisch-Deutsche Vereinigung / Rumänische Botschafterin überreicht Verdienstorden an Vereinsvorsitzende

Für interkulturelle Verdienste
ehrte die rumänische Botschafterin
Adriana-Loreta Stânescu
(links) Laura Breiller-Popescu. Für interkulturelle Verdienste ehrte die rumänische Botschafterin Adriana-Loreta Stânescu (links) Laura Breiller-Popescu. © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Für die Arbeit der Rumänisch-Deutschen Vereinigung in Baden-Württemberg e.V. (rdvbw) bekam die Vorsitzende Laura Breiller-Popescu den Verdienstorden von Rumänien verliehen. Der Karlsruher Verein setzt sich für Menschen mit rumänischen Wurzeln und deren Integration in die deutsche Gesellschaft sowie für die Kulturverständigung beider Völker ein. Zu diesem Anlass richtete die Stadt Karlsruhe letzte Woche einen Empfang im Rathaus durch Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz aus, bei dem die rumänische Botschafterin Adriana-Loreta Stânescu die Verleihung vornahm. Unter den Gästen war auch eine Delegation aus der rumänischen Partnerstadt Temeswar. Luczak-Schwarz würdigte Breiller-Popescus Tatkraft, die 1990 aus Rumänien  nach Karlsruhe gekommen war und ihrem Vater folgte, der bereits vor dem kommunistischen Regime in Rumänien geflohen war.

Breiller-Popescu studierte Jura und ist Übersetzerin. Mit ihrer Vereinsarbeit setze sie sich für Integration, für das Lernen der deutschen Sprache ein, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. Botschafterin erklärte, die Organisation zähle derzeit über 400 Mitglieder, von denen ein Großteil in ehrenamtlichen Projekten tätig sei. In der rumänische Schule Ilinca werden wöchentlich Sprache und Kultur gefördert, der Verein organisiert zudem ein jährliches rumänisches Musikfestival für Kinder. 24.000 Rumäninnen und Rumänen lebten derzeit in Karlsruhe, so Stânescu. Die  Anlaufstelle in der eigenen Muttersprache sei von unschätzbarem Wert. Das habe Problemlösungen „exponentiell gesteigert“.

Die Beratung findet in den Räumlichkeiten des Internationalen Begegnungszentrums (ibz) in der Kaiserallee statt. Laura Breiller-Popescu, die den Verein 2013 gegründet hatte, erklärte, sie arbeiteten mit dem Sozialen Dienst, Schulen, Kindergärten und der Stadt Karlsruhe zusammen. Auch Rückkehrberatung für rumänische Bürger, die wieder in die Heimat wollten, werde  angeboten. „Es wird viel gesprochen über den Bedarf der rumänischen Community, der Roma-Community, den Opfern häuslicher Gewalt, über Prostitution, Kinderarmut.“ Das seien weniger schöne Themen, über die man allerdings sprechen müsse. „Zu selten wird jedoch über unseren Bedarf gesprochen – über das, was wir als Verein benötigen, um diese Herausforderungen dauerhaft und professionell bewältigen zu können.“ Sie wünschten sich etwa mehr Unterstützung bei Projektfinanzierungen und mehr Einbindung in städtische Prozesse. Generell arbeite die rumänische  Community „in der Forschung, im Gesundheitsweisen, in der Baubranche und vielen anderen Bereichen“. Sie trügen dazu bei, die Stadt vielfältiger und lebendiger zu machen. Nur in der Synergie der Kulturen liege der Weg zu einer friedvollen, gemeinsamen Zukunft.Daniela Chiran vom Steinbeis Europa Zentrum fügte an, Innovation sei nicht technisch, sondern sozial. -nke-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 29 am 18. Juli 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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