Wie kann eine Impfung vor Krebs schützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung "Pikst kurz, schützt lang – Mach dich stark gegen Krebs", die derzeit in der Stadtbibliothek zu sehen ist. Sie informiert über Humane Papillomviren (HPV), deren Rolle bei der Entstehung bestimmter Krebsarten und darüber, wie eine Impfung das Risiko einer Erkrankung verringern kann.
HPV – ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten
Jährlich erkranken in Deutschland rund 8 000 Menschen an Krebsarten, die durch HPV ausgelöst werden, hierzu zählen Gebärmutterhalskrebs oder bestimmte Kopf-Hals-Tumore. Etwa 2 000 sterben daran – eine Größenordnung, die an die jährliche Opferzahl von Verkehrsunfällen heranreicht. Während Unfälle schwer vorhersehbar sind, gibt es gegen HPV eine wirksame Schutzmaßnahme: die Impfung.
HPV-Impfung: Schutz für Mädchen und Jungen
Anfangs wurde sie nur Mädchen empfohlen, um Gebärmutterhalskrebs zu verhindern. Inzwischen raten Fachleute auch Jungen dazu, da sie nicht nur selbst erkranken, sondern das Virus auch übertragen können. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung zwischen 9 und 14 Jahren, die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
Besuch der Ausstellung in der Stadtbibliothek Karlsruhe
Trotz dieser Empfehlungen liegt die HPV-Impfquote in Baden-Württemberg unter dem Bundesdurchschnitt. "Die Ausstellung ist ein wichtiger Beitrag, um Prävention bekannter zu machen und dadurch Menschen zu schützen", sagt Bettina Lisbach, Bürgermeisterin für Gesundheit bei der Eröffnung.
HPV-bedingter Krebs trifft oft Menschen mitten im Leben – beruflich oder in der Familiengründung. Die Ausstellung des Deutschen Krebsforschungszentrum erklärt die medizinischen Hintergründe, erzählt von Betroffenen und informiert über Prävention. Bis Samstag, 22. Februar, kann sie während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek besucht werden. Schulklassen haben die Möglichkeit, sich für kostenlose Vorträge anzumelden.
Konzipiert wurde die Ausstellung vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und tourt nun durch verschiedene Städte. Sie ist eine Kooperation zwischen der Stadtbibliothek und dem Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe.