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Im Herbst startet das Verfahren

Gebiet "Zukunft Nord“: Konzepte erläutert

Urban, aber grün und mit viel Raum zur Erholung – so soll das neue Quartier werden. Eine Visualisierung zeigt, wie das Areal in der Nordstadt einmal aussehen könnte. Urban, aber grün und mit viel Raum zur Erholung – so soll das neue Quartier werden. Eine Visualisierung zeigt, wie das Areal in der Nordstadt einmal aussehen könnte. © Matthias Grobe

"Die Karlsruher Wohnprojekte sind schon ganz heiß darauf.“ Mit diesem Satz brachte Michael Fanck von der Initiative „Gewoka“ die Meinung im Saal auf den Punkt. Mit großer Spannung hatten fast 100 Interessentinnen und Interessenten am vergangenen Donnerstag der Auftaktveranstaltung zum Grundstücksvergabekonzept Wohnen in der Nordstadt entgegengefiebert – und wenn alles gut läuft, können in gut zwei Jahren auf den beiden Baufeldern die ersten Häuser entstehen.

Diesen Zeitplan skizzierten die Mitglieder der Projektgruppe, Daniel Düll vom Liegenschaftsamt sowie Karin Weber und Stephan Mertens vom Stadtplanungsamt, in ihrem Vortrag. Nach den Sommerferien soll nun die Ausschreibungsphase beginnen. Danach erfolgt die Auswahl der Bewerber mit Bestätigung durch den Gemeinderat, ehe es in die Options- und Vollzugsphase geht. In ersterer muss die Finanzierung nachgewiesen werden, in letzterer kommt es zum Abschluss eines Erbbauvertrags und zur Übernahme des Grundstücks durch die Baugemeinschaften. „Wir stehen vor dem nächsten Meilenstein“, stellte Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz fest, „das Konzept Zukunft Nord hat an Strahlkraft gewonnen.“ Aus zahlreichen Gesprächen habe sie die Erkenntnis gewonnen, „dass wir in Karlsruhe über innovative Akteure verfügen“, so die EB weiter, die eine soziale, kulturelle, ökologische und städtebauliche Konzeption erstellen können.

Eine wichtige Rolle spielen dabei der Rahmen- und Bebauungsplan sowie das Gestaltungshandbuch für das Quartier Zukunft Nord. Hier sind die Vorgaben etwa zur Gebäudegröße, Grund- und Geschossflächenzahl festgelegt sowie die Anlage einer Tiefgarage unter dem größeren der beiden Baufelder. Ziel sei die Vernetzung öffentlicher und privater Flächen, erläuterte Stephan Mertens, „so dass eine hohe Aufenthaltsqualität entsteht“. Des Weiteren berücksichtigen die Vorgaben einen „Mehrwert für das ganze Quartier“, ergänzte Karin Weber. Neben Gemeinschaftsräumen und kultureller Nutzung sei daher auch Handwerk, kleine ­Läden oder Gastronomie zulässig. Welche Möglichkeiten gemeinschaftsorientiertes Wohnen bietet, hatte zuvor der Tübinger Wohn­soziologe und Stadtforscher Dr. Gerd Kuhn in seinem Vortrag erläutert. Gute Beispiele aus Wien, Zürich oder Bern demonstrierten einen „lebendigen Ort des Austausches“ mit „Vielfalt, die das urbane Leben prägt“.

Solche „gemeinschaftlich geschaffenen und getragenen Strukturen“ wolle man auch in Karlsruhe etablieren, verdeutlichte Daniel Düll, und dabei „den Wohnraum dem spekulativen Markt dauerhaft entziehen“. Daher richte sich die Konzeptvergabe ausschließlich an gemeinwohlorientierte Baugruppen. Im Fokus stehen dabei als Schwerpunkte „sozial/integrativ“, „Kunst/Kultur“ und „Ökologie/Klimaschutz“. Zudem müssen die Vorhaben wirtschaftlich sein und die Realisierbarkeit muss sich belegen lassen. Was die Zuhörerschaft bei der Auftaktveranstaltung zudem umtrieb, war die Frage nach dem aktuellen Stand der übrigen Baufelder. Hier stehe die Stadt in engem Austausch, erklärte Luczak-Schwarz, „Ziel ist es, sukzessive zu entwickeln“. -eck-

karlsruhe.de/zukunftnord

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 24 am 13. Juni 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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