Ob Naturkatastrophen, großflächige Stromausfälle oder industrielle Unfälle – Krisen treffen selten mit Vorankündigung ein, aber stets mit weitreichenden Konsequenzen. Um im Ernstfall schnell handeln zu können, ist eine Vorbereitung unerlässlich. Genau hier setzt der Katastrophenschutzbedarfsplan an: Er bildet die strategische Grundlage dafür, Risiken realistisch einzuschätzen, Ressourcen vorzuhalten und Abläufe im Krisenfall klar zu strukturieren.
Sieben Szenarien berücksichtigt
Unter der Leitung der Branddirektion haben sich zuletzt zahlreiche Akteure an der Ausarbeitung einer solchen Vorsorgestrategie beteiligt und Bedarfe identifiziert. Um die Anforderungen potenzieller Katastrophen besser einschätzen zu können, wurden sieben Szenarien betrachtet: Dammbruch, Unwetter, Hackerangriff, Flächenbrände nach Dürre, Terroranschlag mit Massenanfall an Verletzten und Toten, Gefahrstofffreisetzung sowie ein europaweiter Stromausfall.
Insgesamt wurden 134 Bedarfe identifiziert – viele davon mit konkretem Finanzierungs- oder Personalaufwand, der nicht kurzfristig gedeckt werden kann. Aus diesem Grund wurden die Maßnahmen in drei Prioritätenstufen eingeteilt, deren Umsetzung bis Ende 2027, Ende 2029 und Ende 2031 angestrebt wird. Möglichst kurzfristig sollen etwa die Rufbereitschaft sichergestellt sowie Personalressourcen aufgebaut werden. Weitere Mittel sind für ein Basisübungszentrum der Feuerwehr vorgesehen. In einem nächsten Schritt sollen ein Katastrophenschutzlager aufgebaut, die Risikokommunikation verbessert und ein Selbstalarmierungskonzept etabliert werden. Im Gemeinderat stieß der Plan grundsätzlich auf Zustimmung gestoßen.
Doch angesichts der Haushaltslage äußerten mehrere Ratsmitglieder Bedenken: Die Notwendigkeit einer vorausschauenden Vorsorge stehe außer Frage – doch auch in diesem sensiblen Bereich könnten finanzielle Abstriche unvermeidbar sein.