Während für andere Amtsträgerinnen und Amtsträger der Ruhestand wegen Resturlaubs oft schon weit vor dem offiziellen Ende der Dienstzeit beginnt, heißt es für die Leiterin des Stadtplanungsamts (StPlA), Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, "Endspurt bis zur Ziellinie" am Jahresende. So formulierte es Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei ihrer offiziellen Verabschiedung. Grund für hierfür sei unter anderem, dass Karmann-Woessner ihren Urlaub nicht selten dem Ehrenamt geopfert habe und dabei als "Botschafterin der Stadt" unterwegs gewesen sei. Dass man in Europa und der Welt "positiv über die Stadt Karlsruhe spricht", so Mentrup, sei zu einem guten Teil der diplomierten Architektin und ihren vielen Talenten zu verdanken, wie beispielsweise den Sprachkenntnissen mit fließendem Französisch.
"Netzwerkerin auf allen Ebenen"
Über die Landesgrenzen hinaus ging der Blick von Anke Karmann-Woessner nicnt nur bei ihrer Promotion an der TU Kaiserslautern, wo sie zum Europäischen Umweltrecht forschte, sondern auch im Stadtplanungsamt. „Sie waren Netzwerkerin auf allen Ebenen und haben die Kontakte zum Wohle Karlsruhes eingesetzt", würdigte der OB. So hatte sich Karmann-Woessner beispielsweise mit Erfolg für Karlsruhe als Gastgeberstadt der POLIS-Konferenz im vergangenen Jahr stark gemacht und zudem sogar in Indien gewirkt.
Zahlreiche Projekte vorangebracht
In der Fächerstadt habe sie seit ihrem Amtsantritt 2013 viele Projekte "mit großer Hartnäckigkeit und Liebe zum Detail vorangebracht", führte Mentrup weiter aus. Beispielhaft stünden hier die Konversion von "Zukunft Nord", der Technologiepark, das Wildparkstadion oder die Nachverdichtung des Rintheimer Felds. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Thema Nachhaltigkeit, denn Karmann-Woessner ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.
Eine Kapitänin im Planungsamt
Auf das Segeln als großes Hobby der Amtsleiterin spielte StPlA-Personalratsvertreterin Eva Hennings an: "Wir hatten das Gefühl auf einem gemeinsamen Schiff unterwegs zu sein". Eine Seglerin wisse, dass "der Kurs nie eine gerade Linie ist". Und doch habe sie die Kapitänin ihr Amt "sicher durch ruhige und bewegte See geführt", so Hennings.
Expertin für Mobilitätsfragen
Als gebürtige Norddeutsche sei sie im Badischen "sehr gut aufgenommen worden", bekannte Karmann-Woessner. Der 300. Stadtgeburtstag sei für sie "der bestmögliche Einstiegsturbo in die Verwaltung" gewesen und danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Zu den bereits vom OB genannten Highlights nannte Karmann-Woessner außerdem das IQ-Leitprojekt Innenstadt, das eine „elementare Verbesserung für die Innenstadt“ bedeute. Außerdem könne sie mit Stolz darauf verweisen, dass Karlsruhe als "führende Stadt in Mobilitätsfragen" gelte. Einen Beitrag dazu leistet sie unter anderem auch mit ihrem Lehrauftrag am Institut für Verkehrswesen des KIT. Von der Verwaltung und dem Gemeinderat verabschiede sie sich nun „mit Dank für die immer respektvolle und wertschätzende Zusammenarbeit“, sagte Karmann-Woessner. -eck-