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Ein erster Masterplan

Vor 100 Jahren: Baubürgermeister Hermann Schneider überwindet Grenzen

Luftaufnahme vom Rheinstrandbad Luftaufnahme vom Rheinstrandbad © Stadt Karlsruhe, Roland Fränkle

An heißen Tagen bietet das Rheinstrandbad Rappenwört eine willkommene Abkühlung. Mit dem Naturschutzzentrum im Gebäude der ehemaligen Vogelwarte befindet sich ein zweites Kleinod in unmittelbarer Nähe. Die beiden im Jahr 1929 eröffneten Naherholungseinrichtungen waren Teil des Konzepts „Rheinpark Rappenwört“, das ein sich durch das gesamte Stadtgebiet ziehendes „großes, zusammenhängendes Netz von Grünstreifen in Verbindung mit Parkanlagen, Wasserläufen, Wäldern und Wiesen“ schaffen, den Einwohnern „Gesundheit und Lebensfreude bringen“ und „selbst noch im Stadtinnern die Schönheiten der umgebenden Landschaft widerspiegeln“ sollte.

Bei dem Konzept handelt es sich um einen Baustein aus dem am 1. September 1926 veröffentlichten Karlsruher Generalbebauungsplan, dem Vorläufer des heutigen Flächennutzungsplans. Baubürgermeister Hermann Schneider verfolgte gemeinsam mit dem für die Entwicklung des Planwerks betrauten Tiefbauamt einen Masterplan für die Verkehrs-, Landschafts- und Wohnplanung der kommenden 50 Jahre, der nicht an den Stadtgrenzen Halt machte. Vielmehr fanden neben den damals noch selbständigen Gemeinden Bulach, Durlach, Hagsfeld, Knielingen, Neureut und Wolfartsweier auch Nachbarstädte wie Ettlingen oder Mörsch Einbindung.

So positiv die Umsetzung des „Rheinparks“ verlief, scheiterte indes die grundlegende Neuordnung der Bahnanlagen inklusive eines Neubaus des Hauptbahnhofes zwischen Karlsruhe und Durlach am Widerstand der Eisenbahndirektion. Damit war ein zentrales verkehrsplanerisches Vorhaben des Generalbebauungsplans nicht umsetzbar. Dennoch: Als Impulsgeber für einzelne Bauvorhaben, wie den Adenauerring oder als Wegbereiter für die Errichtung der Dammerstocksiedlung ist die Bedeutung des Generalbebauungsplans nicht zu unterschätzen. -ewy-

Dieser Beitrag gehört zur StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

 

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung

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