Was verraten unsere Gespräche über unsere Gesundheit? Wie können Roboter das Bewegungstraining verbessern? Und welche Rolle spielt künstliche Intelligenz im Operationssaal? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die kommende Ausgabe der EFFEKTE-Reihe am Dienstag, 10. November. Drei Vorträge zeigen, wie die Verbindung von KI und Robotik neue Möglichkeiten für Medizin und Pflege eröffnet. Beginn ist um 19:30 Uhr im TRIANGEL Transfer | Kultur | Raum am Kronenplatz. Der Eintritt ist kostenfrei.
Wenn KI alltägliche Gespräche analysiert
Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, menschliche Kommunikation besser zu verstehen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Dominik Beyer vom FZI Forschungszentrum Informatik zeigt, wie KI alltägliche Gespräche analysieren und Veränderungen im Sprechverhalten erkennen kann. Solche Analysen können helfen, soziale Kontakte, psychische Belastungen und krankheitsbedingte Veränderungen besser zu erforschen. Perspektivisch könnten sie auch die Begleitung zwischen Therapieterminen unterstützen. Dabei stehen die Zuverlässigkeit der Verfahren, der Schutz sensibler Daten und der verantwortungsvolle Einsatz von KI im Mittelpunkt. Zugleich geht es um die Frage, wie mögliche Fehler erkannt und die Privatsphäre der Teilnehmenden gewahrt werden können.
Roboter als Trainingspartner für Bewegung und Rehabilitation
Wie technische Systeme Menschen beim Bewegungstraining unterstützen können, zeigt der Vortrag von Prof. Dr. Björn Hein von der Hochschule Karlsruhe (HKA). Moderne Trainingssysteme können Bewegungen messen, Training unterstützen und Übungen individuell an die Fähigkeiten einer Person anpassen. Sensoren erfassen dabei beispielsweise Kräfte, Schritte, Gleichgewicht oder Reaktionszeiten. Ein Beispiel ist der RoboTrainer, ein intelligenter Trainingsrollator. Er misst die Interaktion zwischen Mensch und Gerät und kann gezielt kleine Störungen erzeugen, um Gleichgewicht und Koordination zu trainieren. Gleichzeitig erfasst das System die motorische Leistungsfähigkeit. So verbindet die Technologie die Unterstützung beim Training mit einer systematischen Bewertung des Fortschritts. Solche Ansätze könnten künftig dazu beitragen, Bewegungstraining individueller, sicherer und effektiver zu gestalten.
Roboterassistierte Chirurgie: Präzision durch moderne Technik und KI
Der dritte Vortrag beleuchtet die technologischen Fortschritte in der Chirurgie in den vergangenen Jahren. Prof. Dr. Dogu Teber, Direktor der Urologischen Klinik am Städtischen Klinikum Karlsruhe, zeigt auf, wie roboter- und computergestützte Systeme bei minimalinvasiven Eingriffen längst zum Qualitätsstandard gehören. Neben der Schonung des Gewebes durch kleinere Hautschnitte ermöglicht die hochpräzise Visualisierung im Becken- und Bauchraum ein besonders exaktes Arbeiten. In seinem Vortrag gibt Prof. Teber einen Ausblick auf zukunftsweisende KI-Systeme: Diese blenden dem Operateur in Echtzeit relevante Informationen sowie CT- oder MRT-Bilder direkt im Operationsfeld ein und warnen – ähnlich wie ein Navigationssystem – vor Risikostrukturen und Organgrenzen.
Die Vorträge laden dazu ein, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsam über Chancen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven zu diskutieren.