Es war ein vollgefülltes Programm: Am Europatag, dem 9. Mai, weilten zwei Oberbürgermeister befreundeter Partnerstädte in Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau. Tags darauf, am 10. Mai, waren Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und der Rathauschef der Partnerstadt Nancy, Mathieu Klein, dann beim ukrainischen Kollegen Serhii Morhunov in Winnyzja.
Dort unterzeichneten die drei Rathauschefs eine Vereinbarung über die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Karlsruhe, Nancy und Winnyzja – gleichzeitig beurkundete Nancys OB Klein mit "Gegenzeichnung" der Partnerschaftsurkunde zwischen Nancy und Winnyzja den Beistand "in einem gestärkten gemeinsamen Dreieck". Für Mentrup war es die zweite Reise in Karlsruhes sechste Partnerstadt, das rund 380 000 Einwohner zählende Winnyzja. Bei der Reise dieses Mal zeigten sich die ukrainischen Gastgeber abermals überaus freundlich und dankbar über den Besuch – wie die Protokollabteilung "Internationales" beim Hauptamt im Nachgang berichtete.
Pflicht zur Solidarität
"Die Verbindung zwischen Karlsruhe und Winnyzja ist die jüngste in der Familie unserer Städtepartnerschaften und sie ist von besonderer Bedeutung", sagte OB Mentrup bei einer Ansprache im Sitzungssaal des Rathauses von Winnyzja. Der seit zwei Jahren anhaltende unmenschliche Krieg "betrifft uns alle". Aus Anlass der gemeinsamen Vertragsunterzeichnung der drei Oberbürgermeister, erklärte Mentrup, die gemeinsame Freundschaft werde sich der Pflicht zur Solidarität widmen: "Der neuen französisch-ukrainischen, der alten deutsch-französischen und dem Ring der trilateralen Verbindung", sagte er.
Mentrup erinnerte daran, dass das Engagement zwischen Karlsruhe und Winnyzja erst kürzlich mit dem "Power of Partnership Award" ausgezeichnet worden sei. Es gebe zudem ganz konkrete Projekte der Zusammenarbeit: etwa zur "Verbesserung der Qualität und Effizienz des städtischen Nahverkehrs in Winnyzja". Bei dem Aufenthalt am vergangenen Wochenende wurde ein Kleinbus für Schülertransporte übergeben, ebenso wie mehrere medizinische Geräte, die mit Hilfe von Spenden finanziert wurden. Ein sehr wichtiger Punkt seien, so das Hauptamt, die FerienCamps für die vom Krieg belasteten ukrainischen Kinder und Jugendlichen in Karlsruhe sowie der französischen Partnerstadt Nancy.
Sommercamp im August
Eine 40-köpfige Kinder-Gruppe war im vergangenen Oktober zur Erholung in Karlsruhe, eine weiteres Freizeitangebot wird als "SommerCamp" in Karlsruhe und Baerenthal vorbereitet und ist gedacht für Kinder, die einen Elternteil haben, der im Krieg vermisst, verletzt oder verstorben ist. Für diesen Aufenthalt im August können Spenden können unter dem Stichwort "Karlsruhe hilft" – SommerCamp 2024 auf das Spendenkonto der Stadt Karlsruhe eingezahlt werden: IBAN DE10660501010108077777, BIC KARSDE66XXX (Sparkasse Karlsruhe Ettlingen).