Das Thema "Umbaukultur in Karlsruhe" und seine Perspektiven begleitet immer mehr den aktuellen Bau- und Planungssektor. Anlass genug, dem baukulturellen Umgang mit dem Bestand einen ganzen Abend mit öffentlichem Dialog zu widmen. Am Donnerstagabend, den 23. November, versammelten sich deshalb interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Fachwelt, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Architekturgespräch" des Gestaltungsbeirats (GBR) der Stadt Karlsruhe zusammen mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) im Architekturschaufenster in der Waldstraße.
Frau Prof. Anett-Maud Joppien (Beirätin des GBR), leitete den Abend mit dem Verweis auf einen notwendigen Paradigmenwechsel der Baukultur ein. Übergeordnete Klimaziele würde man nicht nur mit einem Bewusstsein für die Verantwortlichkeit jedes Einzelnen erreichen, sondern müssten diese Ziele auch souverän nach außen getragen und vertreten werden. Eine neue Gestaltsprache ist dabei nur eine der vielen resultierenden positiven Begleiterscheinungen einer gestärkten Umbaukultur.
Im Anschluss stellte Caroline Reich (Vorsitzende Kreisgruppe BDA Karlsruhe sowie stellvertretende Landesvorsitzende BDA-Baden-Württemberg) den BDA und deren Kernkompetenzen vor und wies auf die vielen Regularien hin, die Umbauprozesse oft hemmen. Der Juror des diesjährigen Hugo-Häring-Preises, Klaus Elliger, präsentierte die prämierten Projekte und die immer stärker werdende notwendige Auseinandersetzung mit dem Bestand.
Städtische Ziele vorgestellt
Abgerundet wurden die Vorträge durch Prof. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes. Sie stellte die städtischen Ziele und Sichtweisen im Bezug zur Umbaukultur vor und bekräftigte die hohe Bedeutung des angemessenen Bauens mit dem Bestand in der Stadt.
In dem abschließenden offenen Dialog wurde deutlich, dass inzwischen genauer hingeschaut und zunehmend eine neue Handhabe gefordert wird. Bestimmte Prozesse im Umgang mit dem Bestand gehen noch immer nicht mit vielen aktuellen Regelungen und Gesetzestexten einher, so dass eine gelungene Weiterentwicklung der neuen Umbaukultur gewisse Anpassungen mit sich bringen würde.
Hoffnung auf ein allgemeines Umdenken geben unter anderem der aktuelle Baukultur Bericht 2022/23 "Neue Umbaukultur" und der Staatspreis des Landes Baden-Württemberg, der zum ersten Mal unter dem Motto Umbau steht und eine allgemeine Neuausrichtung eingeleitet hat.
Umbauprojekte rücken also nicht nur in der Fachwelt, sondern auch beim Land, in den Kommunen und in der Öffentlichkeit immer stärker in den Fokus. Alle Teilnehmenden am Abend waren sich in einem Punkt besonders einig: die Umbaukultur ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung des Klimaschutzes.