Menü
eService
Direkt zu
Suche

OB Mentrup kondoliert zum Tod von Dr. Heinrich Maul

"Vehemenz und Geradlinigkeit, gepaart mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und Offenheit für neue Wege"

Bild von Dr. Heinrich Maul m Rednerpult des Bürgersaals im Rathaus am Marktplatz Dr. Heinrich Maul während seines Redebeitrags zum Doppelhaushalt 1987/1988 am Mikrofon im Bürgersaal des Rathauses am Marktplatz. © Stadtarchiv Karlsruhe / 8/BA Schlesiger 1987

Zum Tod des ehemaligen Bundesrichters und Stadtrats Dr. Heinrich Maul hat Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den Angehörigen im Namen der Stadt Karlsruhe und ihres Gemeinderats wie auch persönlich das herzliche Beileid ausgesprochen.

"Mit Dr. Heinrich Maul verlieren wir einen profilierten Juristen, einen geschätzten Mitbürger und engagierten Kommunalpolitiker", schrieb Mentrup. Maul habe von 1980 bis 2014 als Stadtrat mit Tatkraft und Sachverstand für die Bürgerinnen und Bürger von Karlsruhe gewirkt. Als eindeutiger Beweis des großen Vertrauens, das ihm entgegengebracht wurde, habe ihn seine Fraktion 1987 zum Vorsitzenden gewählt. Als Dank und Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit an der Spitze der SPD-Fraktion sei er 2004 zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden, so Mentrup weiter. "Mit Vehemenz und Geradlinigkeit, gepaart mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und Offenheit für neue Wege, trat er über drei Jahrzehnte für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ein. Stets vorausschauend mit einem pragmatischen Gespür für das Machbare setzte er sich mit Nachdruck für den Bau der Kombilösung ein und stellte damit die Weichen für unsere heutige U-Strab", hob Mentrup hervor.

Als Fürsprecher des Baus des Zentrums für Kunst und Medien habe Maul schon früh erkannt, dass den elektronischen Medien die Zukunft gehören werde. Die Einladung ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zu dessen Eröffnung im Oktober 1997 sei seinem herausragenden Engagement für eine städtische Gedenkkultur zu verdanken. "Als leidenschaftlicher Musik- und Theaterfreund durfte sich neben dem ZKM ein weiterer kultureller Leuchtturm unserer Stadt seiner gemeinderätlichen Unterstützung erfreuen: Das Badische Staatstheater hatte in ihm stets einen wichtigen Befürworter im Kulturausschuss", erinnerte das Stadtoberhaupt. Aber auch sportlich habe er so manche Gefechte ausgetragen, sei es als KSC-Hockeyspieler auf dem Feld oder als Mitglied des Verwaltungsrats des KSC, beim Tennis oder auch als langjähriger Präsident des KSV Rintheim-Waldstadt e. V. Viele weitere Mitgliedschaften in Vereinen und Institutionen hätten sein ehrenamtliches Engagement abgerundet und seinen herausragenden Einsatz für seine Mitmenschen belegt.

"Sein berufliches Leben widmete er mit Leidenschaft der Rechtsprechung. Nach verschiedenen beruflichen Stationen, insbesondere in der „Residenz des Rechts“, prägte Dr. Heinrich Maul mehr als ein Jahrzehnt als Richter und schließlich als stellvertretender Vorsitzender des Ersten Strafsenats am Bundesgerichtshof viele richtungsweisende Entscheidungen", so Mentrup. Nach seiner richterlichen Laufbahn habe er noch viele Jahre als angesehener Rechtsanwalt gewirkt. Zudem habe er sich mit großem Einsatz und scharfem juristischem Sachverstand für den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat eingesetzt.

Mit der Verleihung der Ehrenmedaille der Stadt Karlsruhe wurden seine vielfältigen Verdienste 2005 um die Stadtgesellschaft besonders gewürdigt. 2010 zeichnete ihn der Städtetag Baden-Württemberg mit dem Verdienstabzeichen in Gold für seine 30-jährige Zugehörigkeit zum Karlsruher Gemeinderat aus. "Die Zahlen allein beeindrucken und zeugen von seinem umfänglichen Wirken in und für unsere Stadt", so Mentrup abschließend in seinem Schreiben.

Dr. Heinrich Maul verstarb am 27. August 2025 im Alter von 89 Jahren.

-

Kopieren Kopieren Schreiben Schreiben