Leben retten per App? Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber über das System des Vereins Region der Lebensretter sollen zumindest Ersthelfer schnell und koordiniert nun auch in Karlsruhe zu Notfällen bei Herz-Kreislaufstillstand gelangen können. Das System wurde für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe jüngst bei einem Termin in der Integrierten Leitstelle (ILS) der Hauptfeuerwache in der Oststadt vorgestellt
und aktiviert.
Der plötzliche Herztod sei eine der häufigsten Todesursachen, heißt es vom Verein – demnach erlitten über 50.000 Menschen jährlich in Deutschland einen Herz-Kreislaufstillstand, nur zehn bis 15 Prozent der Patienten überlebten. Die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens nach dem Notruf – in einer Großstadt sieben bis neun Minuten, auf dem Land später – sei kaum reduzierbar. Daher habe sich seit 1990 die Überlebensrate trotz medizinischer Fortschritte praktisch nicht verbessert, erklärte Prof. Dr. Michael Müller (Erster Vorsitzender des Vereins und Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin am St. Josefskrankenhaus in Freiburg). Bereits nach kurzer Zeit treten irreversible Schäden im Gehirn auf.
Der Gedanke: Über die App können sich „Lebensretter“ registrieren, die Herzdruckmassage leisten können. Bei einem Notfall können so per Smartphone die vier am schnellsten verfügbaren Ersthelfer automatisch zum Einsatzort rekrutiert werden. Die App berücksichtige, in welcher Entfernung sich die Helfenden befinden und ob sie zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs sind, so Müller.