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Wissen statt hoffen

Barrierefreie Orte in Karlsruhe per Web-App finden / Inklusive Community

Die Türbreite einer Behindertentoilette in der Eismanufaktur Claus wird von einer Rollstuhlfahrerin vermessen. Die Türbreite einer Behindertentoilette in der Eismanufaktur Claus wird von einer Rollstuhlfahrerin vermessen. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen schnell mal in die Stadt fahren – gar nicht so einfach, falls gerade der Aufzug einer Haltestelle im Stadtbahntunnel streiken sollte oder sich vor einem eine unerwartete Treppenstufe auftut. Welche Räumlichkeiten – etwa Cafés, Museen oder Räume im Rathaus – sind barrierefrei, sprich: ebenerdig oder über eine Rampe erreichbar? Wo sind Wickeltische, wo Behindertenparkplätze vorhanden – und sind letztere gerade frei? Die Zugangshürde wird Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im Alltag permanent vor Augen geführt.

Ob ein Durchgang breit genug oder ein Gebäude stufenlos zugänglich ist, kann für viele entscheidend für die Wahrnehmung von Terminen oder kulturellen Angeboten. Um das Hoffen auf einen barrierefreien Zugang durch Wissen zu ersetzen, ist die Web-App „Karlsruhe barrierefrei" an den Start gegangen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mehrerer Ämter und soll als digitale Orientierungshilfe dienen, um sich im Voraus informieren zu können. Aktuell sind dort 519 Orte in Karlsruhe mit entsprechenden Daten, darunter etwa Durchgangsbreiten, eingetragen. Auch ein Live-Monitor zur Funktion der Stadtbahntunnel-Aufzüge ist vorhanden. 

 

Per Adresse oder Standortsuche erhalten Nutzer informationen.

„Wir wünschen uns eine inklusive Community“, erklärte Projektkoordinator Artur Budnik von der Sozial- und Jugendbehörde bei einem Pressetermin. „Deshalb laden wir alle Menschen mit oder ohne Behinderung ein, sich zu beteiligen.“ Bei dem Termin wurden 16 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer geschult, um neue Orte mit allen relevanten Daten in die Web-App aufzunehmen. Anschließend wurden unter anderem das Museum beim Markt, die Eismanufaktur Claus und der Kleine Sitzungssaal im Rathaus entsprechend vermessen und eingetragen.

Die Web-App kann per Browser aufgerufen werden. Das Team habe sich gegen eine „klassische“ Smartphone-App entschieden, um einen einfachen Zugang zu ermöglichen. Und auch für Menschen ohne entsprechende Einschränkungen kann die Web-App interessant sein: Sie bietet einen ­Live-Abfahrtsmonitor für die Stadtbahnen. -nke-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 12/13 am 20. März 2026.

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