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OB Mentrup gratuliert Dr. Maria Rave-Schwank zum 90. Geburtstag

"Eine beeindruckende wie liebenswerte Persönlichkeit und herausragende Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie"

Für über 50 Jahre Einsatz für psychisch kranke Menschen erhielt Maria Rave-Schwank das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Für über 50 Jahre Einsatz für psychisch kranke Menschen erhielt Maria Rave-Schwank das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. © Stadt Karlsruhe, Stefan Jehle

Dr. Maria Rave-Schwank feiert ihren 90. Geburtstag. "Mit Ihnen begeht heute eine beeindruckende wie liebenswerte Persönlichkeit und herausragende Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie diesen besonderen Ehrentag", gratulierte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in seinem Glückwunschschreiben.

Geboren in Karlsruhe, habe sie Medizin in Heidelberg und Berlin studiert. Es folgten viele berufliche Stationen, an denen sie stets intensive Pionier- und Aufbauarbeit für „Ihre“ Schützlinge, seelisch und psychisch sowie sozial benachteiligte Menschen, mit außergewöhnlicher Empathie und höchstem persönlichem Einsatz geleistet habe.

1988 wurde sie für diese Verdienste mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. "Große Anerkennung fand damals auch Ihr Engagement für die weltbekannte Prinzhorn-Sammlung und die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie sowie für den Sozialpsychiatrischen Verein Groß-Gerau. Ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Arbeit war die psychiatrische und psychosoziale Unterstützung von teils schwer traumatisierten Geflüchteten in dem von Ihnen 2007 konzipierten und bis 2021 durchgeführten MUIMI-Projekt mit schon länger hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund", betonte Mentrup.

Die Muttersprachliche Information für Migranten (MUIMI) wurde 2009 mit dem Karlsruher Integrationspreis ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang habe sie auch das Buch „Gesundheit und Erziehung in interkulturellen Gruppen. Beispiele aus der Praxis“ herausgegeben, das exemplarisch für so viele Publikationen steht, die sie über ihre umfangreiche Arbeit und vielseitigen Erfahrungen verfasst habe, schreibt Mentrup weiter. Auch im Ruhestand sei sie den Menschen weiterhin sehr eng verbunden geblieben und habe sich intensiv der Aufarbeitung des sogenannten Euthanasie-Programms des Nazi-Regimes gewidmet, das unsägliches Leid über geistig Behinderte und psychisch Kranke gebracht habe und dem auch mehrere Hundert Karlsruherinnen und Karlsruher zum Opfer gefallen seien. "Sie sind Mahnerin und sprechen für die, die es nicht mehr tun können." Im März 2016 wurde die von ihr initiierte Stele auf dem Hauptfriedhof aufgestellt, die an die Mordaktion und deren Opfer erinnere.

"Ihr Ringen um den Erhalt und das Wiedererlangen von Würde sowie individueller Persönlichkeit und eine gesellschaftliche Entstigmatisierung psychisch Kranker waren und sind bis heute wegweisend für die Reformierung der Psychiatrie", blickt Mentrup auch auf die feierliche Übergabe des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2023 zurück.

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