Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe pflegt seit 1982 einen Teil der städtischen Grünflächen extensiv. Inzwischen umfasst diese naturnahe Bewirtschaftung rund 143 Hektar, also etwa ein Viertel aller Grünflächen. Sie werden seltener gemäht, und das Mähgut wird regelmäßig abgetragen. Im Ergebnis entwickeln sich solche Flächen über die Jahre, abhängig von Boden, Nährstoff- und Wasserhaushalt, Vegetation, Samenpotenzial und Nutzung, zu artenreichen Lebensräumen, in denen sich typische Pflanzen und Tiergesellschaften ansiedeln.
Manche Flächen erreichen trotz naturnaher Pflege jedoch nur einen begrenzten Artenreichtum. Das Gartenbauamt hat deshalb in diesem Jahr erstmals entschieden, gezielt nachzuhelfen. Auf einer artenarmen Wiese am Rüppurrer Schloss haben zwei Auszubildenden gemeinsam mit Ausbildungsleiterin Rosa Reister und der Fachfrau für naturnahe Pflege, Angelika Elsener, insgesamt 100 Wildstauden gepflanzt. Ausgewählt wurden Johanniskraut, Taubenkropf Leimkraut und Wiesenflockenblume, die aus regionalem Saatgut der Rheinebene in einer Biogärtnerei vorgezogen wurden. Diese sogenannten autochthonen Wildstauden tragen regionale Gene in sich, sind besonders an die örtlichen Bedingungen angepasst und können sich besser gegen konkurrierende Arten behaupten.