Mehr Aufenthaltsqualität, Platz für Gastronomie und den Wochenmarkt sowie eine stärkere Attraktivität des Umfelds – alle diese Vorteile erfährt künftig der Werderplatz in der Südstadt. Mit großer Mehrheit fasste der Gemeinderat jetzt den Beschluss, die westliche Hälfte des Platzes ebenfalls als Fußgängerzone auszuweisen und als Ersatz für 16 wegfallende Stellplätze eine Kurzparkzone in der Wilhelmstraße einzurichten.
Damit kam ein umfassender Diskussions- und Meinungsbildungsprozess zum Abschluss, an dessen Anfang ein Antrag der Gemeinderatsfraktion Die Linke gestanden hatte. Das Ansinnen ging nicht nur durch verschiedene Gemeinderatsgremien, sondern wurde auch bei einer Ortsbegehung mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Bürgergesellschaft und der IG Südstadt erörtert. Diesen engen Kontakt sollte man nun auch bei der weiteren Umsetzung beibehalten, wünschte sich die ob des Ergebnisses hochzufriedene Linke-Stadträtin Anne-Kathrin Berghoff. Während Dr. Susanne Heynen (Grüne) an die Entscheidung die Hoffnung knüpfte, hiermit eine positive Entwicklung für den Werderplatz zu schaffen, richtete Dirk Müller (CDU) einen besonderen Dank an Bürgermeister Daniel Fluhrer für die Idee des Dialogprozesses. „Jetzt kann der Platz sein ganzes Potenzial entfalten“, sagte Müller. Ebenso äußerte sich Dr. Raphael Fechler (SPD): „Das ist ein erster Schritt, den verschiedenen Interessen ein Stück weit gerecht zu werden.“ Lüppo Cramer (KAL) verwies anhand der Beispiele Ludwigsplatz und Passagehof auf die positiven Auswirkungen einer Fußgängerzone, „wenn sich alles eingespielt hat, werden alle glücklich sein“. Im Gegensatz zu Fabian Gaukel (Volt), der ein „wunderschönes Herz der Südstadt“ voraussagte, betrachtete Petra Lorenz (FDP/FW) parkende Fahrzeuge als Beitrag zur sozialen Kontrolle. Weil „der Werderplatz mehr verdient hat, als das, was jetzt gemacht wird“, lehnte ihre Fraktion die Fußgängerzone ebenso ab wie die AfD. Deren Fraktionsvorsitzender Dr. Paul Schmidt übte Kritik an der Herangehensweise der Verwaltung und glaubte, dass sich die Situation auf dem Platz verschlechtern werde. -eck-