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Mit mehr als 5000 Quadratmetern wechselnd bepflanzter Blumenbeete zählt Karlsruhe zu den wenigen Städten, die die lange Tradition dieser bunten Blütenpracht noch in solch großem Umfang pflegt. Zu bewundern sind die meisten Beetflächen auf den zentralen Plätzen der Innenstadt und im Zoologischen Stadtgarten.
Der überwiegende Teil der Beetflächen befinden sich auf den Publikumsmagneten der Innenstadt, wie dem Friedrichs-, dem Kolping- und dem Theaterplatz sowie im Zoologischen Stadtgarten.
Für die zweimal jährlich wechselnden Bepflanzungen kommen insgesamt rund 180.000 Sommerblumen, 200.000 Herbst- und Frühjahrsblüher sowie über 200.000 Blumenzwiebeln zum Einsatz. Bei der Auswahl der Blumen wird besonders viel Wert auf deren Insektenfreundlichkeit gelegt. Der Großteil dieser Pflanzen wird von der städtischen Gärtnerei in Rüppurr selbst angezogen.
Die im Süden der Stadt gelegene Stadtgärtnerei ist gemeinsam mit der städtischen Baumschule Dreh- und Angelpunkt der Pflanzenanzucht. Jährlich werden dort weit über 200.000 Pflanzen für den Frühjahrsflor und fast genauso viele für den Sommerflor aus Samen und Jungpflanzen selbst angezogen. Auch ein Staudenquartier und Beete mit Schnittblumen für die stadteigene Floristikabteilung sind hier zu finden.
Insgesamt stehen zu diesem Zweck knapp 5.500 Quadratmeter (m²) Glashäuser, 1.500 m² unbeheizter Folientunnel, 2.000 m² Freilandfläche für Schnittblumen und 400 m² Freilandfläche für Sommerblumen zur Verfügung. 900 m² Fläche benötigen die ca. 5.000 sogenannte Mutterpflanzen, von denen Stecklinge für die Vermehrung gewonnen werden.
Zugekauft werden jährlich Sämereien, Jungpflanzen, Blumenzwiebeln und Raritäten. Zusätzlich zur Anzucht des Wechselflors werden in der Stadtgärtnerei Birkenfeigen für die Dekoration gepflegt und vermehrt. Die Gewächshäuser dienen auch der frostfreien Überwinterung der großen Oleander, wie sie beispielsweise auf dem Markplatz stehen und ungefähr 1.000 Hochstämmchen sowie Kübelpflanzen, die nach der Sommersaison von den Beeten und Plätzen abgeräumt werden.
Die Pflanzsaison in Karlsruhe beginnt immer Anfang Mai nach den letzten Spätfrösten beziehungsweise Anfang Oktober für die Frühjahrsbepflanzung. Dann herrscht für circa drei Wochen emsiges Treiben auf den Beeten im Stadtgebiet. Zunächst wird die Winter- und Frühjahrsbepflanzung abgeräumt und der Boden für die neue Pflanzung vorbereitet.
In manchen Jahren wird hierfür eine sogenannte Bodendämpfung durchgeführt. Mittels 230 °C heißen Wasserdampfs, der durch einen Kesselwagen erzeugt und über Schläuche circa 20 cm tief in den Boden geleitet wird, können Krankheitserreger und Schädlinge wie Pilze, Älchen und Bakterien sowie Wildkrautsamen abgetötet werden. Damit der heiße Dampf nicht nach oben hin entweicht, muss das gesamte Beet mit einer Plane abgedeckt werden.
Im nächsten Schritt wird der Boden gelockert und wenn nötig mit neuer Erde aus der Gärtnerei aufgefüllt. Als letzten Schritt vor der Pflanzung wird ein Vorratsdünger in die Beete eingebracht, damit die jungen Pflanzen sich gut und rasch entwickeln können.
Anschließend werden zunächst die Formen und Muster anhand von Maßplänen auf die Beetflächen übertragen, sodass diese dann gemäß den dazugehörigen Stücklisten bepflanzt werden können. In der Wachstumsphase werden die Pflanzungen regelmäßig gewässert, unerwünschter Aufwuchs gejätet, der Boden gelockert und nach Bedarf eine Nachdüngung sowie kosmetische Pflegeschnitte durchgeführt.
Damit die Beete im Winterhalbjahr nicht brachliegen, kommen die Pflanzen für den Frühjahrsflor bereits Anfang Oktober in die Erde. Hauptsächlich wird hierzu auf das weithin bekannte Garten-Stiefmütterchen aus der Gattung der Veilchen zurückgegriffen, da es den entscheidenden Vorteil bietet, in milden Wintern durch zu blühen. Ergänzt wird die übrige Pflanzung durch vorrangig Tulpen, aber auch Maßliebchen, Vergissmeinnicht, Island-Mohn und Goldlack, sodass die Hauptblütezeit in die Monate März und April fällt. Damit bietet der Frühjahrsflor eine gute Nahrungsquelle für die ersten Wildbienen des Jahres. Zum Beispiel steht der Goldlack bei der gehörnten Mauerbiene hoch im Kurs, während die Erdhummelkönigin die Stiefmütterchen vermehrt anfliegt.
Die Farbpalette der Veilchen- und Tulpenblüten ist dabei schier unendlich. Ob Rot, Gelb, Blau oder Orange, Lila und Weiß – der Kombinationsfreude sind keine Grenzen gesetzt. Bei den Tulpen gibt es neben der Blütenfarbe auch eine große Bandbreite an Blütenformen wie beispielsweise die allseits beliebten lilienblütigen Tulpen. Daneben gibt es gefüllte, gefranste – sog. Papageientulpen und besonders aufregend geflammte Tulpen, wie die Rembrandt-Tulpen.
Wer sich über Blumenzwiebelpflanzungen und Beetgestaltung mit Frühjahrsblühern informieren möchte, hat die Gelegenheit, bei einer vom Gartenbauamt organisierten Frühjahrsblüherführung im zoologischen Stadtgarten teilzunehmen, die jedes Jahr an einem Sonntag im April stattfindet. Beachten Sie hierzu den städtischen Veranstaltungskalender oder alternativ den aktuellen Veranstaltungsflyer des Zoologischen Stadtgartens.
Für ein Blüten-Highlight sorgt der ab Anfang Mai gepflanzte Sommerflor. Mit hunderten von Sorten und Arten steht eine schier unendliche Vielfalt an Sommerblumen für die Pflanzungen im Sommer zur Verfügung. Fast 200 Arten und Sorten, darunter auch Neuheiten, werden jedes Jahr auf den Beetflächen in Karlsruhe präsentiert. Immer ist das Erscheinungsbild ein anderes, manchmal wiesenhaft verspielt als sogenannte „Millefleurs“- Pflanzung mit vielen verschiedenen Arten oder aber ornamental mit starken Mustern, die entweder in ihrer Farbzusammenstellung zueinander im Kontrast stehen und ein anderes Mal eine harmonischen Farbklang bilden. Ergänzt werden die Sommerblumen durch zahlreiche Hochstämmchen und Kübelpflanzen wie Wandelröschen, Hibiskus, Schmucklilie und Oleander. Neben den gestalterischen Aspekten wird bei der Pflanzenauswahl großer Wert auf die Verwendung von insektenfreundlichen Sommerblumen gelegt. Durch die Vielfalt an Pflanzen werden diverse Wildbienen, Hummeln, Honigbienen, Schwebfliegen und Käfer angelockt!
Daneben schmücken zahlreiche Balkonkästen die Fassaden der städtischen Verwaltungsgebäude wie beispielweise dem Rathaus am Marktplatz. Wer Ideen für den eigenen heimischen Balkonkasten sucht kann sich jedes Jahr aufs Neue von den Musterbalkonkästen entlang des Zaunes am Eingang Nord des Zoologischen Stadtgartens inspirieren lassen.
Einen Überblick über die Fülle an Sommerblumen gibt das Themenbeet im Stadtgarten, welches mit einem jährlich wechselnden Thema verschiedene Aspekte und Gestaltungsmöglichkeiten mit Sommerblumen beleuchtet. Alle verwendeten Pflanzen und die Gestaltungsintention werden in einem separaten Faltblatt näher vor Ort erläutert.
Dieses Beet und noch vieles Interessantes mehr werden bei einer Sommerblumenführung, welche jedes Jahr an einem Sonntagvormittag im Juli im Stadtgarten veranstaltet wird, vorgestellt. Bei der circa zweistündigen Führung erfahren Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die Gestaltung von Sommerblumenbeeten, Pflege von Sommerblumen und Kübelpflanzen sowie die spannende Geschichte der Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen. Die Referenten stehen auch für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung. Das genaue Datum kann dem ebenfalls dem Veranstaltungskalender oder auch im Jahresprogramm des Zoologischen Stadtgartens entnommen werden.