„Es geht uns um die Attraktivität der Arbeitsplätze in der Stadt Karlsruhe“, erklärte Karin Binder (Linke) zum Antrag ihrer Fraktion. Diese hatte gefordert, dass die Stadt ihren Beschäftigten das Deutschlandticket als kostenloses Jobticket zur Verfügung stellt. Das löse die Probleme nicht allein, aber es könne ein Faktor für manchen sein, sich für eine Anstellung bei der Stadt zu entscheiden, argumentierte die Stadträtin. Die ablehnende Haltung der Verwaltung empfinde sie als schade, denn diese hatte auf einen Mehraufwand von drei Millionen Euro verwiesen, der auch nicht durch Umschichtung von Haushaltsmitteln zu ermöglichen sei.
Stadträtinnen und Stadträte verweisen auf schwierige Haushaltslage
Das Geforderte könne sich die Stadt nicht leisten, gab Leonie Wolf (Grüne) zu bedenken, ihr pflichteten Karsten Lamprecht (CDU), Sibel Uysal (SPD), Annette Böringer (FDP), Petra Lorenz (FW|FÜR) und Ellen Fenrich (parteilos) mit Hinweis auf die angespannte Haushaltslage bei. Die KAL/Die Partei-Fraktion hatte sich in der Verwaltung umgehört und nahm die positiven Rückmeldungen zum Status Quo zum Anlass, dem Antrag nicht zuzustimmen, berichtete Stadtrat Lüppo Cramer. AfD-Stadtrat Oliver Schnell begründete die Ablehnung unter anderem damit, dass das Deutschlandticket allgemein unzureichend sei.
Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup gab in seinem Abschlussplädoyer zu bedenken, dass ein komplett kostenfreies Ticket keinen Anreiz biete, den öffentlichen Nahverkehr häufiger zu nutzen. „Viele nehmen ein kostenfreies Ticket mit und wir zahlen die drei Millionen trotzdem, ohne dass sich etwas ändert“, betonte das Stadtoberhaupt.