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Wenn Nebeneinander zum Miteinander wird

„Biografiegespräche der Vielfalt“ werben für Verständnis und Zusammenhalt / 45 Minuten Lebensgeschichte

Biografiegespräche Das Moderatorenteam Antonija Ivković und Panajoti Koça mit den Teilnehmenden der Biografiegespräche für Mitarbeitende des Staatstheaters Karlsruhe. © Büro für Integration

Zehn Mitarbeitende des Badischen Staatstheaters haben kürzlich an den „Biografiegesprächen der Vielfalt“ teilgenommen. Der mehrtägige Workshop wurde vom Büro für Integration der Stadt Karlsruhe organisiert und finanziell unterstützt. Das Format sieht vor, dass die Teilnehmenden anhand ihres persönlichen Werdegangs 45 Minuten lang berichten, wie sie leben, denken und fühlen. Das Prinzip lautet: Erzählen, zuhören, nachfragen, verstehen. Aus einem Nebeneinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft soll ein Miteinander werden. Es geht darum, offen zu bleiben für die Sicht des Anderen und um Wertschätzung, sich Fremdes anzuhören und verschiedene Wahrheiten zu akzeptieren.

"Wieder für Verbindendes sorgen"

Das Büro für Integration fördert das Zusammenleben und die Teilhabe aller Bewohner in einer vielfältigen Stadt. „Wir haben als Gesellschaft in den letzten Jahren viel ‚Trennendes‘ erfahren, nun wird es Zeit, dass wir wieder für Verbindendes sorgen. Das Format hat sich hierzu bewährt und gerne möchten wir die Biografiegespräche auch für weitere Menschen anbieten“, zog Meri Uhlig, Integrationsbeauftragte der Stadt, ein positives Fazit. Johannes Graf-Hauber, Geschäftsführender Direktor des Badischen Staatstheaters, ergänzte: „Wir sind uns alle einig, dass Toleranz der Andersartigkeit Voraussetzung für ein gutes Miteinander ist. Gerade der Respekt vor der Persönlichkeit, dem Erfahrungsschatz und der Lebensleistung der Anderen bringt Menschen einander näher.“

Intensive persönliche Erfahrung

Im Badischen Staatstheater arbeiten mehr als 700 Menschen, sie bringen unterschiedliche Erfahrungen, Lebensgeschichten, Sichtweisen und Wünsche mit. Mit seiner Vielfalt repräsentiert das Staatstheater somit auch die Vielfalt Karlsruhes. Die Teilnehmenden berichteten von einer intensiven persönlichen Erfahrung und sahen den Mehrwert des Austauschs nicht nur im beruflichen Kontext, sondern auch im privaten Umfeld durch die tiefgreifende Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Biografie.

Das Konzept der Biografiegespräche wurde vor rund 30 Jahren entwickelt, um Ost- und Westdeutsche zusammen zu bringen. Dies nahm die Stadt Karlsruhe als Vorbild. Seit Jahren wird das Format auch für den interkulturellen Austausch angewendet.

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