Im Haupt- und Finanzausschuss gab die Polizeipräsidentin Caren Denner ihre jährliche Einschätzung zur Kriminalitätslage ab. Denner erläuterte zunächst die Verbrechensstatistik von Januar bis August 2024. Hinsichtlich der Häufigkeit von Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt Karlsruhe in Baden-Württemberg nach Freiburg, Mannheim und Ulm auf dem vierten Platz. Im Mittel stammten 50 Prozent der Tatverdächtigen aus Deutschland, 50 Prozent aus dem Ausland.
Cannabis-Legalisierung seit dem 1. April schlägt sich statistisch nieder
„Verbrechen gegen das Leben“ stiegen um sechs auf 14 Fälle – darunter fünf Mordversuche und neun Totschlagsdelikte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe von 34 auf 43 Fälle. Auf eine Nachfrage von CDU-Stadtrat Dirk Müller, ob die gestiegene Fallzahl im Bereich häusliche Gewalt einer erhöhten Bereitschaft zur Anzeige zugrunde läge, könnten sie nur mutmaßen. Ein starker Rückgang wurde indes bei Betäubungsmitteldelikten verzeichnet, was klar an der Cannabis-Legalisierung seit dem 1. April 2024 liege. „Diese Delikte bringen wir nicht mehr zur Anzeige.“ Rauschgiftkriminalität fiel beispielsweise im Bereich der Kleinen Kirche am Marktplatz auf, „in dem vor allem Täter aus dem Nordafrikanischen Raum beispielsweise Haschisch und Kokain verkauften.“ Acht Rauschgifthändler seien seit April 2023 in Untersuchungshaft gekommen, die Verfahren liefen noch. AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt fragte, warum lediglich acht Person verhaftet wurden – Denner entgegnete, für einen Haftbefehl müsse eine Straftat nachweisbar sein. Zudem seien bei den Beobachtungsmaßnahmen Händler im Fokus gewesen, nicht einfache Konsumenten. Sorge bereite der Polizei auch Lachgas-Konsum als Rauschmittel durch Kinder und Jugendliche, das legal zugänglich ist – etwa in Sprühsahnekapseln. Über Prävention in Schulen versuchten sie, über mögliche Gesundheitsgefahren aufzuklären.
Ordnungsamt: Weniger Verkehrstote und weniger verunglückte Radfahrer
Der Leiter des Ordnungs- und Bürgeramts, Maximilian Lipp, erklärte bei der Vorstellung des Jahresberichts, dass die Schwerpunkte der Einsätze des kommunalen Ordnungsdiensts mit über 45 Prozent wie in den Vorjahren am Werderplatz, Hauptbahnhof, Friedrichsplatz und an der Nottingham-Anlage liegen. Im Straßenverkehr hat sich die Zahl der Verkehrstoten 2023 reduziert (drei gegenüber sieben im Vorjahr), die Zahl verunglückter Radfahrer sank von 697 auf 590. -nke-