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Verantwortung für Technologie: UNESCO-Kommission will Ethik für Innovationen

Feier im ZKM zum 75. Jubiläum der deutschen Kommission

In „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen soll der Gesang eines künstlichen Exemplars das Tier ersetzen. Am Ende bleibt die echte Nachtigall ganz-heitlich zuverlässiger. In „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen soll der Gesang eines künstlichen Exemplars das Tier ersetzen. Am Ende bleibt die echte Nachtigall ganz-heitlich zuverlässiger. © Illustration: Sven Scherz-Schade

Wie gelingt Technologie mit Verantwortung im 21. Jahrhundert? Dem Thema widmete sich ein gut gefülltes Symposium im ZKM zum 75. Jubiläum der deutschen UNESCO-Kommission. Neben einer zentralen Feier in Berlin fand unter anderem die Veranstaltung in Karlsruhe statt, da die Fächerstadt 2019 den Titel „UNESCO City of Media Arts“ für Errungenschaften moderner Medienkunst verliehen bekam.

Beim Thema Frieden müsse man auf Menschenrechte achten, betonte der Generalsekretär der deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Roman Luckscheiter. Zu KI mit Chancen und Risiken habe die UNESCO bereits 2022 eine Empfehlung für die Weltgemeinschaft herausgegeben.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup betonte, die Veranstaltung mit dem Themenfeld Ethik und Innovationen passe ins Profil der Stadt. Stichwort Ethik: In Karlsruhe erlebe er oft den selbstverständlichen Umgang mit Menschen unterschiedlicher Herkunft im Alltag, das müsse mehr ins Bewusstsein rücken.

In Sachen Technologie verwies Alistair Hudson, wissenschaftlich-künstlicher Leiter des ZKM, auf den dystopischen Science-Fiction-Film „Matrix“, der nunmehr 27 Jahre alt sei. Ängste hinsichtlich künstlicher Intelligenz – Sorge vor Manipulation, Ungerechtigkeit, Jobverlust oder Weltherrschaft durch Maschinen – seien jedoch aktuell. Die Technik erfordere Regulierung, sodass sie für und nicht gegen die Menschen arbeite – im Sinne von medizinischem Fortschritt oder Arbeitserleichterung.

Mit jeder Technologie entstünden neue Fragen und Unsicherheiten, erklärte Constanze Scherz, stellvertretende Leiterin des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am KIT, in einem Vortrag. Trotz Ängsten sei es wichtig, für Alternativen offen zu bleiben. Sie nutzte das Märchen „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen zur Veranschaulichung – darin erfreut sich ein Kaiser am Gesang einer Nachtigall, die durch eine künstliche, vermeintlich perfektere Nachtigall ersetzt wird. Am Ende bleibt die echte Nachtigall ganzheitlich zuverlässiger.

Fragen technologischer Entwicklung seien niemals rein technische Fragen. Zukunft werde auch durch das geprägt, was man verlerne, so Scherz. Gesellschaften müssten lernfähig sein, um Technologien auch anzupassen.

Zu weiteren Rednern zählte unter anderem Prof. Dr. Matthias Kettemann von der Universität Insbruck, dem Leibniz-Institut für Medienforschung und dem Hans-Bredow-Institut. Kettemann eruierte ethische Fragen bei Quantentechnologien. Menschenrechte und Sicherheit seien voneinander abhängig, Technologien zu glorifizieren oder abzulehnen bringe nichts. Aktuell entstehe ein „Quantentechnologie-Internet“. Bei der Digitalisierung zählten Deutschland und Europa derzeit global nicht zu Marktführern, bei Quantentechnologie sei Deutschland Weltmarktführer. Regulierung lasse sich hier bei der Entstehung mitdenken, was eine neue Chance auf Gerechtigkeit zwischen Nationen biete. -nke-

Dieser Beitrag gehört zur StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

 

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung

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