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Stilles Örtchen für alle

Förderprogramm ermöglicht Menschen mit Einschränkungen Teilhabe

Toilette für alle - neu in der Europahalle, die Nr. 101 im Land Baden-Württemberg Toilette für alle - neu in der Europahalle. Im Bild: Staatssekretärin Ute Leidig, Bürgermeister Fluhrer und Jutta Pagel-Steidl, vom Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderung (v.l.) © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Es gehe „um Teilhabe an der Gesellschaft“, sagt der Bürgermeister. Und die Staatssekretärin ergänzt, Baden-Württemberg sei das einzige Bundesland mit einem derartigen Förderprogramm. Die beiden reden von „einem besonderen Örtchen“, eine im Wortsinn: „Toilette für alle“. Vergangene Woche wurde in der kürzlich neu eröffneten Europahalle eine solche Toiletten-Anlage in Betrieb genommen, Grundfläche circa sieben Quadratmeter.

Die 101. derartige Anlage im Land

Diese richtet sich an Menschen mit Mehrfach-Behinderung, Menschen mit einem (Lähmungs-) Handicap und Älteren Personen die pflegebedürftig oder inkontinent sind. Beim Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderung schätzt man, dass es im Südwesten etwa 380 000 Betroffene gibt. Die in der Europahalle in Betrieb genommene „Toilette für alle“ ist die 101. derartige Anlage im Land: ausgestattet mit einer höhenverstellbaren Liege und einem angebauten Patientenlifter. Damit können Helfer eine Person mit Einschränkungen auf die Liege hieven – etwa zu einem Windelwechsel. Oder auf die Toilettenschüssel heben.

Toilette für alle - neu in der Europahalle, die Nr. 101 im Land.

Für die Landesvorsitzende des genannten Verbands für Körperbehinderte, Jutta Pagel-Steidl, können so auch Menschen an Veranstaltungen teilnehmen, die es sich sonst eher überlegen, zuhause zu bleiben; etwa weil sie befürchten, ihre Nothdurft nicht verrichten zu können. Der Impuls für die Einrichtung der Anlage in der Europahalle kam unter anderem von Ulrike Wernert, der Beauftragten der Stadt Karlsruhe für die Belange von Menschen mit Behinderungen.

Beitrag „für eine inklusive Gesellschaft“

Für Bürgermeister Daniel Fluhrer ist die Toilette ein Beitrag „für eine inklusive Gesellschaft“. Staatssekretärin Ute Leidig erwähnt, dass inzwischen 86 solche Toiletten gefördert werden konnten vom Land. Der Zuschuss betrage maximal 12.000 Euro, bis zu 90 Prozent der Investition. Bereits seit einigen Monaten gibt es die „Toilette für alle“ im Stadtgarten und schon länger auch in der Messe in Forchheim.

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 4 am 24. Januar 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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