Menü
eService
Direkt zu
Suche

"Spielen ist eine Superkraft"

Bei „Karlsruhe spielt!“ erobern Kinder und Jugendliche ihre Viertel – wenn auch nur zeitweise

Nahaufnahme von Seifenblasen  im Rahmen der Aktion Karlsruhe spielt! 2026 Rund um den Weltkindertag verwandeln sich Karlsruher Straßen in bunte Spiel- und Begegnungsräume. Die temporären Spielstraßen bei "Karlsruhe spielt!" schaffen Platz für Kinder und geben Impulse für eine lebenswerte Stadt. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Für einige Stunden ist die Tilsiter Straße kaum wiederzuerkennen: Wo sonst Autos fahren und am Straßenrand parken, schweben Seifenblasen über den Asphalt. Gefiederte Indiaca-Bälle fliegen durch die Luft, ein buntes Zirkustuch wird aufgespannt, Kinder probieren sich beim Kegeln oder auf der Slackline aus. Was hier vor der Ernst-Reuter-Schule zu beobachten ist, geschieht rund um den Weltkindertag an vielen Orten in der Fächerstadt, denn wenn Karlsruhe spielt, werden Straßen zeitweise gesperrt, um Platz zu schaffen zum Rennen, Werfen, Fußballspielen, Gestalten – und dafür, einander kennenzulernen.

Ins Leben gerufen hat die Aktion das städtische Kinderbüro, die Koordination ist aufwendig und erfordert die Unterstützung weiterer Fachämter der Stadtverwaltung, darunter Ordnungs- und Bürgeramt, Tiefbauamt und Liegenschaftsamt. Ohne die Unterstützung von engagierten Menschen, die als Patinnen und Paten die Flächen während des Aktionszeitraums betreuen, würde es jedoch nicht gehen. Neben Privatpersonen betreuen auch Institutionen wie Bürgervereine, Kindergärten oder Familienzentren die temporären Spielstraßen, oder, wie hier in der Waldstadt, auch Schulen. Meist beginnt die Planung bereits direkt nach dem letzten Aktionstag. 2025 hatte „Karlsruhe spielt!“ mit schlechtem Wetter zu kämpfen, daher hatte sich das Kinderbüro in diesem Jahr Ideen für Regentage zurechtgelegt, berichtet Mitarbeiterin Christina Schulze. Für die Ernst-Reuter-Schule ist es bei Weitem nicht die erste Teilnahme an „Karlsruhe spielt!“, aber in diesem Jahr eine ganz besondere, wie Dominik König-Kurowski betont. Nach einem plötzlichen Todesfall im Kollegium sei die gesamte Schulgemeinschaft noch tief erschüttert. An diesem Nachmittag sei aber nun „das Lachen zurückgekehrt“, freut sich der Konrektor.

Ideen für eine lebenswerte Stadt

Gelacht wird an diesem Nachmittag viel auf der temporären Spielstraße. Kinder spielen, auf einer Picknickdecke treffen sich beim Elterncafé Eltern mit ihren Babys. Anwohnende schauen zu oder machen mit. „Wir sind eine Schule, die sich ins Quartier öffnet“, erzählt Raphael Prüfer, Lehrer an der Ernst-Reuter-Schule. Ganz im Sinne von „Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen“ binde man die Nachbarschaft ins Schulleben ein. Dementsprechend wurden am Aktionstag auch Elterncafé und Altenhilfezentrum zum Mitmachen eingeladen. Genau dieses Miteinander über Altersgrenzen hinweg ist für Bürgermeisterin Yvette Melchien ein wichtiger Aspekt, wenn es um eine kinderfreundliche und zugleich lebenswerte Stadt geht. „Zuallererst wollen wir Kindern mit ‚Karlsruhe spielt!‘ eine Freude machen. Aber durch solche Aktionen werden wir auch angeregt, Stadtplanung anders zu denken“, erklärte die Sozialdezernentin. „Eine kinderfreundliche Stadt kommt uns allen zugute, sie bietet mehr Aufenthaltsqualität und gibt uns Ideen für die Zukunft.“ Froh zeigte sich Bürgermeisterin Melchien vor allem angesichts des hervorragenden Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamt, dankte auch den Anwohnenden und all jenen, die an diesen Tagen die Straßen nicht zur Durchfahrt oder zum Parken nutzen können, für ihr Verständnis.

55.000 Menschen hat „Karlsruhe spielt!“ in den vergangenen sechs Jahren erreicht, insgesamt entstanden über 270 temporäre Spielflächen. Künftig wünsche man sich noch mehr Kooperationen mit Vereinen und Institutionen in der direkten Nachbarschaft zu den Spielflächen, sodass die Aktion in die Quartiere hineinwachse, so Jessica Schöllhorn. „Spielen ist eine Superkraft“, betont die Leiterin des Kinderbüros, „es bringt uns friedlich zusammen und ich finde, genau das können wir alle gut gebrauchen.“

Impressionen von "Karlsruhe spielt!" 2026

Mehrere Kinder halten ein buntes Schwungtuch im Rahmen der Aktion Karlsruhe spielt! 2026
Zwei Kinder sitzen vor einer selbstgestalteten Wand mit Gesichtern  im Rahmen der Aktion Karlsruhe spielt! 2026 und zeichnen
Mehrere Kinder spielen mit einem Schwungtuch im Rahmen der Aktion Karlsruhe spielt! 2026 in mit Wimpelketten geschmückter Straße in der Waldstadt
Verschiedene Spielstationen im Rahmen der Aktion Karlsruhe spielt! 2026 in der Waldstadt

Dieser Beitrag gehört zur StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

 

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung

Kontakt

Sozial- und Jugendbehörde

Fachbereich Beratung und Prävention/Kinderbüro

Ernst-Frey-Straße 10
76135 Karlsruhe

-

Kopieren Kopieren Schreiben Schreiben