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Sparen mit Ausnahmen

Rat sorgt für Halbierung der vorgeschlagenen Kürzungen im Kulturbereich

Flyer zu den internationalen Wochen gegen Rassismus 2025 Die Förderung für die Wochen ­gegen Rassismus bleibt. © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Die Verwaltung hatte eine pauschale Kürzung der institutionellen Förderung im Theaterbereich, im Musikbereich sowie bei den übrigen Kultureinrichtungen um 8,7 Prozent vorgeschlagen, im quasi-institutionellen Bereich um 10 Prozent. Dieses „Rasenmäherprinzip“ hatten mehrere Fraktionen bemängelt, aber wie die Einsparungen im Kulturbereich umgesetzt werden können, darüber schieden sich die Geister.

Ein interfraktioneller Antrag von Grünen, CDU, SPD und KAL strebte eine Halbierung der Kürzungen an, im institutionellen Bereich um 4,35 Prozent (statt 8,7 Prozent) und bei der quasi-institutionellen Förderung um fünf Prozent (statt zehn). In Karlsruhe bedeutet institutionelle Kulturförderung, dass die Stadt ausgewählte Einrichtungen dauerhaft und regelmäßig aus dem städtischen Haushalt finanziell unterstützt. Quasi-institutionelle Förderung meint sinngemäß längerfristige, wiederkehrende Zuschüsse an Kulturinitiativen und Vereine, die (noch) nicht als voll institutionell gefördert gelten, aber für die Kulturszene wichtig sind. Das können etwa freie Theatergruppen, Kulturzentren oder soziokulturelle Initiativen sein, die über mehrere Jahre Basis- oder Rahmenförderungen erhalten und dadurch regelmäßige Angebote machen können, ohne eine Dauerfinanzierung zu haben. Hinzu kommt die Förderung einzelner Projekte, über die gemäß der städtischen Richtlinie entschieden wird.

Mehrheiten fanden sich für die interfraktionellen Vorschläge der Halbierung, zusätzlich klammerten einige Anträge manches komplett aus. So wird bei den Kultureinrichtungen KOHI Kulturraum, Kindermalwerkstatt, Werkraum und TanzAreal nicht gekürzt. Bei der quasi-institutionellen Förderung erhielten ähnliche Anträge, die eine Ausnahme von einzelnen Angeboten oder gar Erhöhung der Fördersumme forderten, keine Mehrheiten, so etwa für den Christopher-Street-Day, das dokKa-Filmfestival, Independent Days e.V. und Stummfilmtage. Auch das Pride Pictures Queer Film Festival, Tiyatro Diyalog Karlsruhe e.V. und das Sandkorn Theater müssen sich auf eine Halbierung des quasi-institutionellen Zuschusses einstellen, für den sich schließlich eine Mehrheit aussprach.

Bei der Projektförderung höhlten mehrere Anträge den Vorschlag der Verwaltung, die Unterstützung freier und innovativer Projekte einzustellen, weitgehend aus. So erhält der Jüdische Friedhof weiterhin eine Projektförderung, ebenso „Schule und Kultur“ und die Wochen gegen Rassismus. Der Vorstoß der SPD-Fraktion, die Förderung für freie Projekte in den Haushaltsjahren 2026 und 2027 weiterhin in bestimmten Bereichen aufrechtzuerhalten, fand im Rat eine Mehrheit und schlägt im städtischen Haushalt mit insgesamt 135.000 Euro zu Buche. -los-

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 51 am 19. Dezember 2025. Die Inhalte der StadtZeitung schon lesen, bevor sie im Briefkasten steckt: Im ePaper sind alle Ausgaben digital verfügbar.

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