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Regeln einhalten und Rücksicht nehmen

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Karlsruhe nimmt an "Vision Zero"-Kampagne teil

Ein Brückenbanner der Kampagne "Team Vision Zero" weist Verkehrsteilnehmer darauf hin, am Steuer aufmerksam zu sein. Ein Brückenbanner der Kampagne "Team Vision Zero" weist Verkehrsteilnehmer darauf hin, am Steuer aufmerksam zu sein. © Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Monika Müller-Gmelin

Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h während der Fahrt für zwei Sekunden auf den Beifahrersitz schaut, fährt in dieser kurzen Zeit etwa 30 Meter blind. Bei 140 km/h und fünf Sekunden Ablenkung sind es sogar fast 200 Meter. Besonders häufiger Grund für unaufmerksames Fahren ist das Smartphone, aber auch Essen und Trinken, das Bedienen von Radio, Navigationsgerät oder Klimaanlage sowie die Betreuung von Kindern auf dem Rücksitz nehmen die Aufmerksamkeit der Fahrenden in Beschlag – nicht selten mit fatalen Folgen. So war "Ablenkung" in Baden-Württemberg in 13 Prozent der Fälle Auslöser für tödliche Verkehrsunfälle und ist damit nach "Vorfahrt" auf Rang 2 der Unfallursachen vorgerückt. Ein neues Banner über dem Adenauerring soll Menschen hinter dem Steuer nun an das erinnern, was sie "im Grunde schon wissen", so Bürgermeister Dr. Albert Käuflein im Rahmen eines Pressetermins, bei dem das prominent platzierte Hinweiszeichen und die städtische Strategie für mehr Sicherheit im Straßenverkehr vorgestellt wurden.

"Wichtige Verkehrsregel: Handy weg!" steht auf dem großen, gelben Schild, das von der Straße aus gut zu lesen ist. Zur Verfügung gestellt hat es das Land Baden-Württemberg, an dessen Kampagne sich auch die Stadt Karlsruhe beteiligt. "Vision Zero", das heißt die Reduzierung von Verkehrstoten und Schwerverletzten auf null. Da dieses Ziel in naher Zukunft noch schwer erreichbar ist, plant das Land zunächst, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 60 Prozent zu senken. 

Die Teilnehmenden des Pressegesprächs zur Kampagne "Team Vision Zero": Matthias Günzel, Bürgermeister Dr. Albert Käuflein, Johanna Schönauer-Schnepf und Tamara Martin  (v.l.).

Der Rückgang der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Jahr 2025 ist ein erfreuliches Signal, aber auch der Anstieg der leicht verletzten Verkehrsteilnehmenden zeigt, dass es die regelmäßige Erinnerung und Sensibilierung brauche. Bürgermeister Dr. Albert Käuflein rief daher zu mehr Verantwortung im Straßenverkehr auf. Sein Credo sei: "Regeln einhalten und Rücksicht nehmen."

Städtische Maßnahmen

Doch was tut Karlsruhe dafür, um die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern? Ein wichtiges Werkzeug seien die Verkehrsversuche, erläuterte Bürgermeister Käuflein gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter des Ordnungs- und Bürgeramts, Matthias Günzel und dessen Kolleginnen. Erfolgreiche Beispiele hierfür sind die Stuttgarter Straße, der "Oststadtkreisel" und die Gerwigstraße. Dabei werden nicht nur Orte, an denen sich Unfälle häufen, "entschärft", sondern auch das Unfallgeschehen wird betrachtet und anhand dessen verkehrssichernde Maßnahmen getestet. "Wir probieren aus, was funktioniert, und wenn sich eine Maßnahme bewährt, verstetigen wir sie", erklärte Sicherheitsdezernent Käuflein.

Präventive Herangehensweise

Wichtige Arbeit leistet auch die sogenannte Unfallkommission, in der verschiedene Ämter der Stadtverwaltung, darunter Ordnungs-, Stadtplanungs- und Tiefbauamt sowie Polizei und Verkehrsbetriebe vertreten sind. Die Kommission hat die Aufgabe, Unfallhäufungsstellen zu analysieren und Lösungen zu finden. "Wir werden nicht erst tätig, wenn etwas passiert. Alle relevanten Ämter sind schon im Vorfeld in Neuplanungen eingebunden", hob Matthias Günzel hervor. Diese präventive Herangehensweise trägt dazu bei, dass Unfälle vermieden und Gefahrenstellen frühzeitig erkannt werden. Ergänzend dazu führt die Stadt regelmäßig mobile Verkehrsrunden durch, bei denen gezielt untersucht wird, ob und wo zusätzliche Maßnahmen wie neue Piktogramme oder Fahrbahnmarkierungen erforderlich sind, um die Sicherheit zu erhöhen.
Ein weiteres Instrument zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind die Radverkehrsschauen. Dabei setzen sich Vertreter der Stadtverwaltung selbst aufs Rad und fahren vielbefahrene Strecken ab, um eine andere Perspektive zu erhalten. Der ADFC ist dabei ein wichtiger Partner. Auch digitale Anzeigen, die in der Stadt verteilt sind, tragen zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmenden bei. Sie informieren über aktuelle Verkehrssituationen und vermitteln Botschaften zur Verkehrssicherheit

Digitale Anzeigen geben Hinweise für mehr Sicherheit und Rücksicht im Straßenverkehr.

Neben den Verkehrsversuchen und der Arbeit der Unfallkommission nutzt die Stadt auch Maßnahmen wie die Einführung von Tempo-30-Zonen. Dies wurde insbesondere durch die Novelle der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2024 möglich, die den Kommunen erweiterte Handlungsspielräume bietet. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h wird dabei nicht nur aus Sicherheitsgründen eingeführt, sondern auch als Teil des Lärmschutzes. In Karlsruhe wurde 2025 der Lärmaktionsplan fortgeschrieben, der es ermöglichte, weitere Straßenabschnitte als Tempo-30-Zonen auszuweisen.

Künftig verstärkte Kontrollen beim Parken entgegen der Fahrtrichtung

Ein weiteres Thema, das zunehmend in den Fokus der Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes rücken wird, kündigte der Sicherheitsdezernent an, ist das Parken entgegen der Fahrtrichtung. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen, insbesondere beim Ein- und Ausparken. Abgesehen von Einbahnstraßen ist das Parken entgegen der Fahrtrichtung verboten und kostet 35 Euro Bußgeld.

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