Stark gestiegene Baupreise sorgen bei der Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters für Korrekturen an der bisherigen Planung. Nachdem in der vergangenen Woche bereits im Gemeinderat die Entwicklung bei den Modulen 1 und 2 thematisiert worden war, beschäftigte sich der Verwaltungsrat des Theaters nun am Mittwoch mit Vorschlägen, wie einem weiteren Kostensprung begegnet werden kann. Dabei soll es zu einem "Perspektivwechsel" kommen, kündigte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup an.
"Wohnzimmer der Stadt" schaffen
Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Kunstministerin Petra Olschowski, sowie Finanz-Staatssekretärin Gisela Splett und Dagmar Menzenbach, Leiterin von Vermögen und Bau Karlsruhe, informierte der OB im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung über die weiteren Schritte. Für Modul 3, das die Sanierung und Erweiterung des Großen Hauses beinhaltet, wird die Planung überprüft. "Wir sind heute den ersten Schritt gegangen", sagte Olschowski. Bis zum Frühjahr 2026 sollen mit der Theaterleitung konkrete Vorschläge erarbeitet und die Gremien eingebracht werden. Fest stehe indes schon, dass es konzeptionelle Veränderungen geben werde. Hatte man "bisher das Haus als Hülle für einen Neubau betrachtet", so Mentrup, soll nun weniger stark in den Gebäudebestand eingegriffen werden. Gleichwohl stehe weiterhin das Ziel, "ein Wohnzimmer der Stadt zu schaffen", betonte der OB. Es solle keine Abstriche bei der künftigen Qualität des Theaterangebots geben. Wie Staatssekretärin Splett ergänzte, gehe man weiterhin davon aus, die Baumaßnahme wie geplant 2034 zum Abschluss bringen zu können.
34 Millionen Euro Mehraufwand für Module 1 und 2
Während beim Modul 3, dem größten Anteil am Gesamtprojekt, noch um die Kosten gerungen wird, gab die Verwaltung vergangene Woche dem Gemeinderat einen Überblick zum aktuellen Stand der Module 1 und 2. Auch hier schlägt sich die Baupreis-Explosion nieder. Beim Neubau des Kleinen Hauses muss der Vorlage zufolge mit Mehrkosten von 16 Millionen Euro gerechnet werden und für den Bau des Probenzentrums sind nun zusätzlich 18 Millionen Euro eingeplant. Von den insgesamt erforderlichen 34 Millionen Euro Mehraufwand gehen alleine 24 Millionen auf die seit 2021 sprunghaft angestiegenen Baupreise zurück, was mit dem bisher eingeplanten Risikopuffer nicht mehr aufzufangen sei. Lediglich die 2022 abgeschlossenen Vorarbeiten liegen mit 23 Millionen Euro im vorgesehenen Kostenrahmen. Insgesamt war die gesamte Baumaßnahme bislang auf rund 508 Millionen Euro veranschlagt. Wie sich die Preisentwicklung auf Modul 3 genau auswirkt und welche Einsparmöglichkeiten generiert werden können, ist nun Gegenstand der weiteren Planungen.