Wie ein gewaltiger Staubsauger, der den Müll aus den Haushalten absaugt, so funktioniert die Pneumatische Müllentsorgung (PME) rund um den Kronenplatz. Die vermutlich letzte Anlage ihrer Art hat im Juni 2025 den Dienst eingestellt. Grund hierfür waren die veraltete Technik und die Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, die eine Mülltrennung vorschreibt.
Bei der Technik waren seit Jahren der Erfindungsreichtum und das handwerkliche Geschick der Mitarbeitenden des Teams Sauberes Karlsruhe (TSK) gefragt. Da es keine Ersatzteile für die PME mehr gibt, mussten diese selbst hergestellt werden. Die Steuerung hinkte ebenfalls leicht der Zeit hinterher und lief noch über ein DOS-System.
Dennoch verrichtete der „Müllsauger“ über viele Jahrzehnte seinen Dienst. Seit die PME in den 1970er Jahren im Zuge der Altstadtsanierung installiert worden war, hat sie viele Jahre zuverlässig den Müll von bis zu 1.000 Haushalten transportiert. Zwei Stockwerke tief unter dem Parkhaus an der Fritz-Erler-Straße kam der Müll schließlich an, wurde in Container zusammengepresst, mittels eines Scherentischs auf Straßenniveau gehoben und schließlich per LKW in die Müllverbrennungsanlage abgefahren.
Vier Kilometer Rohre liegen dafür im Karlsruher Untergrund. Vier Motoren mit insgesamt 400 PS stellten die nötige Energie zur Verfügung. In den kommenden Monaten muss die Anlage nun aufwändig zurückgebaut und die Rohre müssen verfüllt werden. Die Haushalte wurden in der Zwischenzeit auf herkömmliche Abfalltonnen umgestellt.
Über dieses besondere Stück Bau- und Industriegeschichte hat die Stadt Karlsruhe nun ein Video erstellt, das auf YouTube zu sehen ist. -ds-