Die Notfallversorgung im Stadt- und Landkreis Karlsruhe war Thema der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit. Linda Budde vom Gesundheitsamt stellte den Ausschussmitgliedern eine Analyse mit aktuellen Zahlen vor. So seien die fünf Zentralen Notaufnahmen der vier Krankenhäuser im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zunehmend überlastet. Dabei ist die „Anzahl der Personen, die in den zentralen Notaufnahmen vorstellig werden, in knapp zwei Jahren um rund zehn Prozent gestiegen“, erläuterte Budde. „Rund die Hälfte von ihnen weist keine hohe Behandlungsdringlichkeit auf und ist kein Fall für die Notaufnahme.“
Die Einschätzung des Gesundheitszustands wird mithilfe eines fünfstufigen Triage-Systems vorgenommen: von „sofortige Behandlung notwendig, vital bedrohlich“ bis „Behandlung im Intervall, kein Notfall“. Stadt und Landkreis Karlsruhe bemühen sich, eine Verbesserung zu erreichen.
Der Grund für die gestiegenen Zahlen könne zum einen eine mangelnde Orientierung der Patientinnen und Patienten im Gesundheitssystem sowie mangelndes Gesundheitswissen sein, erklärte Budde. Zum anderen könne die Ursache auch in mangelnden Versorgungsstrukturen in der ambulanten Primärversorgung liegen. Lösungsansätze sehen die Experten vom Gesundheitsamt unter anderem in der Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger sowie der Zusammenlegung der Rufnummern 116 117 und 112. Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamtes, empfahl zudem, die Telemedizin zu stärken. -gia-