„Offensichtlich hasst du mich, obwohl ich nichts Falsches getan habe. Ich habe dich noch nie getroffen, was also hätte ich getan haben können?“, fragte der Musiker Martin Gore 1984 auf Englisch im Depeche-Mode-Song „People are People“. Der Song wendet sich gegen Ausgrenzung und Hass und hinterfragt den Umgang der Menschen miteinander.
Ein ähnliches Anliegen verfolgen die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die in Karlsruhe vom 15. bis 29. März stattfinden. Sie wollen auf Arbeit gegen Rassismus aufmerksam machen. Die Veranstaltungsreihe hat 1994 in Deutschland ihren Ursprung und wird in mehreren Städten begangen, in Karlsruhe seit 13 Jahren. Durch ein ehrenamtliches Team organisiert, wird die Reihe von der Stadt unterstützt.
Rassismus sei strukturell durch Machtstrukturen gespeist. Darauf wolle man aufmerksam machen, so Mitorganisatorin Marion Schuchardt bei einem Pressegespräch. Der senegalesische Künstler und Visual Designer Mbagaan Nduur lebt seit 2013 in Deutschland, er erlebe selbst Rassismus aufgrund seines Aussehens – etwa in Blicken oder in der Frage, wo er ursprünglich herkomme. Vielfalt müsse gelebte Realität werden, das erfordere Arbeit.
Bei der Reihe werden 45 Veranstaltungen ausgetragen, darunter Workshops, Vorträge, Filmabende und eine Kunstausstellung (siehe Kasten). Dabei beteiligen sich über 40 Vereine und Organisationen. Zu den Teilnehmenden zählt auch die Antidiskriminierungsstelle Karlsruhe, die Beratung für Betroffene von Diskriminierung bietet, oder auch das Internationale Begegnungszentrum (IBZ). Zum Eröffnungsabend lädt OB Dr. Frank Mentrup am Sonntag, 15. März, um 18 Uhr zum Eröffnungsabend in die Evangelische Stadtkirche am Marktplatz ein, wo die begehbare Installation „The Cage“ aus 500 Käfigen aufgebaut ist.
Dass das Thema Rassismus und Diskriminierung bei einer breiten Öffentlichkeit Gehör findet, lässt nicht zuletzt der Erfolg des Depeche-Mode-Songs vermuten. In Deutschland landete „People are People“ seinerzeit auf Platz 1 der Charts. -nke-