Vier Unternehmen, vier ganz unterschiedliche Einblicke in den Wirtschaftsstandort Karlsruhe: Vom Großhandel bei METRO über Präzisionstechnologie bei Physik Instrumente und die Wachstumsgeschichte des Softwareunternehmens Nesto bis zur Industrieproduktion bei aluplast führte die diesjährige Sommertour von Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.
Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung besuchte sie im September die Unternehmen direkt an ihren Standorten. Im Austausch mit den Geschäftsführungen ging es um aktuelle Entwicklungen, anstehende Vorhaben und konkrete Herausforderungen.
Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz betont: „Für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik müssen wir wissen, was unsere Unternehmen aktuell bewegt und welche Voraussetzungen sie für ihre weitere Entwicklung am Standort brauchen. Genau dafür sind die Gespräche vor Ort wichtig. Die vier Besuche haben sehr unterschiedliche Perspektiven eröffnet und zugleich gezeigt, welche unternehmerische Vielfalt und technologische Kompetenz Karlsruhe auszeichnen. Diese Stärke wollen wir erhalten und gute Bedingungen dafür schaffen, dass Unternehmen sich hier auch künftig entwickeln und neue Arbeitsplätze schaffen können.“
METRO: Großhandel im Wandel
Den Auftakt der Sommertour bildete der Besuch bei METRO Karlsruhe. Der Standort hat seine Ausrichtung in den vergangenen Jahren stärker auf gewerbliche Kundinnen und Kunden aus Gastronomie und Hotellerie sowie weitere Wiederverkäufer konzentriert. Rund 245 Beschäftigte von METRO sind in Karlsruhe tätig.
„Der Großhandel verändert sich und mit ihm die Anforderungen unserer Kundinnen und Kunden. Auch unseren Standort in Karlsruhe haben wir in den vergangenen Jahren konsequent weiterentwickelt und stärker auf die Bedürfnisse von Gastronomie, Hotellerie und weiteren gewerblichen Kunden ausgerichtet. Der Austausch mit Bürgermeisterin Luczak-Schwarz bietet uns die Möglichkeit, aktuelle Themen am Standort direkt anzusprechen und zugleich einen Einblick zu geben, wie wir METRO in Karlsruhe weiterentwickeln“, erklärt Tobias Müller, Geschäftsleiter am METRO Standort Karlsruhe.
PI: Höchste Präzision aus Karlsruhe
Mit Physik Instrumente (PI) führte die Sommertour zu einem Karlsruher Technologieunternehmen mit rund 700 Beschäftigten am Standort. PI entwickelt und fertigt hochpräzise Positionier- und Antriebssysteme, die unter anderem in der Halbleiterindustrie, Automatisierung, Photonik, Mikroskopie und den Life Sciences zum Einsatz kommen. „Karlsruhe ist ein wichtiger Teil der Geschichte und Zukunft von PI, denn hier entwickeln und fertigen wir viele unserer Kerntechnologien. Wir wissen die Unterstützung der Stadtverwaltung sehr zu schätzen. Das gibt uns Rückenwind, um den Standort langfristig zu stärken und PI in Karlsruhe auch für die Zukunft gut aufzustellen“, sagt Dr. Michael Albiez, CEO Physik Instrumente. Im Gespräch spielte auch die weitere Vernetzung mit dem Karlsruher Technologie- und Innovationsumfeld eine wichtige Rolle.
Rund 60 Beschäftigte, 11 Millionen Euro Wachstumskapital und konkrete Expansionspläne: Nesto hat seit seinen Anfängen auf dem Alten Schlachthof eine beachtliche Entwicklung genommen. Mittelfristig will das Softwareunternehmen sein Team auf rund 150 Mitarbeitende vergrößern und zugleich den Produktausbau und die Expansion in Europa vorantreiben.
Gestartet ist Nesto im Perfekt Futur, begleitet vom K³ Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro der Wirtschaftsförderung und des Kulturamtes. Bei der Sommertour traf Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz auf ein Unternehmen, das inzwischen vor einer neuen Größenordnung seiner Entwicklung steht. „Das Perfekt Futur und die starke Gründungscommunity waren für uns ein idealer Startpunkt. Seitdem hat sich Nesto stark weiterentwickelt. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen und räumlich als auch personell deutlich wachsen. Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, gute Fachkräfte und eine lebenswerte Stadt machen den Standort Karlsruhe für uns besonders attraktiv“, erklärt Felix Kaiser, Mitgründer und CTO von Nesto.
aluplast: Investitionen in den Karlsruher Standort
Den Abschluss der Sommertour bildete der Besuch bei aluplast. Das Karlsruher Unternehmen entwickelt und produziert Kunststoffprofilsysteme für Fenster und Türen und beschäftigt rund 700 Mitarbeitende am Standort. Im Juli 2026 hat das Unternehmen ein neues vollautomatisches Hochregallager in Betrieb genommen. „Wir freuen uns, dass wir Frau Bürgermeisterin Luczak-Schwarz anlässlich unseres heutigen Austauschs das neue aluplast Hochregallager als ersten wichtigen Baustein unseres Masterplans 2030 vorstellen konnten. Den kontinuierlichen Austausch zu den aktuellen Entwicklungen und auch zu den Herausforderungen am Standort halten wir für sehr wichtig. Wir schätzen daher den heutigen Besuch sehr“, hebt Dirk Seitz, geschäftsführender Gesellschafter von aluplast, hervor.
Für die Wirtschaftsförderung sind die Unternehmensbesuche zugleich Teil einer kontinuierlichen Betreuung der Betriebe am Standort. Je nach Bedarf geht es dabei unter anderem um Standort- und Flächenfragen, Vernetzung, Kontakte zu relevanten Akteuren oder die Vermittlung innerhalb der Stadtverwaltung. Der direkte Austausch mit den Karlsruher Unternehmen wird auch nach der diesjährigen Sommertour fortgeführt.