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Friedrichsplatz: Gutachten vor dem Wettbewerb

Gemeinderat plädiert für Umgestaltung / Tiefgarage weist Sanierungsbedarf auf

Für die Umgestaltung des Friedrichsplatzes strebt die Stadtverewaltung einen europaweiten Wettbewerb an. Für die Umgestaltung des Friedrichsplatzes strebt die Stadtverewaltung einen europaweiten Wettbewerb an. © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin

Am Friedrichsplatz besteht Handlungsbedarf – darüber war sich der Karlsruher Gemeinderat schon seit längerem einig. Doch weil über das richtige Vorgehen die Meinungen auseinander gingen, bedurfte es mehrerer Anläufe in den städtischen Gremien, ehe jetzt das Ergebnis im Plenum feststand: Erst wird ein Gutachten über den Zustand der Tiefgarage eingeholt, dann geht es in das Wettbewerbsverfahren zur Neugestaltung.

Planerische Option für Fahrradstellplätze

Obwohl der Beschluss zur Auslobung eines Wettbewerbs schon seit Februar 2020 steht, hatten einige Ratsfraktionen Zweifel an diesem Vorgehen geäußert. Eine wichtige Frage war dabei, wie es mit der rund 50 Jahre alten Tiefgarage weitergehen soll. Für die zweigeschossige Autostellfläche ist ein Erbbaurecht eingetragen, das bis Ende 2025 läuft. Vor einer möglichen Vertragsverlängerung oder Neuverpachtung müsse der bauliche Zustand geklärt werden. Eine erste Überprüfung hatte bereits ergeben, dass an den Abdichtungen sowie an den Zufahrts- und Verteilerrampen Instandsetzungsbedarf besteht. Das Gutachten soll nun über die erforderlichen Arbeiten ebenso Aufschluss bringen wie über die Belastbarkeit der Decke. Beim Bau in den 70er Jahren war diese auf Werte zwischen 200 und 500 Kilogramm pro Quadratmeter beziffert worden. Allerdings sei nach Ansicht der Verwaltung fraglich, ob das noch der Realität entspreche. Nachdem sich im Februar bei einer Öffentlichkeitsbeteiligung zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Einrichtung von Fahrradstellplätzen in der Tiefgarage ausgesprochen hatten, soll dies als planerische Option berücksichtigt werden. Darüber hinaus gab es aus der Bürgerschaft Kritik an der Lage der Ein- und Ausfahrten. Insbesondere wurde die zweimalige Querung des Kfz-Verkehrs über die Fahrradstraße Erbprinzenstraße bemängelt. Deshalb erfolgt nun auch hier eine planerische Überprüfung.

„Grüne Oase" oder Veranstaltungen ?

Während der Gemeinderat in Sachen Gutachten einer Meinung war, gab es verschiedene Ideen für die weitere Nutzung des Friedrichsplatzes. "Die Bedeutung als Erholungsraum und grüne Oase steht bei uns an vorderster Stelle", bekräftigte Christina Bischoff (Grüne). Der Kontrast zum Marktplatz als explizit dafür hergestellter Veranstaltungsort müsse deutlich werden. Dieser Ansicht schloss sich Lüppo Cramer (KAL) an. Dagegen plädierten Dirk Müller (CDU) und Thomas Hock (FDP) für einen "Platz der aktiven Begegnung", und damit für eine Weiterführung des Christkindlesmarktes auf dem Friedrichsplatz.

Konzept für Straßenraum

Als "Oase der Stille" biete sich Müllers Ansicht nach eher der Nymphengarten an. Grundsätzliche Zweifel am weiteren Vorgehen äußerte Jürgen Wenzel (FW|FÜR). Der Wettbewerb sei unnötig, denn die Platzgestaltung sei aufgrund der Denkmalauflagen schon weitgehend definiert. Auch Dr. Paul Schmidt (AfD) sah keinen Grund für eine Umgestaltung. Ihr Plädoyer fiel im Gremium indessen nicht auf fruchtbaren Boden, so dass an der Durchführung eines europaweiten Wettbewerbs für die Umgestaltung festgehalten wird. Dabei gliedert sich der Wettbewerb in einen Realisierungsteil für den Platz selbst und einen Konzeptteil, in dem Ideen für den angrenzenden Straßenraum in der Lamm- und Ritterstraße gesammelt werden. Wann die auf rund zehn Millionen Euro veranschlagte Umgestaltung tatsächlich kommt, hängt nach Ansicht der Verwaltung von den städtischen Finanzen ab. Es bedürfe "einer Priorisierung im Rahmen des gesamtstädtischen Investitionsmanagements", heißt es in der Beschlussvorlage.

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 25 am 21. Juni 2024.

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