Mit ihrer dichten Bebauung und den als Parkraum kaum genutzten Innenbereichen stellt die Weststadt für die Verkehrsplanung eine Herausforderung dar. „Wohin mit dem Blech?“ lautete schon immer die Frage, die in Kürze nochmal an Brisanz gewinnt, wenn die Verkehrsbetriebe (VBK) die Haltestelle Hübschstraße barrierefrei ausbauen und die Gleise in der Kriegsstraße erneuern wollen. Da während dieses Bauvorhabens zahlreiche Parkplätze entfallen, hat der Gemeinderat jetzt ein Ersatzkonzept beschlossen.
Dieses sieht ein Bündel von Maßnahmen vor. Zum einen wird die Bewohnerparkzone K über die Kriegsstraße hinaus nach Norden bis zur Weinbrenner- und Yorckstraße erweitert. Hierdurch erwartet die Verwaltung eine Entlastung des Parkdrucks um 10 bis 15 Prozent. Außerdem sollen durch provisorische Markierung von Schrägparkplätzen in der Weinbrennerstraße westlich der Wichernstraße kurzfristig weitere 28 Stellplätze geschaffen werden. Die weiteren im Rahmen eines Prüfauftrags untersuchten Optionen wurden dagegen als nicht umsetzbar verworfen. Dazu zählt die Änderung des Querschnitts in der Bunsenstraße und der Bau einer Quartiersgarage an der Haltestelle Kühler Krug. In Summe fehlten zwar nach den Berechnungen der Verwaltung immer noch 26 bis 49 Stellplätze, doch „verkehrsplanerisch ist das Defizit zusammen mit den geplanten Ausgleichsmaßnahmen vertretbar“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Zudem stünden im Gewerbegebiet Grünwinkel unter der Zeppelinbrücke noch Reserven zur Verfügung, was allerdings nach Ansicht des Bürgervereins Weststadt keine Option darstelle.
Obwohl Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup eingangs der Debatte vorsorglich darauf hingewiesen hatte, dass mit dem Beschluss zum Ersatzkonzept noch keine Entscheidung über den dauerhaften Entfall aller 122 Stellplätze in der Kriegsstraße zugunsten eines Radfahrstreifens verbunden sei, entzündete sich genau darum eine Debatte. Anlass hierfür war ein letztlich mit deutlicher Mehrheit abgelehnter Änderungsantrag der GRÜNE-Fraktion, die als Bedingung für provisorische Querschnittsänderungen in der Weinbrennerstraße eine Festlegung auf den Radfahrstreifen in der Kriegsstraße genannt hatte. Nicht zur Abstimmung gelangte zudem ein weiterer Antrag der SPD-Fraktion. Diese wollte nach Abschluss der VBK-Bauarbeiten die Längsparker in der Kriegsstraße vorerst beibehalten und dann die Parksituation neu bewerten. „Wir haben mit der Bauphase schon eine Art Reallabor“, gab Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hierauf zu bedenken und sicherte zu, dass man sich „nach dieser Erfahrung nochmal abschließend verständigen“ wolle. Hierzu zähle auch der Dialog mit Anwohnerinnen und Anwohnern, den Gewerbetreibenden sowie mit dem Bürgerverein. -eck-