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Bei der Konkretisierung der Stoßrichtungen haben sich 16 Vorhaben herauskristallisiert. Einige stellen dauerhafte, stadtweite Aufgaben dar, andere beziehen sich auf konkrete Orte in der Stadt oder sind eigenständige Projekte. Sie beschreiben Qualitätskriterien sowie Strategien, die für absehbare oder zukünftige Projekte einen Orientierungsrahmen bieten.
Die 16 Vorhaben decken alle Themenbereiche ab, die für die Entwicklung der Stadt relevant sind. Die Schnittstellen der Vorhaben zu den Stoßrichtungen sind vielschichtig. Denn Vorhaben berühren mehrere Themenbereiche und Stoßrichtungen gleichzeitig. Sie stellen keinen abgeschlossenen Plan dar.
Als eines der wichtigsten Ergebnisse sind Karlsruhes "Klare Konturen" aus dem Arbeitsprozess hervorgegangen. Sie sollen den Übergang zwischen Stadt und Landschaft formen und sichern. Es geht darum, Ränder zu definieren und ihnen landschaftliche sowie städtebauliche Qualitäten zu verleihen. Dies gilt nicht nur für die äußere Kontur zur Landschaft, sondern auch für die inneren Übergänge zwischen Frei- und Stadträumen.
Aktuell sind die Grenzen der Stadt - nach außen wie nach innen - nicht immer klar ablesbar. Dies stellt die Frage in den Raum, wo Karlsruhe seine Grenzen setzen will. Die Kontur leistet einen Beitrag zum Wachstum der Stadt nach innen. Herausforderung ist, Forderungen der Freiraumgestaltung und des Naturschutzes sowie Bedürfnisse nach neuen, gut erschlossenen Siedlungsflächen an den Rändern in Einklang zu bringen.
Die Sichtbarkeit der eigentlichen Stadt in Bezug auf den Landschaftsraum wird deutlicher. Die Festlegung der Kontur und die Entwicklung eines Gestaltungskatalogs lenkt das Stadtwachstum nach innen und bildet landschaftliche sowie städtische Adressen nach innen und außen. Freiräume in Form bisheriger Restflächen entlang der inneren Stadtränder erhalten eigene Qualitäten.
Stadteingänge sind zentrale Elemente der Karlsruher Konturen, Willkommensgesten sowie Verknüpfungspunkte von Mobilitätsnetzen und verschiedener zentraler Nutzungen zugleich. Sie markieren Übergänge von der Landschaft in die Stadt. Ihre Gestaltung kann wichtige Entwicklungen in ihrem Umfeld anstoßen. Das Vorhaben soll klären, welche Rolle Stadteingängen zugeordnet und wie sie weiterentwickelt sowie gestaltet werden. Die Vorzüge der Stadteingänge werden in die Gestaltung einbezogen.
Bisher sind die Stadteingänge nicht klar definiert und liegen oft im Zwischenraum zwischen Innenstadt und äußeren Stadtteilen. Ihre Gestaltung unterstützt das Bestreben klare Konturen zu definieren und zu zeigen „Wo fängt die Stadt an?“. Andererseits kann die Aufwertung von Stadteingängen auch Impulse für wichtige städtische Entwicklungen, wie zum Beispiel am Hauptbahnhof oder in Grünwinkel setzen. Vor allem dort, wo sie mit Gewerbegebieten und verdichteten Wohngebieten zusammenfallen.
Zur Stärkung der Identität der Stadt und ihrer Stadtteile werden Stadteingänge räumlich definiert und entwickelt. Ziel der Entwicklung ist zum einen die Gestaltung städtebaulich prägnanter Orte, zum anderen der Erhalt und die Aufwertung landschaftsräumlicher Qualitäten. Die Entwicklung der Stadteingänge erfolgt aus dem ortsspezifischen Kontext heraus. Sie wird mit der Gestaltung städtebaulicher Akzente und landschaftlicher Qualitäten sowie der Ansiedlung spezieller Funktionen verbunden.
Die Leitkonzepte der Freiraumplanung, die im Grünsystem Karlsruhe und im Freiraumentwicklungsplan Karlsruhe 2015 dargestellt sind, sollen entsprechend den Ergebnissen aus der Leitbilddiskussion und den Anforderungen des Klimawandels weiter entwickelt und akzentuiert werden. Themenschwerpunkte werden der Grünverbund in der Stadt, die Flexibilität für künftige Freizeit- und Erholungsanforderungen, die Stadtgestaltung und die Stadtökologischen Anforderungen sein. Ein besonderer Fokus liegt auf den Quartiersfreiräumen, die weiterentwickelt werden sollen.
Der hohe Bedarf an neuen Siedlungsflächen und der daraus resultierende Druck auf die Bestandsquartiere, aber auch auf das landschaftliche Umfeld Karlsruhes, erfordern speziell zugeschnittene planerische Lösungen mit innovativen Komponenten. Dem Stadtgrün kommt eine zentrale Rolle zu. Die Grenzen zwischen den bebauten Teilen der Stadt und dem Außenraum sind klarer zu definieren. Die Vielfalt der Funktionen von Freiräumen und endliche Flächen erfordern Lösungen mit ganzheitlichem Handlungsansatz. Schließlich wird der Umgang mit Herausforderungen des Klimawandels die zentrale Aufgabe für alle an der Stadtentwicklung Beteiligten sein.
Das Karlsruher Grünsystem wird leistungsfähig weiter entwickelt. Gut vernetzte Freiräume nehmen langfristig vielfältige Funktionen im Stadtgefüge wahr und prägen damit die Lebensqualität der Stadt positiv: Erholung, biologische Vielfalt, klimatischer Ausgleich und Landnutzungen. Das Freiraumentwicklungskonzept 2030 (Entwurf Gartenbauamt 2016) zeigt den strukturellen Rahmen der künftigen Entwicklungen und Grundzüge für erforderliche Maßnahmen auf.
Der Hardtwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Karlsruhe. Als Identifikationsort und stadtnaher Naturraum soll er für Aufgaben der Erholung, Ökologie und nachhaltiger Nutzung weiterentwickelt werden. Die steigenden Anforderungen und Ansprüche an Erholungsräume, Aufenthaltsqualitäten und „mehr Licht“ im Hardtwald stellen dessen Pflege und Entwicklung vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig muss er dem Natur- und Artenschutz, der Erholung, dem Klima- und Trinkwasserschutz und der Holzproduktion dienen.
Wichtigstes Ziel ist die Walderhaltung und die Erhaltung der Vitalität vor dem Hintergrund des Klimawandels. Bei strategischen Überlegungen für die Bewirtschaftung wird geprüft, ob Vorrangbereiche für Erholung, Natur- und Artenschutz sowie Holzwirtschaft definiert werden. Die Weiterentwicklung von Lichtungen oder lichten Wäldern, die Steigerung der Aufenthaltsqualität, eine bessere Orientierung sowie verbesserte Querverbindungen für den Fuß- und Radverkehr sind weitere Ziele.
Das Bahnhofsumfeld ist ein bedeutender Stadteingang und damit prägend für die Wahrnehmung Karlsruhes. Gleichzeitig stellt der südliche Teil eine der wichtigsten Flächenreserven für die Stadt dar. Mit einer integrierten und umfassenden Gesamtplanung „Quartier Bahnhof“ soll das Bahnhofsumfeld zu einem zentrumsnahen, verdichteten Stadtquartier entwickelt werden. Ein neues „Quartier Bahnhof“ ist ein erster Baustein einer Entwicklung zwischen Bahn, Südtangente und Oberwald und in seiner Verlängerung eine neue urbane Achse in die nördliche Kernstadt bilden.
Die Gesamtplanung verankert eine städtebauliche Strategie für den Stadteingang als identitätsstiftenden Ort und etabliert ein innerstädtisches Entwicklungsgebiet mit hoher Dichte und Dynamik. Mit einem Rahmenplan für das Gesamtgebiet werden die verschiedenen Nutzungsaspekte und -wünsche erkundet und koordiniert. Die Vermarktung der stadteigenen Flächen sowie die Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern sind ebenso ein integraler Bestandteil der Gesamtplanung, wie auch die zukunftsweisende Weiterentwicklung der Infrastrukturen.
Die Innenstadt Karlsruhes als Identifikationsort und Publikumsmagnet für Gesamtstadt und Region steht vor grundlegenden Veränderungen. Um die Chancen der Kombilösung bestmöglich nutzen und die anstehenden neuen Aufgaben und Herausforderungen angehen zu können, soll ein integriertes und ämterübergreifendes Konzept zur Zukunft der Innenstadt erarbeitet werden. Die Bevölkerung soll dabei intensiv beteiligt werden.
Mit der Realisierung der Kombilösung werden sich die Hauptachsen der Innenstadt grundlegend wandeln. Teile der Kaiserstraße und der Ettlinger Straße werden frei von Bahnen, die Trennwirkung der Kriegsstraße kann zwischen Mendelssohnplatz und Karlstor vermindert werden. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass der Einzelhandel weiter zurück geht und neue Lösungen für Teile der Einkaufsstraßen gefunden werden müssen. Die Arbeiten der Planungswerkstatt haben ergeben, dass sich die Innenstadt perspektivisch ausweiten muss, um allen zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ebenso sind Anpassungen an den Klimawandel, neue Nutzungen sowie die stärkere Verzahnung zwischen dem Karlsruher Institut für Technologie und der Stadt zu berücksichtigen. Um unter diesen Rahmenbedingungen geeignete Entwicklungsmöglichkeiten zu erkunden, ist eine integrierte Vorgehensweise unumgänglich, die insbesondere auch die räumlichen Aspekte berücksichtigt.
Die Attraktivität der Innenstadt wird in ihrer Außen- und Innenwahrnehmung durch zukunftsfähige Einzelhandelsstrukturen, ausgewogene Nutzungsmischung, hohe Aufenthaltsqualität und ein gut gestaltetes Stadtbild gestärkt. Ebenso ist eine Aufwertung der „zweiten Reihen“ – die Räume abseits der Kaiserstraße – notwendig.
Durch eine innere Entwicklung und Sanierung des Bestands sollen die bestehenden Quartiere weiterentwickelt, neuer Wohnraum geschaffen sowie bestehende Qualitäten stabilisiert und aufgewertet werden. Die Ermittlung von Wohnbaupotenzialen, Gebäuden mit Sanierungsbedarf und Verdichtungsmöglichkeiten soll für planerische Impulse sorgen.
Es ist davon auszugehen, dass ein Teil des Karlsruher Einwohnerwachstums im Bestand aufgefangen wird. Diese Herausforderung ist gleichzeitig eine Chance, bestehende Quartiere Karlsruhes weiterzuentwickeln und nicht mehr zeitgemäße Siedlungsstrukturen (Wohnungsgrößen, Qualität der Bausubstanz und Energieeffizienz, städtebauliche Struktur) aufzuwerten oder auch zu ersetzen.
Bestehende Quartiere werden besonders in ihrem Wohnungsbestand gesichert und aufgewertet, um die lokale Identität zu festigen und das Stadtbild weiterzuentwickeln. Dabei werden neue Wohnflächen und alternative Wohnformen für alle Lebensphasen und -modelle behutsam in die vorhandenen Baustrukturen integriert. Um die Qualität des Wohnumfelds bestehender Nachbarschaften zu verbessern, werden die Stadtteilfunktionen der Nahversorgung und -mobilität gestärkt. Ebenso sind die bauliche Qualität, Anforderungen der Klimaanpassung, die Aufwertung bestehender Freiräume und die Integration einer ausreichenden Nutzungsvielfalt zu berücksichtigen. Hierfür müssen auch geeignete Prozesse entwickelt und getestet werden.
Die wachsende Bevölkerung Karlsruhes macht die Suche nach neuen Bauflächen notwendig. Diese müssen gut erschlossen sein und gleichzeitig neue Maßstäbe für innovative und lebenswerte Quartiere setzen. Mit Hilfe eines kontinuierlichen Flächenmanagements, Modellquartieren und dem Einbezug innovativer Lösungen für Klimaanpassung, Erschließung, Versorgung und Sozialverträglichkeit sollen attraktive Wohngebiete entstehen.
Der Bedarf an neuem Wohnraum wächst stetig. Die bestehenden Potenzialflächen im Flächennutzungsplan können dieses Wachstum nicht auffangen. Daher werden zusätzlich 85 Hektar Bauland innerhalb der Stadtgrenzen Karlsruhes benötigt. Dies entspricht ungefähr 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und über 4.000 Wohneinheiten. Während des Räumlichen Leitbildprozesses wurde festgelegt, dass potenzielle Bauflächen innerhalb der Stadtgrenzen gefunden werden müssen.
Neue Quartiere werden in einer ressourcenschonenden Siedlungsweise in die Umgebung integriert, um umliegende Quartiere und angrenzende Freiräume aufzuwerten. Die Festlegung auf eine hohe Qualität der Bauten hilft, eine Identifikation mit neuen Quartieren zu ermöglichen und die Akzeptanz der Planung in der Öffentlichkeit zu schaffen. Weitere Aspekte wie Klimaanpassung, Naturschutz, Verkehrsplanung und die wirtschaftliche Auslastung der Infrastruktur für die neuen Quartiere müssen dabei berücksichtigt werden.
Die Anpassung an den Klimawandel ist eine der größeren Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Der „Städtebauliche Rahmenplan Klimaanpassung“, der vom Gemeinderat beschlossen wurde, zeigt Maßnahmen gegen Überhitzung in den Quartieren, ein übergeordnetes Entlastungssystem und Potenziale für eine klimagerechte Bebauung und Freiflächenentwicklungen auf. Diese Maßnahmen sollen beispielhaft umgesetzt werden, um die Klimaanpassung in der Planungskultur der Stadt wie auch in der Lebensweise ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu verankern.
Nachhaltige Grundsätze zur Klimaanpassung müssen in die Planungspraxis übergehen. Ein Baustein für die Integration der Klimaanpassung ist die Qualifizierung des öffentlichen Freiraums. Ein Portfolio aus Handlungsoptionen, Modellprojekten und eine Beteiligungskultur stärkt die Akzeptanz sowie den politischen Rückhalt für notwendige Maßnahmen.
Die strikte Trennung der Funktionen hat die Stadtplanung lange bestimmt, mit mittlerweile bekannten Folgen: starke Belastung durch Verkehr, klimatische Herausforderungen und Versorgungsdefizite.
Um Karlsruhes Flächen besser zu nutzen und lebendige Quartiere zu erhalten, muss nach Möglichkeiten gesucht werden, wo und wie die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung künftig besser miteinander kombiniert werden können. Dabei soll erkundet werden, welche innovativen Lösungen für die Aufwertung von Quartieren bestehen, wo Mischungen sinnvoll sind und welche Nutzungen wo vermieden werden sollten.
Karlsruhe wird als Standort attraktiver Arbeits- und Lebenswelten profiliert. Zudem werden Potenziale für weiteres Wachstum bei begrenztem Flächenangebot ausgelotet. Außerdem werden innovative Möglichkeiten zur Mischung von Nutzungen und Funktionen erkundet und deren Realisierung vorangetrieben.
Die Gewerbegebiete in Karlsruhe müssen nach innen wachsen. Beispielhaft können Masterkonzepte Möglichkeiten darstellen, wie mit den vorhandenen Flächen attraktive Standorte für bestehende und neue Wirtschaftsbetriebe geschaffen werden können. Dabei sollen die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Nutzerinnen und Nutzer im Quartier sensibilisiert werden. Gleichzeitig sollen Modelle für eine verdichtete Bauweise von Produktionsbetrieben und der überbetrieblichen Kooperation erprobt werden.
Als wachsende Stadt und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort benötigt Karlsruhe auch weiterhin Potenziale für die Ansiedlung und Erweiterung von Produktions- und Dienstleistungsbetrieben. Da die Flächen für neue Gewerbegebiete rar sind, zielt die Stadt darauf ab, dem prognostizierten Wachstum mit einer Optimierung der Gewerbegebiete zu begegnen. In den bestehenden Gebieten sind noch Entwicklungsreserven vorhanden, die mit der Gewerbeflächenstudie der Stadt erstmals systematisch erfasst wurden.
Mit dem Praxishandbuch „Unternehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln“ steht zudem eine wichtige Grundlage für die Beratung von Unternehmen zur Verfügung. Die Planungswerkstatt hat Ansätze aufgezeigt, wie die bestehenden Potenziale genutzt werden können.
Nach einer Priorisierung der zu entwickelnden Gewerbegebiete werden Verdichtungs- und Umwandlungsstrategien erkundet. Sie verbessern die Vernetzung von Einrichtungen in den Quartieren und ermutigen Nutzerinnen und Nutzer sowie Eigentümerinnen und Eigentümer zur Kooperation. Dadurch werden attraktive Standorte für zukunftsweisende Unternehmen geschaffen. Außerdem werden die Herausforderungen der Integration von Verdichtungs- und Klimaanpassungszielen behandelt.
Als Wissenschaftsstadt und High-Tech-Standort profitiert Karlsruhe von einem dynamischen Wachstums- und Urbanisierungsprozess. Vor dem Hintergrund veränderter Anforderungen der postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft sind Standortkriterien und räumliche Entwicklungsszenarien für Technologieunternehmen neu zu prüfen. Wirtschafts- und Technologiecluster haben unbestrittene Vorteile, sowohl für die angesiedelten Unternehmen als auch für den Standort. Deswegen ist zu prüfen, welche neuen Cluster in Karlsruhe gebildet werden könnten und wo vorhandene Cluster angepasst werden müssen. Dabei geht es auch um die Frage, welche städtischen Funktionen solche Cluster für die Unternehmen und die umliegenden Nachbarschaften erfüllen können.
Es gilt zu begründen, ob und wo neue Cluster sinnvoll sind. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Weiterentwicklung bestehender Cluster und flankierende Maßnahmen fördern parallel den Austausch und ermöglichen städtebauliche sowie wirtschaftliche Impulse.
Güterbahnhof und Hafengebiete stellen bedeutende Elemente des Wirtschafts- und Logistikstandortes Karlsruhe dar. Die Raffinerien wie auch Teile der Betriebe am Rheinhafen nehmen unter dem Aspekt der Energieversorgung eine zentrale Rolle ein – sowohl lokal als auch weit über die Region hinaus. Dies könnte sich im postfossilen Zeitalter auch in der Umgebung dieser Perspektivfläche verändern. Das Vorhaben soll überprüfen, welche Entwicklungsmöglichkeiten als langfristige Perspektiven bestehen.
Karlsruhe erhält sich die Spielräume für eine langfristige Nutzung auf derzeit großen monostrukturierten Flächen. Dazu ist ein Austausch mit den Eigentümerinnen und Eigentürmern sowie dort tätigen Akteurinnen und Akteuren und der Einbezug überregionaler Strategien notwendig. Im Falle des Güterbahnhofs wird der Dialog durch eigene Überlegungen zur Verlagerung noch benötigter Funktionen sowie möglicher Nutzungen freiwerdender Areale unterstützt.
Die Mobilitätsstrategie des Verkehrsentwicklungsplans, den Umweltverbund zu stärken, beginnt in den Quartieren: Um ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten in den Köpfen der Karlsruherinnen und Karlsruher verankern zu können, werden neue Wege der Mobilität aufgezeigt. Die Quartiere in Karlsruhe sollen als Orte des Zusammenlebens strukturell gestärkt werden. Dabei spielt die Aufwertung des öffentlichen Raums als Aufenthaltsort eine zentrale Rolle. Durch die Entwicklung stadtverträglicher Mobilitätskonzepte in bestehenden und neuen Quartieren kann die beabsichtigte Steigerung der Aufenthalts- und Lebensqualität sowie die Förderung des Umweltverbunds vorangetrieben werden.
Das Vorhaben erkundet Maßnahmen für autoarme Quartiere und öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und setzt diese um. Um diese Aufenthaltsqualität zu erreichen, werden alternative Mobiltätsangebote für Fußgänger- und Radverkehr, öffentlichen Personennahverkehr sowie Car- und Bikesharing ausgebaut.
Attraktive und lebendige Nachbarschaftszentren sind Ankerpunkte des täglichen Lebens und Katalysatoren für die Stadtentwicklung. Um diese Funktion zu stärken, sollen Einrichtungen des täglichen Bedarfs und integrierte Mobilitätsangebote noch besser miteinander verbunden und zu Orten mit hoher Aufenthalts- und Versorgungsqualität entwickelt werden. Bedarfsabhängig soll die Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen und Orte sowie deren Vernetzung mit der Gesamtstadt als Grundprinzip der integrierten Mobilitäts- und Stadtentwicklung ins Räumliche Leitbild integriert werden.
Die Zentren der Nachbarschaften werden durch eine regelmäßige Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Personennahverkehr sowie eine hohe Funktionsdichte und -mischung in ihrer Bedeutung gefördert. Die Vernetzung von integrierter Verkehrsplanung, einer hohen Qualität des öffentlichen Raums und der architektonischen Gestaltung ist dafür eine notwendige Voraussetzung.
Die Bahnhöfe sind als Zugangspunkte zum Fern- und Regionalverkehr wichtige Elemente des Karlsruher Mobilitätskonzepts. Ihre Funktion als Umsteigeknoten zu den städtischen Verkehrsmitteln macht sie aber erst zu Keimzellen einer integrierten Stadt- und Mobiltätsentwicklung. Mit der Stärkung ihrer Rolle als Mobilitätsstationen können sie zu Impulsgebern für die Entwicklung des Mobilitätsverhaltens und ihres Umfelds werden.
Karlsruhe hat sich in seinem Verkehrsentwicklungsplan der Förderung des Umweltverbunds verschrieben. Die bereits bestehenden, hochwertigen Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs, des Car- und Bikesharings in der Stadt können durch eine noch bessere Vernetzung an den Bahnhöfen Karlsruhes ihr volles Potenzial als Mobilitätsstationen entfalten. Dazu bedarf es einer Weiterentwicklung von Bahnhöfen zu Orten der Begegnung, des Umstiegs und des Aufenthalts. Diese Weiterentwicklung kann und soll auch Impulse für die Siedlungsentwicklung in ihrem Umfeld geben.
Die Bahnhöfe Karlsruhes und ihr direktes Umfeld werden im Hinblick auf ihre Funktion im Gesamtverkehrskonzept überprüft und verbessert. Mit zusätzlichen Mobilitätsangeboten, innovativer Informationstechnologie und einer attraktiven Gestaltung wird deren Rolle als Treiber nachhaltiger Mobilität gestärkt. Auf diese Weise unterstützen sie auch die Entwicklung attraktiver Standorte für Wohnen und Arbeiten.