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Eine artenreiche Blühfläche ist ein wertvoller Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten. Mit der richtigen Anlage, etwas Geduld und einer abwechslungsreichen Pflege entsteht Schritt für Schritt ein blühendes Paradies für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
Der richtige Standort ist entscheidend. Wählen Sie zunächst eine etwa einen Quadratmeter große Fläche im Garten aus. Der Boden sollte möglichst nährstoffarm sein. Verzichten Sie deshalb auf Komposterde, Dünger und Mist – viele heimische Wildblumen gedeihen besonders gut auf mageren Böden.
So gehen Sie vor:
Nach wenigen Wochen zeigen sich die ersten Gräser und Wildstauden. Bis sich die Blühfläche in ihrer ganzen Pracht entfaltet, kann es allerdings mehrere Monate oder sogar bis zum nächsten Jahr dauern.
Auch unerwünschte Pflanzen wie Melde, Vogelknöterich oder Acker-Kratzdisteln können zunächst auftreten. Das ist kein Grund zur Sorge: Einzelne Pflanzen lassen sich einfach ausreißen und entfernen. Bei größeren Flächen kann ein Rückschnitt auf etwa fünf Zentimeter helfen. Das Schnittgut kann anschließend liegen bleiben.
Unser Tipp: Giben Sie Ihrer Blühfläche Zeit. Eine artenreiche, naturnahe Fläche entwickelt sich nach und nach.
Im ersten Jahr ist häufig noch keine regelmäßige Mahd erforderlich. Beobachte die Entwicklung der Pflanzen und greife nur bei Bedarf ein.
So unterstützen Sie die heimische Tierwelt bereits mit wenigen einfachen Maßnahmen.
Eine abwechslungsreiche Mahd fördert die Artenvielfalt. Werden unterschiedliche Bereiche zu verschiedenen Zeitpunkten gemäht, erhalten Wildblumen gute Wachstumsbedingungen und Insekten finden über einen langen Zeitraum Nahrung und Rückzugsorte.
Es lohnt sich, bereits Anfang oder Mitte Mai einen Teil der Blühfläche zu mähen. Der frühe Schnitt schwächt die Gräser und schafft bessere Bedingungen für die Wildstauden und Blütenpflanzen.
Keine Sorge: Viele Blütenpflanzen treiben wieder aus und können noch im selben Jahr blühen und Samen bilden.
In den Sommermonaten Ende Juni und Juli können die zuvor stehen gelassenen Bereiche gemäht werden. Auch trockene Blütenstände, die bereits Samen gebildet und ausgestreut haben, können gezielt entfernt werden.
Durch diese abschnittsweise Pflege bleibt die Blühfläche abwechslungsreich und bietet unterschiedlichen Pflanzenarten gute Entwicklungsmöglichkeiten.
Im September kann die Blühfläche nahezu vollständig gemäht werden. Wichtig ist, einige Pflanzen und Stängel stehen zu lassen. Sie dienen Insekten als Unterschlupf und Überwinterungsquartier.
Achten Sie darauf, nicht jedes Jahr alle Bereiche gleichzeitig und vollständig zurückzuschneiden.
Eine Blühfläche ist mehr als eine bunte Blumenwiese. Sie bietet Nahrung, Lebensraum und Überwinterungsmöglichkeiten für zahlreiche Tierarten.
Wenn Sie unterschiedliche Bereiche zu verschiedenen Zeitpunkten mähsen und einzelne Pflanzen über den Winter stehen lassen, profitieren sowohl die Pflanzenvielfalt als auch die Insektenwelt.
Das Pflegemotto lautet: Je vielfältiger die Pflege, desto mehr Arten bleiben erhalten!
Mit etwas Geduld und wenigen gezielten Pflegemaßnahmen wird Ihre Blühfläche zu einem lebendigen Lebensraum, der Jahr für Jahr neue Blüten und tierische Besucher hervorbringt.