Wie ist der Zustand des Stadtwalds in Karlsruhe? Mit dieser Frage haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit sowie des Naturschutzbeirats bei einer Waldbegehung befasst. Thema der Exkursion mit dem Forstamt war „Zukunftswald Rappenwört – Zukunft gestalten zwischen Wasserüberschuss und Wassermangel.“
Der dortige Wald liegt einerseits im Überschwemmungsgebiet des geplanten Polders, so dass die Vegetation phasenweise über Monate im Wasser stehen kann – andererseits sind die Bäume aber immer häufiger auch von klimawandelbedingten Trockenphasen betroffen. Forstamtsleiter Dr. Stefan Wilhelm prognostizierte: „Es wird deutliche Veränderungen geben.“ Bereits im Juli zeigten manche Bäume akute Stressreaktion auf Hitze und Wassermangel: braune Blattränder, vertrocknende Kronen und Abwurf noch grüner Blätter.
Vor allem Buchen seien betroffen, erläuterte Wilhelm. Wie sehr die Bäume in diesem Sommer tatsächlich gelitten haben, werde man erst im kommenden Frühling erkennen, erläuterte der stellvertretende Forstamtsleiter Bernd Struck. Dann werde man sehen, ob die Bäume wie gewohnt austreiben. „Die Erfahrungen zeigen, dass bis zu drei Jahre nach so einem trockenen Jahr noch die Folgen zu sehen sein können“, erklärte Struck.
Das städtische Forstamt versucht, die Wälder widerstandsfähiger für die Zukunft aufzustellen. So wurden im vergangenen Jahr rund 5.000 Bäume gepflanzt – vor allem Stieleiche, Elsbeere und Flatterahorn. Doch das alleine reicht nicht. „Mit dem Pflanzen allein ist es nicht getan“, betonte Revierförster Jonas Wehrle. „Die jungen Bäume müssen auch gepflegt werden.“
Das brauche Zeit, Personal und Geld. Vor allem die kleinen Eichen benötigen viel Licht zum Wachsen. Außerdem müssen sie vor Rehverbiss geschützt werden. Auf den Flächen der ehemaligen Wildgehege in Rappenwört haben sie gute Wachstumsbedingungen. -gia-