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Zoo zeigt ungewöhnliche Tierarten im "LebensRaum Vietnam"

Ergänzung des Exotenhauses / Durch private Spenden finanziert

Eröffnung des "LebensRaum Vietnam" im Exotenhaus des Karlsruher Zoos, mit exotischen Tierarten aus Vietnam Zoo-Tierarzt Dr. Lukas Reese, Zoo-Direktor Dr. Matthias Reinschmidt und der ehemalige Zoo-Bürgermeister Michael Obert (v.l.n.r.) bei der Eröffnung des "LebensRaums Vietnam". © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Im Exotenhaus des Karlsruher Zoos wurde am 20. Dezember der "LebensRaum Vietnam" eröffnet. In dem Raum im Untergeschoss finden sich Terrarien mit acht größtenteils bedrohten Tierarten – insgesamt knapp 40 Tiere. Dazu zählen beispielsweise die Chinesische Zacken-Erdschildkröte, der Vietnamesische Krokodilmolch, der Psychedelische Felsengecko sowie mehrere Moosfrosch- und Schreckenarten. Die Ausstellung macht dabei auf eine Kampagne der Europäischen Zoovereinigung EAZA aufmerksam, "VIETNAMAZING", die sich für den Erhalt der dortigen Artenvielfalt einsetzt.

Einsatz gegen Artensterben

Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt bedankte sich bei allen Beteiligten, sowie besonders beim ehemaligen Zoo-Bürgermeister Michael Obert für dessen private Spende in Höhe von 10.000 Euro. Damit wurde die Gestaltung der Terrarien finanziert. Vietnam biete einen Artenreichtum, der seinesgleichen suche, erklärte Reinschmidt, allerdings werde dessen Lebensraum durch Raubbau dezimiert. Viele Tierarten würden dadurch aussterben – dem wolle man etwas entgegensetzen. Dazu betreibt der Zoo auch eine Artenschutzstiftung, die den Schutz bedrohter Tierarten in Südostasien mit 55.000 Euro unterstützt.
 

Eröffnung des "LebensRaum Vietnam" im Exotenhaus des Karlsruher Zoos, mit exotischen Tierarten aus Vietnam

Konzentration beim Beobachten

Die Tiere in den Terrarien stammen laut Zoo aus Nachzuchten, sie sollen zum Erhalt einer sogenannten Reservepopulation beitragen. Teilweise "tarnen" sich die Tiere perfekt, so ist etwa der Vietnamesische Moosfrosch auf den ersten Blick nicht von Moos zu unterscheiden. Die Chinesische Zacken-Erdschildkröte sieht zunächst aus wie Laub. Man müsse sich etwas konzentrieren, um die teils versteckt lebenden Tiere zu entdecken, erklärte Zoo-Tierarzt Dr. Lukas Reese, der gleichzeitig als Kurator des Exotenhauses die Gestaltung der Terrarien mit ihrer "Miniatur-Landschaft" aus Steinen, Holz, Moos und Wasser betreut hat. Wer die Tiere erspähe, werde aber mit besonderen Eindrücken belohnt.

Spende soll Beispiel geben

Michael Obert hatte bereits zuvor mit privaten Spenden zusätzliche Projekte im Zoo unterstützt. Es gehe darum, mit dem Geld etwas zu ermöglichen, das sonst nicht stattfände, so der 71-jährige. Karlsruhe sei leider "keine Spenderstadt", so sein Eindruck. Obert verwies etwa auf ein Projekt in Heidelberg im Jahr 2012. "Dort fehlten bei der Sanierung des Theaters am Ende 20 Millionen Euro." Ein Bürgerkomittee habe das Geld innerhalb von drei Wochen zusammengehabt. Mit dem Beispiel seiner Spende über die Zoofreunde Karlsruhe wolle er andere ermutigen, es ihm gleichzutun.

Zoodirektor Matthias Reinschmidt sprach derweil eine Einladung an Familien aus, um den "LebensRaum Vietnam" zu erkunden. Es sei "der ideale Ort", um in Ruhe die Tiere entdecken zu können.

Dieser Artikel erscheint in der StadtZeitung Nr. 51 am 23. Dezember 2024.
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