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Stadt als Vorbild europaweit positioniert

Positives Fazit aus der Jahreskonferenz des POLIS-Städtenetzwerks

POLIS Jahreskonferenz in der Messe Karlsruhe POLIS Jahreskonferenz in der Messe Karlsruhe © Fotobehrendt

Gerade neu dazu gekommen und schon einen Rekord verbucht. Diese stolze Bilanz kann Karlsruhe aus der Jahrestagung des europäischen Städtenetzwerks POLIS ziehen, die vom 27. bis 29. November in der Karlsruher Messe stattfand. Über 1 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in die Fächerstadt gekommen, um sich über aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der nachhaltigen Mobilität zu informieren – und bei verschiedenen Exkursionen auch von den Gastgebern zu lernen. Gemeinsamt mit der Region Mittlerer Oberrhein und dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) war die Stadt Anfang des Jahres als "Region Karlsruhe" dem Netzwerk beigetreten.

Gegenseitiges Lernen im Vordergrund

"Karlsruhe ist in der Tat ein Vorreiter", lobte beispielsweise POLIS-Generalsekretärin Karen Vancluysen bei der Konferenzeröffnung. Landesverkehrsminister Winfried Hermann, der sich bei seinem Messerundgang auch über das Karlsruher Verkehrsleitsystem und KVV-RegioMove informierte, hob vor allem das in Karlsruhe entwickelte und weltweit bekannte Tram-Train-System hervor. Für Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bietet das POLIS-Netzwerk große Chancen: "Hier können wir von Städten wie Amsterdam, Barcelona oder Utrecht einiges lernen, wollen aber auch unser Know-How und Best-Practices mit einbringen. Von diesem europäischen interkommunalen Austausch profitieren alle Seiten", sagte das Stadtoberhaupt in seiner Eröffnungsrede. Breiten Raum nahm bei der Konferenz das Schlagwort "Fix that Mix" ein, die Forderung nach Umsetzung eines multimodalen Verkehrsmittel-Mixes mit einem starken öffentlichen Nahverkehr als Rückgrat.

Beim Rundgang auf der POLIS-Jahrestagung: OB Dr. Frank Mentrup, Messe-Geschäftsführerin Britta Wirtz, Landesverkehrtsminister Winfried Hermann, KVV-Geschäftsführer Prof. Dr. Alexander Pischon und Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts.

Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts und Mitorganisatorin, blickt im Interview auf die Jahreskonferenz zurück.
 

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz der POLIS-Jahreskonferenz aus?

Karmann-Woessner: Die POLIS Jahreskonferenz in Karlsruhe war ein herausragendes Ereignis, das alle Erwartungen übertroffen hat. Mit mehr als 1000 Teilnehmern erreichten wir die größte Teilnehmerzahl, die POLIS  je verzeichnen konnte. Diese beeindruckende Resonanz zeigt nicht nur das große Interesse an den vielfältigen Themen der S Mobilität, sondern auch die Relevanz der Konferenz in der Fachwelt.
Besonders begeistert hat mich die Vielfalt der angebotenen Workshops und die Breite der vorgetragenen Themen. Die Möglichkeit, sich in verschiedenen Formaten auszutauschen und von Experten zu lernen, hat die Konferenz zu einer unbeschreiblichen fachlichen Bereicherung gemacht. Die Side Visits boten zudem einen praktischen Einblick in innovative Projekte und Konzepte, die in Karlsruhe umgesetzt werden.

Darüber hinaus hat die Konferenz ein großartiges Branding für Karlsruhe als Stadt der Mobilität geschaffen. Die Stadt hat sich als Vorbild in der nachhaltigen Mobilitätsgestaltung erneut positioniert. Die Veranstaltung hat nicht nur die Expertise der Stadt unter Beweis gestellt, sondern auch deren Engagement für zukunftsorientierte Lösungen.
Insgesamt war die POLIS Jahreskonferenz ein voller Erfolg, der sowohl die Fachwelt bereichert als auch Karlsruhe als innovativen Standort für Mobilität weiter gestärkt hat.
 

Die Region Karlsruhe ist seit Anfang des Jahres Mitglied. Wie groß waren die Herausforderungen, als „Neuling“ ein Jahrestreffen zu organisieren?

Karmann-Woessner: POLIS als Institution und die wichtigen Persönlichkeiten dort kennen wir bereits seit 2016, da sie in der Themenpartnerschaft "Urbane Mobilität" bereits unsere Partner im EU-Projekt bis 2020 waren. Während dieser Zeit hatten wir an den POLIS Konferenzen teilgenommen und zur unmittelbaren Vorbereitung waren wir auch gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Landeds Baden-Württemberg im vergangenen Jahr in Leuven (Belgien).
Eine Konferenz dieser Größe zu organisieren ist nur gemeinsam mit der Messe möglich. Darüber hinaus die "Side Visits" für die gesamte Konferenz zusammenzustellen und die "Political Group" willkommen zu heißen, erfordert Freude daran, Gastgeber zu sein und sich in die Rolle der Teilnehmenden zu versetzen. Dass wir dies können, haben wir bei vielen anderen Veranstaltungen zuvor bewiesen.
 

In welchen Bereichen können andere Städte von Karlsruhe lernen?

Karmann-Woessner: Das "Karlsruher Modell" als bahnbrechende Nahverkehrslösung stieß auf großes Interesse, ebenso wie die Kombilösung, die wir bei gut besuchten "Side ­Visits" vor Ort gezeigt haben. Aber auch digitale Innovationen, wie RegioMove, das Karlsruhe Mobility Lab der TechnologieRegion oder das städtische Verkehrsleitsystem wurden viel beachtet.
 

Gibt schon Überlegungen für weitere Zusammenarbeit, die sich aus der Jahrestagung entwickelt haben?

Karmann-Woessner: Aus unserer POLIS-Mitgliedschaft der drei Partner Region Mittlerer Oberrhein, KVV und Stadt Karlsuhe ergeben sich sehr verschiedene Interessen an den Themen der Mobilität, die alle von den Arbeitsgruppen in POLIS abgedeckt werden. Diese wollen wir nutzen und uns einbringen. Ich freue mich bereits auf die nächsten Schritte, die Fortsetzung des Dialogs.

 

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei der Eröffnung der POLIS-Jahreskonferenz
Stand des Karlsruhe Mobility Lab auf der POLIS Jahreskonferenz

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 49 am 29. November 2024.

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