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Neuer Lebensraum für gefährdete Amphibien

Artenschutz in Karlsruhe: Grötzinger Projekt für Gelbbauchunke

Amphibientümpel im Stadtwald. Amphibientümpel im Stadtwald. © Stadt Karlsruhe, Forstamt

Das städtische Forstamt und der Naturschutzbund (NABU - Gruppe Karlsruhe) legen im Karlsruher Stadtteil Grötzingen 20 Biotope für gefährdete Amphibien an. Deren Bestand war durch die längeren Trockenzeiten zuletzt stark zurückgegangen. Das Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt“ der Energie Baden-Württemberg (EnBW) unterstützt das Projekt.

Pfützen, Tümpel, kleine Gräben – die Ansprüche der Gelbbauchunke an ihre Laichgewässer sind bescheiden. In der Vergangenheit fand sie diese zahlreich in den Wäldern in und um Karlsruhe. Die Biotope waren nach einer Überschwemmung meist ausreichend lange mit Wasser gefüllt, damit die Kaulquappen der Gelbbauchunke ungestört heranwachsen konnten. Bedingt durch längere Trockenphasen und dem damit verbundenen Rückgang feuchter Waldflächen gibt es in unserer Region nun immer weniger geeignete Miniteiche, um abzulaichen. Das hat weitreichenden Folgen: Die Bestände der Gelbbauchunke sind in den vergangenen Jahren so stark zurückgegangen, dass sie zuletzt als besonders schützenswert eingestuft worden ist.

In Karlsruhe haben sich der NABU und das städtische Forstamt mit einem gemeinsamen Projekt dem Schutz der gefährdeten Amphibien verschrieben. Auf einer Waldfläche von 20 Hektar entstehen im Stadtteil Grötzingen derzeit 20 neue Biotope, die den Gelbbauchunken künftig als Laichgewässer und Rückzugsraum in Trockenperioden dienen sollen. Die dafür notwendigen Maßnahmen werden mit Mitteln aus dem EnBW-Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt“ unterstützt. Vertreterinnen und Vertreter des NABU, des Forstamtes Karlsruhe, der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und der EnBW haben sich vor Ort ein Bild von den Arbeiten gemacht.

Intakter Lebensraum für Gelbbauchunke

"Unsere Flora und Fauna ist Heimat zahlreicher Tierarten, die für ein gesundes Ökosystem unabdingbar sind. Als Stadt wollen wir für intakte Lebensräume sorgen und so die Vielfalt unserer Natur dauerhaft erhalten. Durch die zusätzlichen Laichgewässer in Grötzingen findet die Gelbbauchunke dort künftig bessere Bedingungen vor. Wir hoffen, die Population so langfristig erhalten und bestenfalls vergrößern zu können", betont Jonas Wehrle, zuständiger Revierförster in Grötzingen und dankt der EnBW für die Unterstützung.

„Im Vorfeld wurden an anderer Stelle bereits probeweise kleinere Tümpel angelegt oder saniert, die von den Amphibien sehr gut angenommen wurden“, erklärt Artur Bossert, Vorsitzender des NABU Gruppe Karlsruhe. „Hier in Grötzingen haben wir bevorzugt Standorte ausgesucht, die sich an den bekannten Fortpflanzungsstätten der Tiere befinden. Dadurch erhoffen wir uns eine noch bessere Wirksamkeit.“ Artur Bossert ergänzt: „Die Schutzmaßnahmen sind dringend notwendig, denn der Rückgang von Amphibien und Reptilien ist dramatisch. Trotz umfangreicher Bemühungen stehen bei uns 18 von den in Baden-Württemberg vorkommenden 31 Amphibien- und Reptilienarten auf der Roten Liste. Das sind 58 Prozent unserer heimischen Arten.“

152 Projekte sollen mithilfe der Förderung der EnBW bis Ende 2023 bereits realisiert sein

Bereits seit dem Jahr 2011 unterstützt die EnBW mit ihrem Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt“ Amphibien- und Reptilienschutzprojekte. Die EnBW hat das Programm gemeinsam mit der LUBW ins Leben gerufen. Es ist bundesweit das einzige Förderprogramm im Rahmen der Landesinitiative „Aktiv für die Biologische Vielfalt“, das ein Unternehmen initiiert hat.

In den vergangenen zwölf Jahren haben Fachleute in Baden-Württemberg bereits 140 Amphibien- und Reptilienschutzprojekte erfolgreich umgesetzt. Dieses Jahr kommen zwölf weitere Projekte hinzu, sodass bis Ende 2023 insgesamt 152 Maßnahmen eine Förderung erhalten.

„Das Förderprogramm der EnBW zeigt eindrücklich, wie verschiedene Partner durch das gemeinsame Engagement attraktive Lebensräume schaffen, die einen nachhaltigen Beitrag zum Artenschutz liefern“, so EnBW-Kommunalberater Markus Wexel. Ricardo Plagemann, Projektleiter der EnBW, ergänzt: „Der große Erfolg der bereits durchgeführten Maßnahmen und Projekte spornt uns an, auch im Jahr 2024 mit unserem Förderprogramm weiterzumachen. Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität sind ein fester Bestandteil unseres Nachhaltigkeitskonzeptes.“
 

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