Allen Grund zu feiern hatte der Karlsruher Höhenstadtteil Wettersbach gleich zu Jahresbeginn 2025. Vor 50 Jahren wurde die Eingemeindung von Grünwettersbach und Palmbach offiziell vollzogen. Die Gemeinde Wettersbach gab seinerzeit ihre Selbstständigkeit auf und wurde Teil der Stadt Karlsruhe. Zahlreich hatte sich die kommunalpolitische Prominenz in der ASC-Arena zum Festakt eingefunden. Zuvor gab es eine ökumenische Andacht.
Lebensqualität und Natur
"Heimat ist dort, wo Identität entsteht, wo man seine Wurzeln hat. Karlsruhe ist nicht nur der Marktplatz, sondern auch liebenswerte Stadtteile wie Grünwettersbach und Palmbach", sagte die Wettersbacher Ortsvorsteherin Kerstin Tron, die zudem den vielen Helfern für die Vorbereitung des Festakts dankte. Lebendige Stadtteile mit einer engagierten Bürgerschaft sowie reichlich Lebensqualität und Natur – so charakterisierte sie Wettersbach. Beide Seiten seien durch die Eingemeindung gestärkt worden, die Höhenstadtteile ebenso wie Karlsruhe.
Gedenken an Rainer Frank
Voll des Lobes für das zukunftsweisende Projekt von 1975 war Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz. "Eine goldene Hochzeit hat immer auch etwas Erhabenes. Man ist den Weg gemeinsam gegangen, es hat gehalten, es stimmt in der Partnerschaft." Wenngleich es zu Beginn nicht unbedingt eine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe gewesen sei. Luczak-Schwarz erinnerte auch an den 2021 verstorbenen Ortsvorsteher Rainer Frank, der 26 Jahre lang die Geschicke des Stadtteils lenkte. Die Erste Bürgermeisterin nannte etliches, was in den vergangenen Jahren entstand. Den Waldenserweg beispielsweise, der an die Verfolgung der protestantischen Waldenser in den Westalpen, im Piemont an der Grenze zu Savoyen Ende des 17. Jahrhunderts erinnert. Oder den Skulpturenweg, der Palmbach und Grünwettersbach mit Natur, Sport, und Kunst verbindet. Die Stadtteile stünden für ehrenamtliches Engagement, reges Vereinsleben und einen aktiven Ortschaftsrat – und dies in einer reizvollen Naturlandschaft.
"Win-Win-Situation" für beide Seiten
Von einer "Win-Win-Situation" für Karlsruhe und Wettersbach sprach Stadtrat Tilman Pfannkuch, der 29 Jahre dem Ortschaftsrat von Wettersbach angehörte. Die Fächerstadt lebe von der Wechselwirkung von dörflichem Gepräge und Urbanität. Es habe bittere Momente, wie die Schließung des Hallenbads gegeben, ebenso Positives, wie die Entstehung des TT-Zentrums mit dem Bundesligisten ASC Grünwettersbach. Als Vision wünschte er sich einen Rahmenplan Höhenstadtteile 2.0. Für das musikalische Programm sorgte das „Quintett ohne Namen“ mit schwungvollen Pop-Songs. Zudem wurde die Ausstellung zweier Künstler aus Wettersbach – Albert Schneller und Heinz Barth, beides einst Absolventen der Karlsruher Kunstakademie – eröffnet. Die Einführung kam von Sylvia Bieber.