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Acht Jahre voller Begegnungen

Planungs- und Baudezernent Daniel Fluhrer von der Stadtverwaltung verabschiedet

Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach überreicht Bürgermeister Daniel Fluhrer zum Abschied einen Blumenstrauß Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach überreicht Bürgermeister Daniel Fluhrer zum Abschied einen Blumenstrauß © Stadt Karlsruhe, Boris Burghardt

Was bleibt nach acht Jahren Amtszeit? Diese Frage stellte sich Bürgermeister Daniel Fluhrer, der die Stadtverwaltung zum 30. September verlässt. Während Ruhm und Ehre schnell vergingen, bleibe dagegen die Erinnerung an wertvolle Begegnungen lebendig. Auf den Punkt gebracht habe dies der Religionsphilosoph Martin Buber mit dem Satz "Alles wirkliche Leben ist Begegnung", sagte Fluhrer bei seiner Verabschiedung im Bürgersaal. Dort gab es Gelegenheit, auf viele Kontakte zurückzublicken, denn zahlreiche Weggefährtinnen und Weggefährten des scheidenden Baudezernenten folgten der Einladung.

Amt mit vielen Facetten

"Viele spannende Begegnungen in der Stadtgesellschaft zeigen, wie viele Facetten das Amt hat", so Fluhrer. Ob Bundespräsident oder Weltklasse-Architekten wie Ole Scheeren, ob Hausmeister oder Bürgermeister-Fahrbereitschaft – es habe viele gute Gespräche gegeben. So berichtete Fluhrer von Diskussionen mit Mitgliedern der Bürgervereine, bei denen "Planungen mit dem Stift in der Hand über den Haufen geworfen wurden", ebenso wie von geselligen "Nachsitzungen" im Anschluss an gemeinderätliche Gremien oder dem Gastauftritt eines Bundeswehr-Generals bei einer Führungskräfte-Klausur.

Für all diese Begegnungen und viele weitere zeigte er sich zutiefst dankbar und bedankte sich für die große Wertschätzung, welche ihm die zahlreichen Gäste durch ihren Besuch erwiesen. Weil der scheidende Bürgermeister – aus zeitlichen Gründen wie auch im Interesse seiner Gesundheit – nicht mit allen einen Abschiedskaffee trinken könne, hatte sein Team um Referentin Cornelia Orthmann die guten Wünsche der Weggefährten in Schriftform gesammelt und ihm einen gut gefüllten Karton zum Abschied überreicht.

Bürgermeister Daniel Fluhrer bei seiner Verabschiedung im Bürgersaal mit Gästen im Hintergrund

"Sehr langer Atem" erforderlich

Auf die großen Projekte während der Amtszeit des Baudezernenten ging Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach ein. Allen voran nannte sie die Entwicklung des Areals am Ettlinger Tor mit dem Werkstattverfahren SEKET, der Theatersanierung, dem Landratsamt, dem Markgräflichen Palais und ganz aktuell dem ehemaligen Postgiroamt. Hinzu komme die Neugestaltung ehemaliger Gewerbeflächen, wie dem ROTAG- und BMD-Areal. Ein Dezernat, das inhaltlich "alles, was die Stadt räumlich ausmacht", umfasse, erfordere bisweilen "einen sehr langen Atem", betonte Lisbach, zumal "nicht jede Entscheidung unumstritten bleibt". Daniel Fluhrer sei diese Aufgabe lösungsorientiert angegangen und habe Kooperation sowie Kommunikation auf Augenhöhe gesucht.

Bei seinem Amtsantritt vor acht Jahren sei die Welt noch eine andere gewesen, sagte die Erste Bürgermeisterin, "seither gab es viele massive Einschnitte", etwa durch Corona oder die Energiekrise. Auch der Klimawandel und demografische Veränderungen "stellen die Stadtplanung vor neue Herausforderungen". Die von Fluhrer mit entwickelte Suffizienzstrategie, die Neustrukturierung der Planungsprozesse und die Umsetzung des Bauturbos bezeichnete Lisbach als "sehr schöne Beispiele dafür, dass strategische Entscheidungen wichtig waren und Du Deine Ziele im Blick hattest".

Mit lockerer Art und fachlicher Expertise

Auch Tobias Simon, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtpersonalrats, bescheinigte dem parteilosen Architekten, dass er als Baudezernent trotz wachsender finanzieller Herausforderungen "einiges erreichen und Karlsruhe gestalten" konnte. Insbesondere die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum habe Fluhrer als Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswohnung im Blick gehabt, sowie darüber hinaus die Transformation des Verkehrs hin zur nachhaltigen Mobilität. Persönlich blieb ihm der scheidende Bürgermeister durch seine lockere Art, fachliche Expertise und die Vernetzung der Dienststellen im Gedächtnis. "Gute Ergebnisse entstehen nicht im Alleingang", sagte Simon.

OB Mentrup dankt per Videobotschaft

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup konnte aufgrund eines Termins mit den kommunalen Spitzenverbänden bei der neuen Landesregierung nicht persönlich an der Verabschiedung teilnehmen. In einer Videobotschaft bedankte er sich bei Fluhrer für die "sehr konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit", zu der beide gefunden hätten, nachdem "nicht immer alles störungsfrei zwischen uns war", wie der OB einräumte. "Mit hoher Loyalität und gleichzeitig großer Kritikbereitschaft“ habe Daniel Fluhrer Projekte vorangetrieben und dabei stets auch "ein Stück Menschlichkeit" eingebracht. Für sein Engagement und für viele "sehr kluge Seitenperspektiven", dankte Mentrup ihm ausdrücklich. -eck-

Rock'n'Roll zum Abschied: Daniel Fluhrer mit Musiker Dany "LABANA" Martínez

Dieser Beitrag gehört zur StadtZeitung, die auch in gedruckter Form erscheint. Alle Ausgaben des ePapers sind digital verfügbar.

 

Mehr zu städtischen Themen und den Aktivitäten der Stadtverwaltung Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/stadtzeitung

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