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Der Artenschutz gehört zu den zentralen Aufgaben des Natur- und Umweltschutzes in Karlsruhe. Ziel ist, die Artenvielfalt zu erhalten, das heißt wild lebende Pflanzen- und Tierarten in ihrer natürlichen Vielfalt zu schützen und zu bewahren. Das übergeordnete Ziel ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt, auch Biodiversität genannt.
Wesentliches Ziel des Artenschutzes ist der Schutz und die Entwicklung von lebensfähigen Populationen ausgewählter, als schutzwürdig erkannter Arten. Der Schutz von einzelnen Individuen ist diesem Ziel untergeordnet. Im Folgenden werden Tierarten vorgestellt, die im Karlsuher Artenschutz eine wichtige Rolle spielen.
Der Heldbock (Cerambyx cerdo) gehört zu den Bockkäfern. Viele Vertreter dieser Gruppe haben lange Antennen, die bogenförmig nach hinten ausgerichtet sind und dabei den Hinterleib weit überragen können. Der Heldbock ist mit ca. 30 – 55 mm Länge einer der größten einheimischen Käferarten; er ist dämmerungs- und nachtaktiv.
Seinen Verbreitungsschwerpunkt hat der wärmeliebende Heldbock in der eichenreichen Stadt Karlsruhe sowie in dem Hardtwald nördlich von Karlsruhe. Das liegt zum einen an der Wärmegunst des Rheingrabens und zum anderen an der großen Zahl alter und gut gepflegter Eichen in der Stadt und den umliegenden Wäldern.
Der Heldbock besiedelt geschwächte und kränkelnde Eichen in Parks, Alleen, Wäldern und der offenen Landschaft. Die Besiedlung durch den Heldbock bringt den Baum nicht zum Absterben. Die Larven leben fünf Jahre in den Eichen, bevor sie sich zum fertigen Käfer entwickeln. Die Flugzeit liegt in Karlsruhe je nach Witterung zwischen Ende April und Ende Juni.
Der Heldbock ist nach der Flora-Fauna-Habitat (FFH) – Richtlinie Anhang II und IV geschützt. Weiterhin ist er im Artenschutzprogramm (ASP) Baden-Württemberg aufgenommen. Dennoch ist er nur eine der charakteristischen Tierarten des Lebensraumes „Alteiche“. In Karlsruhe sind zum Beispiel in vollständig abgestorbenen, nicht mehr vom Heldbock bewohnten Eichen die sogenannten Folgearten zu finden, so etwa der Eckschildige Glanzprachtkäfer (Eurythyrea quercus).
Das Projekt Eichensicherung in Karlsruhe hat zum Ziel, Alteichen im Stadtgebiet möglichst lange zu erhalten. Zur langfristigen Sicherung der einzelnen Bäume ist ein gezielter Rückschnitt erforderlich. In einigen ausgewählten Fällen sind Stahlstützen anzubringen. Da Karlsruhe in Fachkreisen als „Heldbockhauptstadt“ bezeichnet wird, werden auch vom Land Baden-Württemberg beträchtliche finanzielle Mittel zur Sicherung der Eichen bereitgestellt. Aber nicht nur die städtische Verwaltung, auch Privatpersonen oder Eigentümergemeinschaften, auf deren Grundstück eine Heldbockeiche steht, können zur Sicherung des Baumes einen Zuschuss erhalten. Auskünfte erteilt der Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe.
Die jährliche Wanderung der Amphibien findet je nach Witterungsverlauf von Januar bis März/April statt. Bei milden Temperaturen und feuchtem Wetter sind die Tiere am aktivsten.
Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern müssen viele Tiere Straßen überqueren und sind auf Schutzmaßnahmen und Hilfe angewiesen.
Verantwortungsvolle Autofahrerinnen und Autofahrer meiden die Wanderstrecken während der Wechselzeit. Wo immer Wanderungen stattfinden, werden zumeist Warnschilder aufgestellt und Fangzäune aufgebaut, die die teils streng geschützten Wanderer von der Straße abhalten.
Geraten Sie in einen Amphibienwechsel, sollten Sie langsam und vorsichtig weiterfahren und die Polizei unter 110 verständigen.
Sie möchten bei der Amphibienwanderung helfen?
Bei Interesse melden Sie sich gerne beim Umwelt- und Arbeitsschutz.
umwelt-arbeitsschutz(at)karlsruhe.de.
Eine Karte und Liste der Wanderstrecken finden Sie im nachfolgenden Abschnitt.
Nr. 1: Alte Bahnlinie (Heidesee), Neureut
Nr. 2: Rosenhof Neureut
Nr. 3: Schlossgarten/Ahaweg Hardtwald
Nr. 4: Verbindungsstraße zwischen Weiherfeld und Bulach (Weiherwald)
Nr. 5: Mastweideweg Durlach (am Rückhaltebecken)
Nr. 6: Elfmorgenbruchstraße
Nr. 7: B3 zwischen Grötzingen und Weingarten
Nr. 8: Turmberg/Jean-Ritzert-Straße
Nr. 9: Turmberg/Reichardtstraße
Nr 10: Rittnertstraße Durlach
Nr. 11: Außerorts gelegener Teil der Kleinsteinbacher Straße, Stupferich
Nr. 12: B3 am Rückhaltebecken Durlach
Nr. 13: B3 zwischen Durlach-Aue und Oberwald/A5
Nr. 14: Dürrenwettersbacher Straße, Hohenwettersbach
Nr. 15 Batzenhofweg, Hohenwettersbach
Nr. 16: L623 zwischen Wolfartsweier und Grünwettersbach
Nr. 17: B3 zwischen Wolfartsweier und Ettlingen
In Baden-Württemberg sind 23 der 25 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten heimisch. Heimische Fledermäuse sind Säugetiere, die fliegen können, in der Dunkelheit mit ihren Ohren „sehen“, kopfüber den Tag und den Winter verschlafen und ausschließlich Insekten fressen. Fledermäuse benötigen aufgrund ihrer unauffälligen und außergewöhnlichen Lebensweise besondere Hilfe und Schutz. Im Stadtgebiet Karlsruhe kommt recht häufig die Spalten bewohnende Zwergfledermaus vor.
Alle heimischen Fledermäuse stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Grund hierfür ist die zunehmende Vernichtung und Zersiedelung natürlicher Lebensräume, die absichtliche oder unabsichtliche Zerstörung traditioneller Quartiere, die Zunahme von Lichtverschmutzung und die Reduktion von Nahrungsquellen. Alle in Baden-Württemberg vorkommenden Fledermausarten sind zudem gemäß Bundesnaturschutzgesetz und europäischer Flora-Fauna-Habitat Richtlinie streng geschützt, eine Störung oder gar Tötung ist strafbar.
Wie mit Tierfunden umgegangen werden sollte, finden Sie bei Tiere in Not.
An Ihrem Haus nisten Mehlschwalben oder Sie wünschen sich, dass die Glücksbringer der Lüfte sich bei Ihnen heimisch fühlen?
Gerne informiert Sie die Stadt Karlsruhe über die Mehlschwalben im Stadtgebiet und deren Schutzstatus.
Das Karlsruher Schwalbenprojekt 1,84 MB (PDF) unterstützt Sie bei der Anbringung von Nisthilfen und/oder Kotbrettern für die fliegenden Glücksbringer.
Sie möchten gerne Schwalbenbetreuer*in werden?
Dann wenden Sie sich bitte an den Umwelt- und Arbeitsschutz, Fachbereich Ökologie, per Mail oder telefonisch unter 0721 133-3101, denn Anfang März 2024 ist hierzu eine Schwalbenrunde geplant.
Aktuelles finden Sie auf der Seite Naturschutz.
Die Mehlschwalbe ist eine Vogelart, die als Kulturfolger in Städten und Dörfern lebt. „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“ – so wurden Schwalben hierzulande einst als Glücksbringer und Beschützer des Hauses verehrt. Doch Schwalben bringen nicht nur Glück. Sie schützen vor Mücken- und Blattlausplagen. Ihre Anwesenheit zeigt auf, dass sich die umgebende Natur noch in einem relativ guten Zustand befindet, Nahrung und Nistmaterial vorhanden sind und grundlegende ökologische Prozesse funktionieren.
In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass die Anzahl der Mehlschwalben in geradezu dramatischer Weise zurückgeht. Zu den Gründen zählen die Nahrungsknappheit durch Insektenschwund und der zunehmende Verlust an Nistmöglichkeiten. Zudem kommt es leider vor, dass Schwalbennester entfernt werden – entweder aufgrund von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten oder weil sich Hausbesitzende am Kot stören.
Schwalben stehen unter Artenschutz. Das Entfernen von (leeren) Nestern ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten (auch wenn die Schwalben nicht anwesend sind)! Ohne behördliche Genehmigung stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar. Kommen Tiere zu Schaden, liegt sogar eine Straftat vor. Kotansammlungen am Boden und an Hauswänden kann durch das Anbringen von Kotbrettern unter den Nestern wirksam vorgebeugt werden.
Die lauten Rufe von Krähen wecken insbesondere im Frühjahr in den Morgenstunden etliche Bewohner vor allem in der Nordweststadt und begleiten die Anwohner durch den Tag. Bei den in großer Menge auftretenden Krähen handelt es sich aber nicht um die Rabenkrähe (auch Aaskrähe genannt), sondern um die wesentlich seltenere Saatkrähe. Diese unterscheidet sich insbesondere durch den weißlichen, leicht gekrümmten Schnabel von der Rabenkrähe. Die Saatkrähen bauen derzeit ihre Nester in den hohen Bäumen zwischen Stresemann- und Kurt-Schumacher-Straße.
Die Saatkrähe ist ein ausgesprochen intelligenter Vogel mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Es sind Koloniebrüter. Die Saatkrähenpaare lernen sich vorwiegend in den Nichtbrütertrupps kennen und halten ein Leben lang zusammen. Die Trupps gehen gemeinsam auf Nahrungssuche, weil viele Augenpaare mehr sehen als eins oder zwei. Wie bei allen Schwarmtieren gibt es Hierarchien in einer Saatkrähen-Kolonie. Als sozial ausgerichtete Vögel verfügen sie über ein breites Vokabular, das im Wesentlichen der Kommunikation dient. Es sind Singvögel, die einen ausgefeilten Balzgesang beherrschen, der von beiden Geschlechtern gleichermaßen vorgetragen wird.
Saatkrähen ernähren sich vielseitig. Vor allem Sämereien, Körner aller Art, Nüsse, Waldfrüchte und Beeren stehen auf dem Speiseplan. Bei der Jungenaufzucht werden überwiegend Insekten und deren Larven verfüttert. In der Nähe des Menschen bilden Komposthaufen bisweilen eine willkommene Zusatznahrungsquelle. In der ökologischen Landwirtschaft haben die Saatkrähen eine wichtige Funktion als Vertilger von Feldschädlingen. Die Eier sowie Brut anderer Vögel oder Aas gehören nicht zum Nahrungsspektrum der Saatkrähen, hier werden sie oft mit den Rabenkrähen verwechselt.
Die als störend empfundenen Rufe der Saatkrähen verhallen während der Brut und der Jungenaufzucht, denn in dieser Zeit verhalten sie sich deutlich ruhiger.
Mauersegler sind Zugvögel, die große Strecken überwinden können. Die Winter verbringen sie in Afrika, südlich der Sahara. Beobachten kann man sie also nur in den Sommermonaten. Sie gelten als regelrechte Flugkünstler und verbringen einen Großteil ihrer Zeit fliegend.
Mauersegler leben von in der Luft gefangenen Insekten. Nur zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen landet der Mauersegler und baut ein Nest. Die Nester befinden sich im Siedlungsraum in Mauerspalten oder dicht unter den Dächern. Durch den Neubau von Häusern und die zunehmende Sanierung von Altbauten gibt es immer weniger Nistmöglichkeiten für diese Tiere. Abhilfe schaffen spezielle Nesthilfen, die an den Hausfassaden angebracht werden können.
Schon mal einen Mauersegler gesehen?
Der Mauersegler kann häufig hoch oben am Himmel entdeckt werden. Ganz typisch ist der lange Gleitflug und der perfekt an den Flug angepasste Körper. Man erkennt ihn an seinen schmalen, sichelförmigen Flügeln.
Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist eine Eidechsenart, die an verschiedene, stets trockene Lebensräume angepasst ist. Die Zauneidechse braucht vegetationslose Bereiche für Jagd und Eiablage sowie Stellen mit dichter Vegetation für Deckung und Überwinterung.
Typische Lebensräume sind Feldraine, Waldränder, Bahndämme, Parks und Gärten. Ab Ende März lassen sich die Tiere häufig beim Sonnenbaden auf Steinen, Baumstümpfen oder sogar Zäunen (daher der Name) beobachten. Obwohl die Zauneidechse vielerorts die häufigste Eidechsenart darstellt, geht der Bestand stetig zurück.
Hauptverantwortlich hierfür ist die Biotopzerstörung durch Bebauung und Sanierung von Flächen, sowie deren Zerschneidung durch Verkehrswege. Freilaufende Katzen und der Einsatz von Pestiziden gefährden die Art zusätzlich. Mittlerweile wird die Zauneidechse auf den Roten Listen der meisten Bundesländer, auch der Baden-Württembergs geführt! Das Informationsblatt Die Zauneidechse - Information für Kleingärtner 3,07 MB (PDF) enthält Anregungen und Ratschläge zur Lebensraumgestaltung für Zauneidechsen.
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist die häufigste Falkenart in Mitteleuropa. Er erreicht eine Flügelspannweite von ungefähr 70cm und ist von überwiegend brauner Farbe. Die Männchen sind etwas kleiner als die Weibchen und tragen einen grauen „Helm".
Die Brut beginnt üblicherweise Mitte April, wobei sich Weibchen und Männchen abwechseln. Die Jungen schlüpfen nach ca. einem Monat. Beide Elterntiere bringen Futter herbei. Nach weiteren 4 Wochen tragen die Jungen das „Erwachsenengefieder" und beginnen, sich im Flug zu erproben.
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Nicht nur in Wirtschaft, Wissenschaft und Medien ist die Globalisierung ein Thema – auch im Naturschutz spielt diese eine Rolle.
Mit dem verstärkten globalen Austausch von Waren werden auch Pflanzen und Tiere über weite Strecken in Gebiete gebracht, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind. So sind in Deutschland bisher einige tausend neue Tier- und Pflanzenarten durch menschliches Zutun „eingewandert“.
Eingeschleppte Arten nennt man „Neobiota“ beziehungsweise die Pflanzen „Neophyten“ und die Tiere „Neozoen“.
Einige der vor Jahrhunderten eingewanderten „Neubürger“ sind längst als Bereicherung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt oder als wichtige Nutzpflanzen integriert. Viele uns vertraute Pflanzen sind mit den Römern zu uns gekommen. Dazu zählen Kulturapfel, Birne und Pflaume; Getreidearten wie Weizen und Gerste sowie Blumen und Heilpflanzen wie Klatschmohn, Kornblume, Echte Kamille und Kornrade. Eine ganz bekannte, durch den Menschen eingeführte Art ist zum Beispiel die Kartoffel.
Immer wieder gelangen ökologisch oder gesundheitlich bedenkliche Arten oder solche, die wirtschaftliche Schäden verursachen, zu uns. Oft haben diese Arten hier keine natürlichen Feinde und kommen gut mit schwierigen Standortbedingungen klar. Dies sind häufig sogenannte „invasive Arten“, die sich sehr schnell und großflächig verbreiten. Durch den intensiven weltweiten Handel hat sich das Problem verschärft.
Die wichtigsten Informationen in Kürze finden Sie im Neobiota-Flyer 323 KB (PDF) des Umwelt- und Arbeitsschutzes.
Inzwischen hat die EU eine Verordnung (Nr. 1143/2014) erlassen, die die Bekämpfung von inzwischen 49 invasiven Arten im EU-Gebiet vorsieht. In Karlsruhe betrifft das die Asiatische Hornisse, die im Begriff steht sich im Stadtgebiet zu etablieren.
Nutria
Waschbär
Bisamratte
Nilgans
Nordamerikanischer Ochsenfrosch
Kamberkrebs
Asiatische Hornisse
Drüsiges (Indisches) Springkraut
Riesenbärenklau
Schmalblättrige Wasserpest
Brasilianisches Tausendblatt
Götterbaum
Weitere invasive Arten, die in Karlsruhe verbreitet sind:
Japanische Staudenknöterich
Spätblühende Traubenkirsche
Kermesbeere
Ambrosie (weitere Informationen auf der Seite „Ambrosie in Karlsruhe“)
Kalikokrebs
Asiatischer Marienkäfer
Nicht wenige Pflanzen, die in der freien Natur zu Problemarten werden, kommen aus Gärten.
Dies betrifft viele nichtheimische Zierpflanzen. In Karlsruhe breitet sich zum Beispiel Kirschlorbeer im Wald aus und in Feldgehölzen und der freien Landschaft kann zunehmend Essigbaum gefunden werden. Auch die Ausbreitung des beliebten Sommerflieders spielt vielerorts zunehmend eine Rolle.
Aus diesem Grund sollten Sie auf entsprechende Pflanzenarten verzichten, vor allem auf Grundstücken in Feld- und Waldrandlage.
Denn diese Arten verdrängen nicht nur heimische Pflanzenarten: Viele heimische Insekten verlieren ihre Nahrungspflanzen.
Bitte entsorgen Sie Gartenabfälle und Grünschnitt nicht im Wald oder der freien Natur! Weitere Informationen finden Sie im Grünschnitt-Faltblatt 3,87 MB (PDF).
Informationen für eine naturnahe und naturverträgliche Gartengestaltung finden Sie im Abschnitt Naturnahe Gärten.
Zum Erhalt der biologischen Vielfalt werden alle Hände gebraucht. Schon im Kleinen können Sie viel bewirken: Mit der naturnahen Gestaltung Ihres Balkons oder Gartens leisten Sie einen wichtigen Beitrag, um das Bienensterben zu verringern und den heimischen Singvögeln eine Lebensgrundlage zu geben.
Viele Eigentümerinnen und Eigentümer stehen irgendwann vor der Aufgabe, ihren Altbau sanieren zu müssen. Fassaden und Dächer müssen erneuert werden oder eine energetische Sanierung mit Dämmung von Dach und Außenwänden steht an. Dabei stehen meist energetische Einsparungen, Klimaschutz und finanzielle Gesichtspunkte im Fokus. Doch auch der Artenschutz spielt eine wichtige Rolle: Hausbesitzende sollten sich absichern, dass bei den Umbaumaßnahmen keine tierischen geschützten „Untermieter“ gestört oder obdachlos werden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen – zum Beispiel die Haustaube und deren verwilderte Formen – unterliegen alle wildlebenden Tiere besonderen gesetzlichen Schutzvorschriften. Einige dieser vom Gesetz besonders beziehungsweise streng geschützten Tierarten sind Kulturfolger. Sie nutzen Häuser als Fortpflanzungs- und Ruhestätten.
Wenn mit Fortpflanzungs- und/oder Ruhestätten geschützter Tiere in oder am Gebäude zu rechnen ist, sollten Sie in der Planungsphase frühzeitig mit der Naturschutzbehörde Kontakt aufnehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie bereits Brutstätten entdeckt haben.
Mit geeigneten Maßnahmen können Sie Verstöße gegen gesetzliche Artenschutzregelungen sowie die Verzögerung oder Untersagung von Renovierungs- und Bauarbeiten vermeiden. Zu diesen zählen zum Beispiel eine zeitliche Begrenzung der Maßnahmen auf einen – für die Fortpflanzung/Brutzeit – unproblematischen Zeitpunkt. Ebenso können gegebenenfalls Ersatzquartiere angeboten werden. Bitte bedenken Sie, dass auch temporär unbelegte Stätten unter Schutz stehen, wenn geschützte Tierarten wie Schwalben diese üblicherweise alle Jahre wieder nutzen.
Am häufigsten betroffen sind:
Viele nützliche Informationen finden Sie auch auf der Seite des Projektes "Artenschutz am Haus".
Aktuellen Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich circa 100 Millionen Vögel beim Aufprall auf eine Glasscheibe – ob an Glasfassaden von Bürogebäuden, öffentlichen Bauwerken wie Bushaltestellen oder Fenster von Wohnhäusern und Wintergärten.
Vögel erkennen Glasflächen nicht immer als Hindernis. Schon leichte Spiegelungen von Landschaft, Bäumen und anderer Vegetation gaukeln ihnen freie Bahn vor. Sie prallen mit hoher Geschwindigkeit gegen das Glas und sterben meist an ihren schweren Verletzungen.
Neben spiegelnden Fenstern sind vor allem Fenster gefährlich, denen auf der anderen Seite des Gebäudes ein weiteres Fenster gegenüberliegt, sodass ein scheinbar freier Flugweg suggeriert wird.
Gleiches gilt für Übereck-Verglasungen, zum Beispiel an Gebäudeecken oder gläsernen Balkonbrüstungen. Auch die abendliche Innenbeleuchtung kann gefährlich werden, da nachtaktive Zugvögel vom Licht angezogen werden und die Scheibe nicht erkennen können. Je größer die entsprechenden Glasflächen, desto größer das damit verbundene Risiko.
Um das Risiko für Vögel zu minimieren, sollten Sie Glas verbauen, das nicht stark spiegelt. Große Glasflächen sollten durch geprüfte Muster für Vögel kenntlich gemacht werden. Auch eigene Logos, farbiges Glas, Milchglas oder außenliegende Sonnenschutzlamellen können an kritischen Stellen Vogelschlag verhindern. Mittlerweile gibt es auch immer mehr erschwingliche Produkte, um Glasflächen nachträglich nachzurüsten, wenn zum Beispiel an Neubauten festgestellt wird, dass diese Vogelschlag verursachen. Gerne berät Sie hierzu der Umwelt- und Arbeitsschutz unter 0721 133-3101.
Bitte beachten Sie: Die bekannten Greifvogelsilhouetten sind nicht wirksam!
Künstliches Licht zieht nachtaktive Insekten an. Sie umkreisen die Lichtquellen bis zur Erschöpfung und haben so keine Reserven mehr zur Fortpflanzung. Sie verbrennen an heißen Leuchten oder werden direkt von angelockten Fressfeinden gefressen. Der sogenannte Staubsaugereffekt zieht zudem aus natürlichen dunklen Bereichen die Insekten an, die dann dort als Nahrung für Fressfeinde fehlen. Lichtempfindliche Tiere finden dadurch weniger zu fressen und müssen weitere Wege in Kauf nehmen, im schlimmsten Fall verhungern sie.
Andere nachtaktive Tiere wie Fledermäuse, Igel, Amphibien, Eulen und auch Fische und Zugvögel können massiv von zu starker Beleuchtung gestört werden. Sie werden geblendet, vertrieben, umgeleitet oder können sich nicht mehr orientieren. Kunstlicht unterdrückt außerdem die Bildung des Schlafhormons Melatonin und kann den Hormonhaushalt stören. Es kommt zu Verzerrungen der Aktivitätszeiten, die innere Uhr wird „verstellt“.
Auch Pflanzen können in ihrem Wachstumszyklus beeinflusst werden. Sie werfen ihre Blätter bei künstlicher Beleuchtung später oder gar nicht ab und sind dadurch anfälliger für Frostschäden.
Gesetzliche Vorgaben und Tipps, wie auch Sie einfach mal „abschalten“ und so die Biodiversität schützen und fördern können, erfahren Sie im Flyer über Lichtverschmutzung 2,39 MB (PDF).
Das Prädikat #lichtbewusstsein zeichnet Unternehmen aus, welche durch einen bewussten Einsatz von Außenbeleuchtung auf den Schutz der Nacht achten und so einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten. Nähere Informationen finden Sie hier.
Üppig blühende Büsche, „insektenfreundliche Stauden“ und „Bienenweiden“ sind nicht immer automatisch gut für die Natur. Oft trügt der Schein: Obwohl die blühenden Pflanzen Insekten anziehen, können sie der Natur erheblich schaden. Die angebotenen Pflanzenarten kommen oft von weit her und haben in Mitteleuropa keine Konkurrenz. Man spricht von Neophyten – „neue Pflanzen“ – die eingeschleppt wurden. Viele sind für heimische Insekten uninteressant. Denn meist dienen die heimischen Pflanzenarten Dutzenden Insekten als Nahrungsgrundlage, fremde Arten dagegen nur ein oder zwei Insektenarten.
Breiten sich fremde Pflanzen leicht aus, kann es passieren, dass sie nicht nur in Gärten, sondern auch in der freien Natur wachsen. In der Folge können sie andere Arten verdrängen und so großen ökologischen Schaden anrichten. Man bezeichnet sie als „invasiv“. Da sich die heimischen und nicht-heimischen Arten einer Pflanzengattung optisch meist ähneln, ist es meist schwierig, invasive Arten zu erkennen.
Ein aktuelles Beispiel ist der Kirschlorbeer, der als Heckenpflanze bekannt ist und nun auch in Karlsruher Wäldern große Probleme macht.
Auch mit Saatgut für sogenannte „Bienenweiden“ sollte vorsichtig umgegangen werden. Auf Samenpäckchen aus dem Baumarkt sind oft keine Angaben zu den genauen Pflanzenarten und zur Herkunft der Samen zu finden. Die Gefahr besteht darin, dass gebietsfremde Arten eingeschleppt werden, die in Karlsruhe nicht natürlich vorkommen. Eine Verschiebung des Pflanzen- und somit Futterangebots bedeutet immer auch eine Verschiebung der vorkommenden Insektenarten. Eine üppige Blumenwiese des Berglandes hat beispielsweise nichts auf Karlsruher Flugsandgebieten zu suchen, wo zahlreiche Spezialisten an magere und schwierige Lebensbedingungen angepasst sind. Fehlen diese Bedingungen, werden die Spezialisten von anderen Insekten verdrängt.
Tipp: Laden Sie sich die passende Pflanz- und Saatgutliste für Ihren Naturraum herunter:
Die ersten Schritte zum naturnahen und insektenfreundlichen Garten sind kostengünstig und brauchen nur wenig Aufwand.
Ein angepasstes Gartenmanagement hat auch für den Menschen zahlreiche Vorteile: Der Aufwand für die Pflege sinkt. Der Erholungswert im blühenden Garten steigt, in dem sich Wildbienen, Schmetterlinge und Singvögel tummeln. Mit ein bisschen Glück ziehen Eidechsen ein, die Sie in einer ruhigen Minute beobachten können.
Im Sommer mähen viele Leute wöchentlich ihren Rasen. Ziel ist ein gleichmäßiges Grün mit wenigen Zentimetern Höhe. Auch die moderne Technik bietet immer mehr Alternativen zum wöchentlichen Arbeitseinsatz. Rasenmähroboter gibt es mittlerweile schon recht kostengünstig. Sie mähen kontinuierlich über den Rasen, um ihn kurz zu halten.
Ob nun regelmäßig und häufig von Hand oder mit dem Roboter gemäht wird – insektenfreundlich ist das nicht. Durch die ständige Störung des Lebensraums und die Entnahme des Futterangebotes geht die Menge an Insekten drastisch zurück. Das fehlende Blühen der Gräser und – falls vorhanden – der Kräuter macht den Rasen unattraktiv für nektarsammelnde Insekten wie Wildbienen.
Ein Rasenmähroboter ist in jedem Fall unökologisch und richtet durch seine Arbeitsweise großen Schaden an. Wer nicht ganz auf den englischen Rasen verzichten möchte und von Hand mäht, kann durch das Stehenlassen kleiner Grasinseln schon einen Beitrag leisten. Dorthin können sich vorhandene Insekten zurückziehen. Ein Rotieren dieser Inseln sorgt dafür, dass der Rasen an diesen Stellen nicht ganz verwildert. Zusätzlich sollte die Mähhäufigkeit so weit wie möglich minimiert werden und eine Messerhöhe von 10 cm nicht unterschreiten.
Den Rasen in eine artenreiche Blumenwiese zu verwandeln ist ein größerer Schritt zum naturnahen Garten. Hier muss jedoch nicht unbedingt der ganze Rasen abgehoben, umgegraben und teuer neu eingesät werden. Die einfachste Möglichkeit ist, mit dem Vertikutierer Lücken in die Grasnarbe zu reißen, sodass im Boden vorhandene, wilde Samen keimen können. Durch selteneres Mähen und das Blühenlassen der vorhandenen Arten kann ein langfristiger Effekt entstehen. Diese Methode ist einfach und braucht etwas Geduld. Wichtig ist das Aushagern des Bodens. Wer früher häufig gedüngt hat, sollte dies nun unbedingt sein lassen. Viele Wildarten, vor allem in der Oberrheinebene mit den sandigen Böden, brauchen nährstoffarme Böden. Düngung sorgt dafür, dass eine Hand voll Arten den Bestand prägen und alles andere dominieren. Im Allgemeinen kann man sagen: je magerer, desto artenreicher.
Grünabfall kann sinnvoll genutzt werden. Kleine Reisighaufen aus Zweigen, Reisig und Laub dienen zum Beispiel Igeln als Winterquartier. Laub und Reisig kann zugleich zum Schutz empfindlicher Gartenpflanzen vor Frost verwendet werden.
Größere Holzstücke, zum Beispiel Stammstücke alter Obstbäume, können aufeinandergelegt zu dekorativen Elementen werden, die Eidechsen und anderen wildlebenden Arten als Unterschlupf dienen können.
Auch im Garten müssen Bäume und andere Gehölze – zum Beispiel Hecken und Büsche – regelmäßig zurückgeschnitten werden. Da jedoch viele Vögel und andere Tiere schon in kleinen Hecken leben, ist bei der Heckenpflege und dem Baumschnitt einiges zu beachten.
Generell ist der Rückschnitt von Gehölzen zwischen dem 1. März und 30. September durch das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) verboten. Nur leichte Pflegeschnitte, die der Baumgesundheit dienen oder den Zuwachs etwas minimieren sollen, sind gestattet. Besser ist es jedoch, auch diese Schnitte in die Zeit vor März zu verlegen. Falls doch mal ein paar Zweige weichen müssen, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie keine brütenden Tiere stören.
Das Fällen oder Verjüngungsschnitte (auf den Stock setzen) von Gehölzen ist in der oben genannten Zeit strengstens untersagt.
Ausnahmen bestehen dann, wenn ein Baum eine Gefahr für den Menschen darstellt, weil er zum Beispiel droht, auf die Straße zu fallen.
Wenden Sie sich in solchen Fällen bitte an den Umwelt- und Arbeitsschutz.
Reicht nicht das Vogelhäuschen vom Baumarkt?
Fertig gekaufte Vogelhäuschen aus dem Super- oder Baumarkt sind oft hübsch anzusehen und als dekorative Elemente im Garten gut geeignet. Sie dienen jedoch oft nur als Futterplätze für Vögel und selten als Brut- oder Nistplätze, da sie entweder nicht die richtige Form haben oder zu störungsanfällig platziert werden. Vogelhäuschen auf einem Pfosten befinden sich viel zu nah am Boden und sind gefährlich für die Brut – Katzen oder Marder haben hier leichtes Spiel. Deshalb ist die Enttäuschung oft groß, wenn ein Vogelhaus nicht besiedelt wird.
Jede Vogelart hat ihre eigenen Vorlieben, wie das Nest auszusehen hat, in welcher Höhe es angebracht werden muss und ob es an der Hauswand, am Baum oder unter der Traufe montiert werden soll. Bevor Sie sich eine Nisthilfe kaufen, sollten Sie sich genau informieren, welche Vogelarten bei Ihnen vorkommen und welche Nestform diese brauchen.
Ohne Buffet hilft auch kein „Insektenhotel“
Bevor Sie an den Bau oder Kauf eines „Insektenhotels“ denken, ist es erst einmal wichtiger, das Nahrungsangebot für die Tiere zu verbessern. Seien Sie vorsichtig beim Kauf von „Bienenweiden“ aus dem Supermarkt. Sie enthalten meist gebietsuntypische Arten, die für heimische Insekten wenig attraktiv sind.
Auch das einfache Stehenlassen von Pflanzen über Winter oder das Liegenlassen von Altholz ist für Insekten wichtiger und effektiver als ein kleines Häuschen aufzustellen.
„Insektenhotels“ sind nicht immer ein Hotel für Insekten
Richtig gebaute Insektennisthilfen sind super, gerade im städtischen Bereich können Sie einen großen Beitrag leisten. Dennoch ist auch hier beim Kauf äußerste Aufmerksamkeit geboten. Viele sogenannten „Insektenhotels“ sind gar nicht für Wildbienen und Co. geeignet. Der Frust ist vorprogrammiert – die Nisthilfen bleiben oft unbesiedelt. Dies ist besonders ärgerlich, wenn das „Insektenhotel“ mit Kindern gemeinsam gebaut wurde und alle sehnsüchtig darauf warten, dass die ersten Tiere einziehen.
Wer eine Insektennisthilfe selbst bauen möchte oder eine kaufen will, sollte sich im Voraus genau informieren. Generell sollten die Materialien immer unbehandelt sein.
Häufige Fehler sind zum Beispiel:
Gut geeignete Materialien sind beispielsweise:
Steingarten? Nein, danke. Steine im Garten? Gerne!
Steine im Garten sind nicht per se schlecht. „Steinwüsten“ – voll versiegelte Flächen mit Schotter – finden sich häufig in Vorgärten. Sie sind pflegeleicht, aber ökologisch höchst problematisch. Zum einen kann dort nichts wachsen, zum anderen ist die Hitzeentwicklung auf solchen Flächen in der Sonne extrem.
Dahingegen können kleinere Steinhaufen im Garten attraktive Anlaufstellen für wärmeliebende Tiere wie die Zauneidechse sein. Sie ziehen sich in die Hohlräume zurück oder legen sich auf die Steine, um sich aufzuwärmen.
Ob Sie sich für einen kleinen Haufen aus übriggebliebenen Bruchsteinen oder alten Sandsteinen entscheiden oder lieber eine kleine Trockenmauer aus alten Kopfsteinpflaster-Steinen oder Ziegeln bauen, ist Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass die Fugen nicht (vollständig) mit Mörtel verschlossen werden. Fall nötig, reicht ein wenig Lehm zur Stabilisierung aus.
Steinelemente lassen sich zum Beispiel gut mit der Anlage einer Kräuterspirale verbinden.
Weitere Informationen und Anleitungen finden Sie auf folgenden Seiten:
Nistkästen selbst bauen (NABU)
Nicht-heimische Pflanzen dienen häufig nur wenigen bis keinen Insekten als Nahrung, während die heimischen Pflanzenarten zahlreiche Insekten anziehen. Auch wenn Pflanzen und Saatgut als „bienenfreundlich“ deklariert werden, so ist Vorsicht geboten. Nicht selten sind diese Pflanzen oder Teile der Mischungen eingeschleppt und passen nicht nach Karlsruhe. Kommen sie von weit her, können sie sich rasant ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Durch Pollenflug ist das auch vom Balkon oder der Dachterrasse aus möglich!
Dabei gibt es viele heimische Alternativen – ob im Topf, im Blumenkasten oder als rankende Kletterpflanze. Und oft sind diese auch winterhart, wodurch man sich das Neubepflanzen im kommenden Jahr spart. Wildstauden sind in vielen Gärtnereien und im Online-Handel erhältlich, gebietsheimisches Saatgut vorwiegend im Online-Handel. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe. Mehr Informationen mit geeigneten Pflanzbeispielen finden Sie unten.
Vogelhäuschen und Insektenhotels sehen hübsch aus und vermitteln dem Käufer das Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun. Aber aufgepasst: Das ist häufig ein Trugschluss. Bunte Vogelhäuschen aus dem Baumarkt dienen häufig, wenn überhaupt, nur als Futterplatz. Jede Vogelart hat spezielle Präferenzen, wie ihr Nest auszusehen und wo es sich zu befinden hat. Ähnliche Probleme gibt es bei Insektenhotels. Durch falsche Materialien oder schlechte Verarbeitung bleiben diese oft unbesiedelt. Wenn das Hotel richtig gebaut ist und trotzdem leer steht, liegt das häufig daran, dass kein Insektenbuffet in der Nähe ist. Denn wer möchte schon an einem Ort wohnen, wo es nichts zu essen gibt?
Egal ob im Schatten oder in der Sonne – jeder Balkon und jede (Dach-)Terrasse kann heimisch bepflanzt werden. Auch auf dem kleinsten Balkon können kleine Insektenbuffets errichtet werden. Hierfür benötigen Sie nur einen Blumentopf oder ein anderes Gefäß und schon kann es losgehen. Denken Sie immer daran, dass ihre Pflanzgefäße ein Loch im Boden haben, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann. Ein paar größere Kieselsteine oder eine Tonscherbe können verhindern, dass sich das Loch am Boden zusetzt. Mit ein bisschen Werkzeug kann z.B. auch ein alter Emailletopf umfunktioniert werden. Auch größere Osterkörbchen oder Omas alter Einkaufskorb eignen sich prima zum Bepflanzen.
Tipp:
Für Anregungen laden Sie sich doch einfach unsere Pflanzliste für Karlsruher Terrassen und Balkone 94 KB (PDF) herunter. Hier finden Sie Arten für Sonnen- und Schattenbalkone und auch für Dachterrassen.
Im Winter können Vögel auch auf dem Balkon gefüttert werden. In milden Wintern ist dies jedoch nicht nötig. In den wärmeren Monaten sollten Sie das Füttern jedoch unbedingt unterlassen! Die Tiere finden in der Natur genügend natürliche Futterquellen und suchen sich selbst aus, was sie fressen. Das Futter kann zudem schneller verderben und dazu Schädlinge (wie z.B. Ratten) anziehen. Des Weiteren sollte man bedenken: Vogelfutter muss irgendwo angebaut werden, was meist in konventioneller Landwirtschaft geschieht und sehr viel Platz braucht. Vögel an einem Ort unnötig viel zu füttern, während die Vögel in anderen Gegenden unter immer größeren Monokulturen leiden, ist also nicht sinnvoll. Informieren Sie sich im Vorfeld, welches Futter für die heimischen Vögel geeignet ist. Füttern Sie niemals mit Speiseresten und vermeiden Sie es, Krähen oder Tauben anzufüttern! Diese kommen sehr gut ohne Hilfe klar und benötigen auch in der kälteren Jahreszeit kein Futter. Mehr Informationen zum Thema Vogelfütterung finden Sie auf der Seite des NABU.
Im Sommer ist es in Karlsruhe oft sehr heiß. Die Vögel und Insekten haben dann oftmals Probleme Wasser zu finden. Eine kleine Schale mit Wasser oder eine Vogeltränke helfen den Tieren, sich zu erfrischen. Das Wasser sollte nicht zu tief sein und einige „Rettungsinseln“ für Insekten enthalten, zum Beispiel Steine oder Murmeln.
Torf ist in vielen handelsüblichen Gartenerden enthalten. Es wird in Mooren abgebaut, die für diesen Abbau trockengelegt und zerstört werden. Neben der Zerstörung der Natur in seltengewordenen und artenreichen Mooren ist Torf zudem klimaschädlich. Deshalb sollte unbedingt darauf geachtet werden, keine torfhaltige Blumenerde zu verwenden. Torffreie Erde gibt es mittlerweile in fast jedem Bau-, Garten- oder Supermarkt zu kaufen.
Auch der Griff zur Giftspritze, um lästige Blattläuse loszuwerden, ist auf naturnahen Balkonen und Terrassen absolut tabu. Giftige Schädlingsbekämpfungsmittel schaden nicht nur den unerwünschten Insekten: Sie machen leider jede Bemühung zur Insektenfreundlichkeit wieder kaputt und können gerade auf verzehrbaren Pflanzen auch dem Menschen schaden.
Wie Sie biologische Schädlingsbekämpfungsmittel ganz einfach und günstig selbst herstellen können, erfahren Sie auf der Seite des NABU.
Zentraler Juristischer Dienst
Naturschutzbehörde