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Tümpel für Gelbbauchunke angelegt

Neue Biotope für gefährdete Amphibien in Grötzingen

Gelbbauchunke Gelbbauchunken gehören zu den gefährdeten Amphibien. © Stadt Karlsruhe, Forstamt

Besonders heimelig sehen die frisch gebaggerten Mulden nicht aus. Doch die rund einen Meter tiefen Löcher werden den Gelbbauchunken ein neues Zuhause geben. Im Sommer suchen die Amphibien kleine Wasserstellen auf um zu laichen. Durch die Trockenheit in den vergangenen Jahren sind diese immer weniger geworden. Im Grötzinger Wald nahe dem Baggersee haben das städtische Forstamt und die NABU Gruppe Karlsruhe nun begonnen, 20 Biotope für die gefährdeten Tiere anzulegen.

Grötzingens Ortsvorsteherin Karen Eßrich sagte: „Flora und Fauna sind schützenswert“ und nannte das Projekt „eine Herzensangelegenheit“. Der Krötenschutz wird durch das EnBW-Förderprogramm „Impulse für die Vielfalt“ unterstützt. So trägt die EnBW 90 Prozent der Kosten (360 Euro), die restlichen zehn Prozent kommen vom NABU. Und das Geld fließt komplett in die Tümpel, erläuterte Stephanie Bauer vom Forstamt bei einem Vorort-Termin. „Wir betreiben hier sowieso Wegebau, daher sind die Maschinen schon vor Ort.“

Langfristiges Engagement

Die Tümpel werden auch in Zukunft vom NABU sowie dem Naturtreff Grötzingen betreut. Dieses langfristige Engagement war auch den Geldgebern wichtig. Denn die Wasserstellen müssen von Bewuchs freigehalten werden, um die Beschattung zu verhindern. Weil es die Gelbbauchunke warm mag, wurden die Standorte auch so gewählt, dass im Sommer die Sonne möglichst lange die Tümpel bestrahlt. Außerdem ist wichtig, dass das Wasser nicht wieder im Boden versickert. Deswegen muss die Bodenschicht der Tümpel aus Lehm und ein Grundwasseranschluss vorhanden sein, erläuterte Bauer. Um die passenden Stellen für die Tümpel zu finden, hat das Forstamt auf Laserscandaten des Liegenschaftsamts zurückgegriffen. Im Vorfeld wurden an anderer Stelle bereits probeweise kleinere Tümpel angelegt oder saniert, die von den Amphibien sehr gut angenommen wurden, erklärte Artur Bossert, Vorsitzender der NABU Gruppe Karlsruhe. Im Sommer können die Gelbbauchunken dann auch die neuen Laichgewässer nutzen.

Dieser Artikel erschien in der StadtZeitung Nr. 51/52 am 22. Dezember 2023.

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