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Städtebauliche Studien

Städtebauliche Studien haben zum Ziel, Antworten auf Fragen bezüglich der Nutzungs­mi­schung, der Qualität unter­schied­li­cher Stadträume, der Fortent­wick­lung der Freiraum­qua­li­tä­ten und -verbin­dun­gen sowie einer stadt­teil­prä­gen­den städte­bau­li­chen Identität zu finden.

Städtebauliche Studien Herrenalber Straße und Sportplatzflächen „Am Rüppurrer Schloss“

Luftbild

Anlass und Ziel

Der Festplatz in Rüppurr und das Sportgelände nördlich der Straße „Am Rüppurrer Schloss“ in Weiherfeld-Dammerstock (ehemals Alemannia) befinden sich im Eigentum der Stadt Karlsruhe. Unter bestimmten Bedingungen könnten beide Flächen einer baulichen Nutzung zugeführt werden. Aufgrund ihrer besonderen Lage- und Verkehrsgunst stellen die städtischen Grundstücke ein großes Potenzial für die Innenentwicklung dar. Sie bieten die Chance, nicht nur Wohnraum, sondern auch sonstige dringend benötigte Nutzungen zu realisieren.
Um die Nutzungspotenziale auszuloten, beauftragte die Stadtverwaltung in enger Abstimmung mit den jeweiligen Bürgervereinen im Jahr 2019 das Planungsbüro MESS (Kaiserslautern) mit der Erarbeitung von städtebaulichen Studien für die beiden Flächen. Neben Wohnungen sollten die Schaffung von Pflegeplätzen und Wohnangeboten für Senior*innen sowie ein geeigneter Standort für einen Lebensmittelnahversorger untersucht werden. Darüber hinaus sollte auf beiden Flächen die Unterbringung einer Kindertagesstätte geprüft werden. 
 

Erarbeitungsprozess mit Bürgerbeteiligung

Zwischenpräsentation Juli 2020

Zwischenpräsentation Juli 2020

Ziel der städtebaulichen Studien war es, zu untersuchen, an welchen Standorten sich am besten welche Nutzungen in welcher Dichte realisieren lassen. Da ein großes öffentliches Interesse an der Bebauung der Flächen und Verortung der Nutzungen besteht, wurde die Öffentlichkeit an der Entwicklung der Szenarien beteiligt. Zudem richtete die Stadtverwaltung eine Lenkungsgruppe ein, an der neben verschiedenen Ämtern auch Vertretungen der örtlichen Bürgervereine teilnahmen. Als Auftakt fand im November 2019 ein Stadtteilspaziergang statt, um direkt vor Ort Fragen und Themen zu besprechen. Diese wurden in einem Protokoll zusammengefasst und flossen in die weitere Bearbeitung ein. 
Im Juli 2020 erfolgte eine Zwischenpräsentation im Rahmen einer pandemiebedingten Hybridveranstaltung. Dabei wurden jeweils drei Entwicklungsszenarien für den Festplatz und das Sportgelände „Am Rüppurrer Schloss“ vorgestellt und mit der Öffentlichkeit diskutiert. Die Ergebnisse wurden in einem Protokoll dokumentiert und veröffentlicht. 
Die Anregungen aus der Beteiligung wurden anschließend in die Entwürfe eingearbeitet, die sich im Bereich des Festplatzes auf ein verändertes Szenario „Anger“ und im Bereich der Sportflächen auf zwei Szenarien konzentrierten. Die Änderungen wurden Anfang 2021 nochmals mit den städtischen Ämtern abgestimmt und anschließend die städtebaulichen Studien final überarbeitet. 

Ergebnisse der städtebaulichen Studien des Büros MESS

Lageplan Festplatz Rüppurr

Das favorisierte städtebauliche Konzept für den Festplatz sieht eine Mittelachse in Form eines Angers vor, der im Süden vor dem Roten Haus einen Platz ausbildet. Begrenzt wird der Anger im Westen von einem drei- bis viergeschossigen Gebäuderiegel, an dessen Enden sich Querbauten anschließen. Da es zu diesem Zeitpunkt konkrete Planungen für einen Nahversorger im Süden des Roten Hauses gab, wurde auf dem Festplatz eine Baustruktur entwickelt, in der neben Wohnen ein Drogeriemarkt, eine Kita sowie betreutes Seniorenwohnen untergebracht werden können. Das städtebauliche Konzept zeichnet sich dadurch aus, dass der alte Baumbestand weitgehend erhalten und das denkmalgeschützte Rote Haus gut sichtbar bleibt.

Lagepläne Sportplatzflächen Alemania

Für die Sportplatzflächen „Am Rüppurrer Schloss“ wurden zwei Varianten erarbeitet. Das Szenario „Punkthäuser“ sieht polygonale Gebäude in unterschiedlicher Höhe vor, die sich um einen zentralen Platz gruppieren. Beim Szenario „Hochpunkt“ umgeben rechtwinkelige, unterschiedlich hohe Gebäude einen Gemeinschaftshof. In beiden Varianten gibt es einen Hochpunkt an unterschiedlichen Standorten, dessen endgültige Geschosszahl in den nächsten Planungsschritten final entschieden werden soll. Ein weiteres Gebäude befindet sich bei beiden Varianten im Süden an der Straße „Am Rüppurrer Schloss“, von der aus auch die Erschließung erfolgt. 

Die Ergebnisse der Beauftragung wurden dem Planungsausschuss in der Sitzung am 16. September 2021 vorgestellt. Da pandemiebedingt auf eine öffentliche Abschlussveranstaltung verzichtet wurde, wurden die erarbeiteten städtebaulichen Studien (Stand August 2021) in einer Dokumentation zusammengefasst.
 

Festplatz: spätere Veränderung von Rahmenbedingung

Nach Abschluss der städtebaulichen Studien im Sommer 2021 veränderte sich beim Festplatz in Rüppurr eine wichtige Rahmenbedingung, die auch Konsequenzen für den erarbeiteten Entwurf hat. Die Planungen für einen Lebensmittelnahversorger, der auf privaten Grundstücken im Süden des Roten Hauses vorgesehen war, wurden im November 2021 trotz Baugenehmigung aufgegeben und die Flächen an eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft veräußert. Die neue Eigentümerin stellte bald darauf ihre Planungsüberlegungen der Stadtverwaltung vor. Auf den Grundstücken soll nicht mehr ein Lebensmittelnahversorger, sondern v.a. Wohnungen und eine Kita entstehen. Geplant ist eine U-förmige Bebauung, die sich zum Roten Haus öffnet. Die Planungen wurden im April 2022 im Gestaltungsbeirat beraten. Eine Bauvoranfrage wurde zwischenzeitlich positiv beschieden. Die neue Vorhabenträgerin ist bereit, die Planungen eng mit der Stadtverwaltung abzustimmen. 
Um dem dringenden Wunsch nach einer verbesserten Nahversorgung nachzukommen, werden nun Möglichkeiten geprüft, den Lebensmittelmarkt auf dem Festplatz unterzubringen. Die Ansiedlung einer solchen Nutzung, die große Flächen im Erdgeschoss benötigt, gestaltet sich auf Grund der zahlreichen Restriktionen (z.B. durch die Bäume) als schwierig und wird umfangreiche Überarbeitungen der städtebaulichen Studie erfordern. Um die bebaubare Fläche zu vergrößern, werden die limitierenden Faktoren (z.B. Trafostationen, Bäume) derzeit nochmals untersucht.  
 

weitere Vorgehensweise

Sobald die Voraussetzungen für eine Bebauung vorliegen und weitere Rahmenbedingungen geklärt sind, werden die erforderlichen Gremienbeschlüsse herbeigeführt und die Entwicklung der Flächen vorangetrieben. Ziel ist es, für die Vermarktung beider Flächen eine Strategie zu entwickeln, die gewährleistet, bestmögliche planerische Lösungen zu finden. 

Nach Abschluss der städtebaulichen Studien fand eine vertiefte Betrachtung einiger Rahmenbedingungen statt. Dabei ergaben sich auch neue Fragestellungen, die teilweise zu erheblichem Prüfaufwand führten. Darüber wurde der Planungsausschuss in öffentlicher Sitzung am 7. Juli 2022 informiert.

Vorlage 

Es erfolgte zum Beispiel eine umfassende rechtliche Aufarbeitung, ob es sich beim Festplatz um eine öffentlich gewidmete Verkehrsfläche handelt. Nachdem aufgrund pandemiebedingter Einschränkungen lange keine belastbare verkehrliche Erhebung möglich war, wurde im Sommer 2022 eine Zählung der Parksituation im Bereich des Festplatzes durchgeführt, deren Ergebnisse in die weiteren Planungsschritte einfließen.

Nach umfangreichen Prüfungen der Rahmenbedingungen hat sich die Verwaltung entschieden, vor der Vermarktung einen Angebotsbebauungsplan für den Festplatz zu erlassen. Mit dem Verfahren wird allerdings erst gestartet, wenn dafür die personellen Kapazitäten vorhanden sind. Da sich die Fläche im Eigentum der Stadt befindet, soll die Qualitätssicherung insbesondere über ein noch festzulegendes Vergabeverfahren erfolgen. Nach Rechtskraft des Bebauungsplans soll die gesamte städtische Fläche an einen oder mehrere Vorhabenträger vermarktet werden, der beziehungsweise die dort einen Lebensmittelnahversorgenden sowie weitere Nutzungen (unter anderem Wohnen) realisieren.

Der Planungsausschuss wurde am 14. September 2023 in öffentlicher Sitzung über den Sachstand informiert und hat die vorgeschlagene Vorgehensweise der Verwaltung befürwortet.

Vorlage

 

Die Bebauung des Sportgeländes „Am Rüppurrer Schloss“ hängt von der Verlagerung der derzeit vorhandenen Sportplätze an den Brunnenstückweg ab. Für die Erweiterung der dortigen Sportplatzflächen ist die Schaffung neuen Planrechts in Form eines Bebauungsplanes  erforderlich. Aufgrund der komplexen Rahmenbedingungen am Standort Brunnenstückweg kann die gewünschte Sportstättenverlagerung zeitlich noch nicht eingegrenzt werden. Das für eine Wohnbebauung erforderliche Bebauungsplanverfahren für das Sportplatzareal „Am Rüppurrer Schloss“ wird deshalb erst aktiv vorangetrieben, wenn am Brunnenstückweg Planungssicherheit besteht. 

Kontakt

Stadtplanungsamt

Städtebau

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