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Vom Meer ins Dach

Neptungras-Naturdämmung im Dachboden von Karlsruher Gebäuden

Seegras als Dämmstoff

Aus vermeintlichem Meeresabfall lässt sich ein hochwertiger nachhaltiger Dämmstoff herstellen.

Wer kennt das nicht: Ein wunderschöner Strand im Urlaub, leider voll mit Seegras, das das ganze Ufer bedeckt. „Wir machen aus diesem vermeintlichen Meeresabfall einen hochwertigen Dämmstoff!“, meint Prof. Richard Meier, Erfinder der Neptungras-Naturdämmung. Denn aus den kleinen getrockneten Wassergras-Bällchen lässt sich einer der nachhaltigsten Dämmstoffe der Welt herstellen. Seit 2019 sind über 30 Schulen und Verwaltungsgebäude in Karlsruhe mit der sogenannten Neptungras-Naturdämmung ausgestattet.

Gutes Klima mit gutem Rohstoff

Das heraus­ra­gende Wärme­spei­cher­ver­mö­gen dieser Form der Natur­däm­mung aus Po­si­do­nia-Fasern wird zur Dämmung der obersten Geschoss­decke ein­ge­setzt – also direkt unter dem Dach. An Kälte- und Hitzetagen reguliert das naturbelassene Produkt von den Küsten der Mittelmeerstrände das Klima und sorgt für angenehme Temperaturen. Ohne Folien, Zuschnitte und Materi­al­reste wird die gewünschte Dämmstärke auf Dachböden verteilt und mit einer Rauhs­pund­die­lung bedeckt.

Diese Form der Dämmung hat buchstäblich nur Vorteile. Vom niedrigst möglichen Energie­auf­wand zur Herstel­lung, Beschäf­ti­gungs­för­de­rung in struk­tur­schwa­chen Gewin­nungs­län­dern, einfachste Konfek­tio­nie­rung, simpler Einbau, flexibel anpassbar, keine Entsorgung, einmalige Kombi­na­tion aus Dämmwir­kung und Wär­me­spei­che­rung, keine Zusätze im Natur­ma­te­rial - all diese Vor­teile entspre­chen der Selbst­ver­pflich­tung zum nachhal­ti­gen ­Bauen.
Ein freier Zugang für die Nutzer/-innen zum Dachboden ermög­licht eine Umwelt­bil­dung zum Anfassen.

Wie aus einem Abfallprodukt ein Rohstoff wird

Die Gewinnung des Natur­ma­te­ri­als ist einfach: Reste zersetz­ter ­Blät­ter des Seegrases "Posidonia ozeanica" werden in einem na­tür­li­chen Prozess von Wind und Meeres­wel­len als "Neptun­bäl­le" an das Ufer geworfen. An Badesträn­den des Mittel­meers werden sie bisher als störender Abfall entsorgt, nun per händi­scher ­Samm­lung gewonnen und nach Deutsch­land überführt. Die "­Nep­tun­bäl­le" werden lediglich mechanisch gehäckselt. Eine ­Be­hand­lung mit chemischen oder anderen Zusätzen zum Schutz vor Brenn­bar­keit, Nässe oder Fraßfein­den entfällt. Der Pri­mär­ener­gie­be­darf des Materials ist heraus­ra­gend gering mit etwa 50 kWh / m³.

Neben der Dämmwir­kung sind der natürliche Ursprung, die un­be­han­delte Form und das fehlende Entsor­gungs­sze­na­rio ­über­zeu­gend und wurden prämiert.

Kontakt

Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft

Thomas Gillich

Energiemanagement

Zähringer Straße 61
76133 Karlsruhe

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