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Karoline-Luise-Tunnel

Der Karoline-Luise-Tunnel ist der zweite unterirdische Verkehrsstrang, der im Zuge der Karlsruher Kombilösung entstand. Die Freigabe des Tunnels nach gut zwölf Jahren Gesamtbauzeit markiert gleichzeitig den Abschluss eines Jahrhundertprojekts.

© Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt

Fahrt frei durch den Tunnel: Seit Mitte Oktober 2022 können Autos unterirdisch durch die beiden jeweils knapp eineinhalb Kilometer langen Röhren unter der Kriegsstraße rollen. Im Dezember 2021 wurden bereits Stadtbahn- und Straßenbahntunnel unter der Kaiserstraße sowie die oberirdische Bahntrasse durch die Kriegsstraße in Betrieb genommen. Der Tunnel selbst ermöglicht Fahrzeugen nonstop die stark frequentierten Kreuzungspunkte Mendelssohnplatz, Ettlinger Tor und Karlstor zu unterqueren.

Zahlen und Fakten rund um den Tunnel

Bauzeit: April 2017 - Oktober 2022

Infografik zu Karoline-Luise-Tunnel mit Icons exit door by Ian Rahmadi Kurniawan, cone by Mada Creative, emergency call by Andy Horvath, CCTV by ainul muttaqin, Fan by flamingo, Cable by Berkah Icon from https://thenounproject.com/

Verbesserte Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit dank Karoline-Luise-Tunnel

Sowohl Karlsruher Bürgerinnen und Bürger als auch Besucherinnen und Besucher profitieren von der Inbetriebnahme des Tunnel, denn

  • die Fahrt durch die Innenstadt wird kürzer und bequemer und
  • das neue Verkehrsbauwerk entlastet die City von Staus, Lärm und Abgasen.

Vor Baubeginn waren täglich rund 60 000 Kraftfahrzeuge in der Kriegsstraße unterwegs. Künftig sollen deutlich mehr als die Hälfte den Weg durch den Tunnel nehmen, so Prognosen der Planer. Bereits seit Ende 2021 präsentiert sich die Kriegsstraße als begrünter Stadtboulevard.

Tunneleröffnung verbessert Erreichbarkeit im Zentrum

Die Eröffnung des Karoline-Luise-Tunnels ermöglicht Autofahrerinnen und -fahrern neue Routen in die Karlsruher City. Zum einen kann der Durchgangsverkehr künftig zwischen dem Knoten Ostendstraße östlich des Mendelssohnplatzes und der Rampe westlich des Karlstors nonstop die Kriegsstraße in beiden Richtungen passieren. Zum anderen erlauben Ein- und Ausfahrten in der Mitte des Tunnels eine abschnittsweise Nutzung. Die vier Rampenbauwerke befinden sich zwischen Ettlinger Tor und Karlstor. So kann man beispielsweise von Osten kommend mit Fahrtziel Friedrichsplatz den Tunnel nach dem Ettlinger Tor verlassen oder aus der Lammstraße kommend in diesen einfahren. Auch in Richtung Süden ermöglichen die Rampen eine schnelle Zufahrt, etwa in die Ritterstraße Richtung Festplatz. Eine Besonderheit des Karoline-Luise-Tunnels ist die direkte Anbindung des Parkhauses im ECE-Center aus der Nordröhre heraus. Die Einfahrt ist aus Richtung Osten und die Ausfahrt Richtung Westen möglich. Da die beiden Röhren baulich getrennt sind, gibt es keine Möglichkeit, unterwegs die Fahrtrichtung zu wechseln. Außerdem bleibt der Tunnel ausschließlich dem Kfz-Verkehr vorbehalten. Für Radfahrende sind jedoch oberirdisch großzügige Fahrspuren markiert.

Karoline-Luise-Tunnel: Neue Routen möglich

Schematische Darstellung zur Verkehrsfuehrung des Karoline-Luise-Tunnel

Umbau der Kriegsstraße: Zweite Säule der Kombilösung

Der Umbau der Kriegsstraße ist die zweite Säule der Kombilösung, die 2002 bei einem Bürgerentscheid mehrheitlich beschlossen wurde. Vorangegangen war eine lange Diskussion um die Neuordnung des öffentlichen Nahverkehrs in der Innenstadt, vor allem um die Entlastung der Fußgängerzone vom Stadtbahn- und Straßenbahnverkehr. Der damalige Oberbürgermeister Heinz Fenrich und „Nahverkehrs-Papst“ Dieter Ludwig als Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe entwickelten eine Lösung, die für Karlsruhe gleich mehrere Vorteile versprach:

  • das Herz der Stadt mit Kaiserstraße und Marktplatz ohne Schienen,
  • eine Beschleunigung des Bahnverkehrs und die Chance,
  • die Kriegsstraße umzugestalten.

 

Abschluss nach zwölf Jahren Bauzeit

Der Startschuss für die Arbeiten fiel im Januar 2010 zunächst beim Stadtbahntunnel. Verantwortlich dafür zeichnete die eigens für das Jahrhundertprojekt gegründete Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH (KASIG). Im April 2017 folge dann der erste Spatenstich für den Autotunnel, dessen Rohbau im Juli 2021 termingerecht fertiggestellt wurde. Die betriebstechnische Ausstattung des insgesamt rund 1,6 Kilometer langen Tunnels erfolgte dann ab März 2021. Aufgrund von Lieferverzögerungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie konnte der ursprünglich für Dezember 2021 geplante Eröffnungstermin des Straßentunnels allerdings nicht gehalten werden. Auch der Ersatztermin im Frühjahr platzte, nachdem Modifikationen an den Lüfteranlagen erforderlich wurden. Hierfür haben KASIG und Tiefbauamt zwischenzeitlich eine Lösung gefunden, so dass der Freigabe nun nichts mehr im Weg steht.

Professor Dr. Gerhard Seiler 1993 © Stadtarchiv Karlsruhe 8/Bildstelle I 6451/40
Portrailbild Heinz Fenrich © Heinz Fenrich
Imagebild Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup © Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Sabine Enderle

Innenstadtentwicklung – Vier Fragen an Dr. Frank Mentrup

Der erfolgreiche Abschluss der Kombilösung ist eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte in der Geschichte Karlsruhes. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zieht im Gespräch mit der StadtZeitung Bilanz und richtet den Blick nach vorne.

Welche Bedeutung hat der Karoline-Luise-Tunnel für die Stadt?

Als attraktives Oberzentrum braucht Karlsruhe leistungsfähige Verkehrsadern. Der Tunnel ermöglicht es, den Durchgangsverkehr staufrei an der City vorbei zu führen, aber genauso wichtig ist Raum für andere Verkehrsträger. Die schnelle Ost-West-Verbindung für den Radverkehr ist herausragend, dazu eine zusätzliche Bahntrasse in der Kriegsstraße und neue Fußgängerquerungen. Für mich ist das ein optimales Ergebnis.

Wie verändert sich dadurch die städtebauliche Perspektive?

Vor dem Umbau war die Kriegsstraße eine trostlose „Autoschneise“ ohne jede Aufenthaltsqualität. Diese Trennwirkung ist überwunden. Die City öffnet sich weiter nach Süden, was Entwicklungschancen für das Quartier am Ettlinger Tor mit dem neuen Staatstheater bietet. Aber auch der Festplatz, der Zoo und die Südstadt rücken an die Innenstadt heran.

Was sind die nächsten Schritte bei der Aufwertung der Innenstadt?

Jetzt steht erst einmal die Umgestaltung der Kaiserstraße ins Haus. Das würde ich noch zum Abschluss der Kombilösung zählen, denn durch die Verlegung der Gleise in den Stadtbahntunnel haben wir schon eine echte Flaniermeile erhalten. Die wollen wir jetzt noch ordentlich herausputzen.

Welche Bausteine zählen darüber hinaus zur Zukunft Innenstadt?

Hier möchte ich das städtische Leitprojekt ÖRMI – Öffentlicher Raum und Mobilität Innenstadt nennen. Das bietet uns den Rahmen, auch mal etwas Neues auszuprobieren, wie diesen Sommer die Reallabore Passagehof und Karlstraße, wo es um die Neuverteilung des öffentlichen Raums ging. Außerdem hat sich die Stadt Karlsruhe mit dem Projekt „City Transformation“ erfolgreich um Fördermittel aus dem Bundesprogramm für zukunftsfähige Innenstädte und Zentren beworben. Ich halte es für dringend erforderlich, die Transformation der City-Einzelhandelslagen voranzutreiben, denn diese sind in besonderem Maß von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Dabei wählen wir ganz bewusst einen partizipativen Prozess unter Einbeziehung aller relevanten Akteurinnen und Akteure.

Eröffnung des Karoline-Lusie-Tunnels

Schon gewusst?

Geschichten hinter der Geschichte: Mehr Hintergrundinformationen rund um den Karoline-Luise-Tunnel und die Kriegsstraße.

Einen wahrhaft adligen Namen trägt der jetzt in Betrieb gehende Autotunnel unter der Kriegsstraße. Namensgeberin ist Markgräfin Karoline Luise von Baden (1723 – 1783). Der Gemeinderat entschied sich 2020 unter anderen deshalb für diesen Namen, weil Karoline Luise mit ihrem „Naturalien-Kabinett“ den Grundstock für das heutige Naturkundemuseum am Friedrichsplatz legte und damit eine Einrichtung in unmittelbarer Nähe des Tunnels schuf. Die aus Darmstadt stammende Markgräfin heiratete 1751 den späteren Großherzog Karl Friedrich. Sie machte sich als Mäzenin, Kunstsammlerin und Botanikerin einen Namen.

„Die Kriegsstraße wurde von 1799 bis 1805 außerhalb der Stadttore als Umgehungsstraße für durchziehende Kriegstruppen angelegt. Sie diente dem Schutz der Karlsruher Bevölkerung“, klärt das vom städtischen Liegenschaftsamt erstellte Verzeichnis der Straßennamen auf. Schon vor über 200 Jahren war also die Funktion der Durchgangsstraße vorgesehen. Da dieser Straßenzug seinerzeit am Stadtrand verlief, entstanden auf der Nordseite zahlreiche stattliche Villen, deren Bewohner sicher den Blick ins Grüne zu schätzen wussten. Auch Friedrich Weinbrenner, der berühmte Architekt und Stadtplaner, hatte sein Privathaus einst am Ettlinger Tor, wo heute das ECE-Center steht.

Im Lauf der Zeit wandelte sich das Bild auf der Kriegsstraße. Mit der Industrialisierung kamen zahlreiche Firmen hinzu, wie die Lokomotivfabrik von Emil Kessler, und 1843 ging der erste Karlsruher Hauptbahnhof auf dem Gelände des heutigen Staatstheaters in Betrieb. Dieser zog 1913 an den jetzigen Standort um. Die tiefgreifendste Veränderung brachte in den 60er-Jahren der Traum von der „autogerechten Stadt“. Um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, wurden 1965 am Ettlinger Tor und 1972 am Karlstor Unterführungen angelegt, die Westrampe von letzterer dient heute als Zufahrt in den Tunnel. Fußgängern wurde das Queren deutlich erschwert, sie mussten entweder in Unterführungen ausweichen, wie an der Kreuzstraße, oder die Stadtautobahn auf Brücken im Zuge der Lamm- und Ritterstraße überqueren. Alle diese Bauwerke sind mittlerweile wieder Geschichte, ebenso wie die bis zu zehn Fahrspuren umfassende „Autoschneise“ im Bereich des Nymphengartens.

25. Oktober 2022, Stadt Karlsruhe

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