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Pflege- und hilfsbedürftige Personen

Pflegebedürftigkeit stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen und ist oft mit vielen Fragen verbunden: Wo bekomme ich entsprechende Beratung? Wo finde ich die notwendige Unterstützung und Versorgung? Welche Kosten entstehen und was ist zu tun, wenn ich diese nicht aus eigenen Mitteln tragen kann? Solche und ähnliche Fragen müssen oft innerhalb kürzester Zeit beantwortet werden. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.

Das Bild steht symbolisch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Es zeigt eine ältere Dame mit Gehhilfe, die eine Straße in der Karlsruher Innenstadt überquert.

Pflegestützpunkt der Stadt Karlsruhe

Logo Pflegestützpunkt

Im Pflegestützpunkt der Stadt Karlsruhe erhalten Menschen jeden Alters umfassende und kostenfreie Information und Beratung rund um das Thema Pflege.

Das Beratungsangebot richtet sich an gesetzlich Versicherte mit Pflegebedarf und an deren Angehörige.

Kontakt:

0721 1335513

0721 1335084 (Sekretariat)

E-Mail:

Unterstützung durch die Pflegeberatung im Pflegestützpunkt:

Sie erhalten umfassende und unabhängige Beratung über die bestehenden Möglichkeiten, um Ihre individuelle Pflegesituation bestmöglich zu gestalten. Bei Bedarf erarbeitet die Pflegeberatung gemeinsam mit den Betroffenen einen individuellen Hilfeplan und unterstützt bei der Umsetzung, um die pflegerische Versorgung sicherzustellen. Die Beratung kann telefonisch, persönlich im Büro, online oder bei Bedarf bei Ihnen zu Hause erfolgen.

Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Wohnort der pflegebedürftigen Person.

Nähere Informationen zum Pflegestützpunkt und der zuständigen Ansprechperson finden Sie hier.

Ansprechpersonen für privat kranken- und pflegeversicherte Personen finden Sie hier.

Unterstützung im Alltag und Essen auf Rädern

Wenn Hilfe im Alltag benötigt wird, können neben familiärer, privater oder nachbarschaftlicher Unterstützung verschiedene Anbieter Hilfe leisten. Pflegedienste, anerkannte Unterstützungsanbieter und organisierte Nachbarschaftshilfen bieten:

  • Betreuung
  • Begleitung zu Einkäufen, Ärzten und Spaziergängen
  • Unterstützung im Haushalt

Das Leistungsspektrum und die Preise sind bei den jeweiligen Anbietern verschieden. Manche Organisationen können alle oben genannten Dienstleistungen aus einer Hand anbieten, andere nur einzelne oder mit bestimmten Einschränkungen. Viele Dienste organisieren ihre Leistungen im gesamten Stadtgebiet, andere speziell für Bewohner bestimmter Stadtteile.

Es ist immer erforderlich, den konkreten Bedarf und die eigenen Wünsche direkt mit dem jeweiligen Anbieter im Vorfeld zu besprechen.

Das Bild zeigt eine blaue Kehrschaufel und einen blauen Handbesen, die an einer Wand lehnen.

Die Nachbarschaftshilfe ist ein Angebot im Bereich Betreuung, Begleitung und Haushalt (zum Beispiel Einkauf, gemeinsamer Spaziergang, Gespräche), meist erbracht von ehrenamtlich Engagierten.

Organisierte Nachbarschaftshilfe Caritas

In guter Nachbarschaft

Das Bild zeigt einen jüngeren Mann, der mit einem älteren Mann an einem Tisch sitzt und Schach spielt.

Häusliche Betreuungsdienste und Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben, die nachmittägliche Betreuung von Menschen mit Demenz, verschiedene Gruppenangebote für Menschen mit Behinderung: Sie alle stellen Angebote zur Unterstützung im Alltag für pflegebedürftige Menschen dar, die kognitive, psychische oder physische Einschränkungen haben.

Angebote zur Unterstützung im Alltag tragen dazu bei, Pflegepersonen zu entlasten und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen.

Bei den anerkannten Unterstützungsangeboten im Alltag im Stadtgebiet Karlsruhe handelt es sich vor allem um häusliche Unterstützungsangebote, Gruppenangebote zur Betreuung und Freizeitgestaltung sowie um haushaltsnahe Dienstleistungen. In dem überwiegenden Teil der Angebote arbeiten geschulte Ehrenamtliche unter Anleitung von Fachkräften.

Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch

Alle pflegebedürftigen Menschen mit Pflegegrad erhalten als Leistung der Pflegeversicherung den Entlastungsbetrag. Dieser beträgt 125 Euro monatlich. Die Kosten für anerkannte Unterstützungsangebote im Alltag nach § 45 a SGB XI werden bis zu dem Leistungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich von den Pflegekassen erstattet. Der Betrag wird nur nach Vorlage von Rechnungen der tatsächlich entstandenen Kosten gewährt. Der Entlastungsbetrag kann auch eingesetzt werden für die Eigenanteile der Tages-, Nacht- oder ­Kurzzeitpflege sowie für bestimmte Leistungen der ambulanten Pflegedienste.

Wird in einem Kalenderjahr der Leistungsbetrag nicht oder nicht vollständig in Anspruch genommen, wird der nicht beanspruchte Teil auf das folgende Kalenderhalbjahr übertragen. Das heißt, dass der Leistungsbetrag spätestens am 30. Juni des Folgejahres verfällt.

Wenn Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 die Pflegesachleistung im Kalendermonat nicht ausschöpfen, können sie unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 40 Prozent des Pflegesachleistungsanspruchs für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag einsetzen (Umwandlungsanspruch).

Lassen Sie sich dazu bei Bedarf bei der Pflegekasse beraten.

 

Mobile Mahlzeiten-Dienste bieten warmes Mittagessen für Menschen, die sich ihre Mahlzeit nicht selbst zubereiten können oder möchten.  

Die Auswahl an verschiedenen Menüs ist groß und berücksichtigt auch besondere Ernährungswünsche und -bedarfe. Viele Anbieter liefern warm an. Es besteht auch die Möglichkeit, kalte oder tiefgefrorene Mahlzeiten zu bestellen und diese selbst zu erwärmen. Die Tage für die Lieferung können frei gewählt werden.

Auswahlkriterien für Essen auf Rädern

 

Anbieter

AWO-Menü

DRK Karlsruhe

Baghira Dienst­leis­tungs­netz­werk

Landhaus­Kü­che / apetito AG

Meyer Menü

Paritä­ti­sche Sozial­dienste gGmbH Karlsruhe

Pflege­ser­vice Habura

Gemüseeintopf und frisches Gemüse.

Ambulante und teilstationäre Pflege/Tagespflege

Pflegebedürftigkeit kann absehbar und schleichend, meist verbunden mit zunehmendem Alter, in unser Leben kommen. Doch in vielen Fällen tritt sie auch vollkommen unerwartet ein.

In allen Lebensabschnitten können schwere Erkrankungen oder Unfälle zu einer Einschränkung der Selbstständigkeit führen. Körperliche, geistige oder kognitive Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel bei einer Demenz können nicht mehr ausgeglichen werden. Plötzlich steht fest, dass Betroffene ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen können.

Ambulante Pflegedienste und Sozialstationen unterstützen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der Pflege zuhause. Das Leistungsangebot der Pflegedienste umfasst verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege, pflegerische Betreuung, häusliche Krankenpflege (Behandlungspflege) sowie hauswirtschaftliche Versorgung und Unterstützung von Angehörigen durch Beratung und Schulungen.

Die Pflegekasse übernimmt für Pflegebedürftige in den Pflegegraden 2 bis 5 Pflegesachleistungen bis zum gesetzlich festgelegten Höchstbetrag.

  • Hilfe bei der Körperpflege
    zum Beispiel Unterstützung bei der Körperpflege, Bewegung und Ernährung.

  • Pflegerische Betreuung
    zum Beispiel Hilfe bei der Gestaltung des Alltags und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte, Orientierungshilfe und Betreuung wie etwa bei einer Demenzerkrankung.

  • Behandlungspflege
    Leistungen der häuslichen Krankenpflege nach ärztlicher Verordnung, wie zum Beispiel Medikamentengabe, Verbandswechsel, Injektionen.

  • Hauswirtschaftliche Versorgung
    Hilfen im Haushalt, wie zum Beispiel Kochen, Einkaufen, Reinigen der Wohnung

  • Beratung und Schulung von Angehörigen
    zum Beispiel Pflegeschulungen in der Häuslichkeit und Beratung zu pflegerischen Themen

Pflegedienste in Karlsruhe zu finden über

Leistungen der Pflegeversicherung

Übersicht Leistungstbeträge Pflegeversicherung 04-2022

Pflegekraft hilft älterem Mann aus dem Bett in den Rollstuhl.

Die Tagespflege ist ein ergänzendes Angebot zur häuslichen Betreuung und Pflege. Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erhalten in der Tagespflegeeinrichtung pflegerische Betreuung und Aktivierung. Sie werden morgens von einem Fahrdienst zuhause abgeholt und nachmittags wieder zurückgebracht.

Die Pflegekasse übernimmt in den Pflegegraden 2 bis 5 die Kosten für Pflege, Betreuung und Fahrten bis zum gesetzlich festgelegten Höchstbetrag für teilstationäre Pflege. Weitere Kosten (zum Beispiel Verpflegung und Investitionskosten) müssen selbst getragen werden.

Tagespflegeeinrichtungen in Karlsruhe zu finden über

Leistungen der Pflegeversicherung zur Tagespflege

Ältere Menschen sitzen gemeinsam am Tisch und schauen auf den Bildschirm eines Laptops.
Seniorinnen und Senioren sitzen im Kreis und werfen sich einen Luftballon zu.

Stationäre Pflege/Pflegeheime in Karlsruhe

Pflegeheime sind stationäre Pflegeeinrichtungen, in denen Menschen mit Pflegebedarf dauerhaft leben. Eine vollstationäre Aufnahme im Pflegeheim setzt einen Pflegegrad voraus, der bei der Pflegekasse beantragt werden muss.

Die Pflegekassen bezahlen bei dauerhaft vollstationärer Pflege und Vorliegen des Pflegegrades 2 bis 5 pauschale Leistungen der medizinischen Behandlungspflege und die Aufwendungen für die Betreuung in den Einrichtungen. Eine Aufnahme bei bestehendem Pflegegrad 1 ist in Einzelfällen möglich.

Weitere Informationen finden Sie in der folgenden Pflegeheimbroschüre.

Die Leistungen der Pflegeversicherung, decken nicht alle Aufwendungen der Pflegeheime ab. Daher ist von allen Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern in den Pflegegraden 2 bis 5 zusätzlich ein Eigenanteil zu entrichten.

Dieser Eigenanteil setzt sich aus den Kosten für die Unterkunft und Verpflegung, der Ausbildungsumlage und den Investitionskosten (zum Beispiel Instandhaltung des Hauses) zusammen. Da auch zu den pflegebedingten Aufwendungen im Heim ein monatlicher Eigenanteil zu entrichten ist, hat der Gesetzgeber im Rahmen der neuen Pflegereform beschlossen, ab dem 01. Januar 2022 einen Leistungszuschlag zur finanziellen Entlastung der Bewohnerinnen und Bewohnern einzuführen.

Was tun, wenn die eigenen finanziellen Mittel vermutlich nicht ausreichen, um den Pflegeheimplatz zu finanzieren? Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Finanzielle Hilfe.

 

Nahaufnahme eines Taschenrechners mit Mniaturfiguren daneben.

Die Pflegeleistungen für eine Heimunterbringung sind vorrangig bei der jeweiligen Pflegekasse zu beantragen. Wenn Sie die restlichen Kosten einer Heimunterbringung nicht selbst aufbringen können und eine Versorgung durch Angehörige oder ambulante Dienste nicht mehr zu Hause möglich ist, hilft ein Antrag beim Sozialamt.

Anspruch auf die Übernahme der Heimkosten besteht nicht, wenn Ihr Einkommen und die Leistungen der Pflegekasse ausreichen, um die Heimkosten zu bezahlen oder wenn Vermögen (Sparvermögen, Lebensversicherungen, Grundeigentum) vorhanden ist.

Wenn voraussichtlich ein Anspruch auf Leistungen der Sozialhilfe besteht, erfolgt die Beratung zu Fragen einer möglichen Heimaufnahme durch die Pflegeheimberatung der Sozial- und Jugendbehörde.

Weitere Informationen finden Sie auf Finanzielle Hilfe.

 

Gerontopsychiatrischer Wohnbereich

Einige Pflegeheime haben gerontopsychiatrische Wohnbereiche eingerichtet.

Sie zeichnen sich durch besondere Konzepte aus und richten sich an Menschen mit psychischen Krankheiten und Pflegebedarf wie zum Beispiel bei einer Demenz mit Hinlauftendenz oder bei starken Depressionen.

Diese Bereiche bieten den Bewohnenden ihren Bedürfnissen entsprechend Aktivierungs-, Beschäftigungs-, Pflege- und Unterstützungsangebote durch speziell ausgebildete Fachkräfte. Sie sind in der Regel separate Abteilungen oder Hausgemeinschaften innerhalb eines Pflegeheimes. In gerontopsychiatrischen Wohnbereichen gibt es unterschiedliche Konzepte zur Gewährung der Sicherheit der Bewohnenden.

Ein Aufenthalt in einem geschlossenen gerontopsychiatrischen Wohnbereich braucht einen richterlichen Unterbringungsbeschluss oder die Zustimmung des Pflegebedürftigen.

 

Besondere Angebote für Menschen mit Demenz

In vielen Pflegeheimen gibt es besondere Angebote für Menschen mit Demenz. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Biografiearbeit, um besondere Bewegungsangebote für demente Menschen oder um Einzelarbeit.

Weitere Informationen zum Thema Demenz.

Pflegekraft hält Hand eines älterern Mannes.

Hilfsmittel, Wohnraumanpassung, technische Hilfen

Damit pflegebedürftige Menschen so lange und so selbständig wie möglich zu Hause leben können, gibt es eine Vielzahl praktischer Hilfsmittel. Auch die Anpassung des eigenen Wohnraums kann die Pflegesituation erleichtert.

Hausnotrufgeräte stellen im Notfall eine sofortige Verbindung von der Privatwohnung zur Notrufzentrale her. Durch Drücken der Notruftaste entsteht eine Sprechverbindung zur durchgängig besetzten Zentrale des jeweiligen Anbieters. Die Notruftaste wird am Handgelenk wie eine Uhr oder um den Hals als Kette getragen, damit sie greifbar ist, wenn das Telefon im Notfall nicht erreicht oder bedient werden kann.

Die Notrufzentrale kann sofort auf die zuvor hinterlegten Kontaktdaten und Informationen zurückgreifen. Dies kann in Notfallsituationen, beispielsweise nach einem Sturz, für schnelle Hilfe sorgen. Erforderliche Hilfen werden von der Notrufzentrale eingeleitet, Angehörige, Nachbarn oder der Rettungsdienst informiert. Auf Wunsch kann ein Schlüssel hinterlegt werden, damit im Notfall ein schneller Zugang zur Wohnung erfolgen kann. 

Die Pflegeversicherung übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen ab Pflegegrad 1 die Anschlussgebühr und beteiligt sich mit 25,50 Euro an den monatlichen Gebühren.


Anbieter

Alten-Pflege-Hilfe aph Am Blumentor
 

Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württem­berg e.V.
 

Deutsches Rotes Kreuz
 

Johanniter-Hausnotruf
 

Malteser Hausnotruf

Nahaufnahme einer Hand, die Notruf drückt.

Wenn sich mit zunehmender Hilfe- und Pflegebedürftigkeit Bedürf­nisse im Bereich „Wohnen" ­ver­än­dern, kann es notwendig werden, die Wohnung der neuen Le­bens­lage anzupassen. Oft ist es durch relativ kleine ­Ver­än­de­run­gen möglich, weiterhin selbstän­dig und sicher in den ver­trau­ten vier Wänden zu leben. Auch für Angehörige kann durch­ ent­spre­chende Hilfs­mit­tel die häusliche Pflege erleich­ter­t wer­den.

Umfas­sende Infor­ma­tio­nen und Beratung zu Hilfs­mit­teln (wie zum Beispiel Halte­griffe, Trep­pen­lif­te), Umbau­maß­nah­men, Finan­zie­rungs­fra­gen, Zuschüs­sen der Pflege­kas­sen und Neubau­pla­nun­gen von bar­rie­re­freien Wohnungen bieten Wohnbe­ra­tungs­stel­len, Hand­werks­be­triebe und Archi­tek­ten.

Das Bild zeigt einen rollstuhlfahrenden Mensch, der durch Türrahmen fährt.

Moderne Technik und intelligente Assistenzsysteme können das Leben im Alltag erleich­tern. Sie können gegebenenfalls auch einen Umzug in ein Pflege­heim hinaus­zö­gern. Die Hilfen erstrecken sich über Produkte in den Bereichen

  • Kommu­ni­ka­tion (Beispiel: mit dem Tablet via Skype telefo­nie­ren, Essen bestellen und so weiter)
  • Gesundheit (Beispiel: Blutzucker­mess­ge­räte durch Teleme­di­zin, Medika­men­ten­über­wa­chung und so weiter)
  • Mobilität (Beispiel: Ortungs­ge­rä­te)
  • Wohnen, Versorgen, Sicherheit (zum Beispiel Hausnot­ruf­sys­teme, Herdüber­wa­chung und andere) – Pflege (Beispiel: Sturzer­ken­nung und so weiter)

Wegweiser Smart Health

Seniorenfachberatung Wohnen und Technik

Älterer Herr mit Fernbedienung in der Hand.
Ältere Frau sitzt mit zwei jüngeren Frauen am Tisch und trinkt ein Glas Wasser.

Hilfen für pflegende Angehörige

Rund 80 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt und betreut. Angehörige, Freunde, Nachbarn leisten die Unterstützung mit großem Einsatz und über mehrere Jahre hinweg. Der Spagat zwischen der körperlich und seelisch kräftezehrenden Versorgung des Nahestehenden und der eigenen Bedürfnisse ist eine Herausforderung, die schleichend zu Erschöpfung, Überforderung und Depression führen kann. Es gibt vielfältige Hilfen und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige zum Erhalt der eigenen Kräfte.

Pflegedienste, Haushaltshilfen, Tagespflegen oder Unterstützungsangebote im Alltag können die häusliche Pflege ergänzen und entlasten. Es gibt hierfür verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung, die auch zusätzlich zum Pflegegeld gewährt werden.

Verschiedene Beratungsangebote bieten die Möglichkeit, sich vertraulich und individuell umfassend über Hilfemöglichkeiten zu beraten. Austauschmöglichkeiten mit anderen Angehörigen können stärkend und entlastend wirken.

Hierfür gibt es in Karlsruhe verschiedene Angebote wie Gesprächskreise, Kurse und Treffmöglichkeiten für pflegende Angehörige. Auch Möglichkeiten des Pflegezeitgesetz können zur besseren Vereinbarung von Pflege und Beruf beitragen.

Foto von mehreren Händen, die miteinander einschlagen.
Gräser vor Sonnenuntergangsimmel.

Palliativversorgung und Hospizarbeit

Pallia­tiv­me­di­zin ist die ganzheit­li­che Behandlung von Menschen ­mit schweren, fortschrei­ten­den Erkran­kun­gen. Hier steht nicht die Heilung und Lebens­ver­län­ge­rung im Mittel­punkt, sondern das Er­rei­chen und der bestmög­li­che Erhalt von Lebens­qua­li­tät.

Die Lin­de­rung von Schmerzen und anderen belas­ten­den ­Krank­heits­be­schwer­den rücken in den Vorder­grund. Neben den kör­per­li­chen Symptomen werden auch psychische, soziale und spi­ri­tu­elle Probleme, Bedürf­nisse und Wünsche des erkrank­ten ­Men­schen und von dessen Angehö­ri­gen und Naheste­hen­den ­be­rück­sich­tigt. Die Behandlung findet inter­dis­zi­pli­när und mul­ti­pro­fes­sio­nell statt.

Das bedeutet, die verschie­de­nen ­Be­rufs­grup­pen und Fachrich­tun­gen (Medizin, Pflege, Physio­the­ra­pie, Psycho­lo­gie, Sozial­ar­beit etc.) arbeiten im Team ­zu­sam­men.

Die Brücken­schwes­tern des onkolo­gi­schen Schwer­punkt Karls­ru­he (OSP) stellen eine Brücke zwischen Kranken­h­aus­be­hand­lung und häus­li­cher Betreuung her. Sie begleiten unheilbar an Krebs er­krankte Menschen und deren Angehörige vor der Entlassung aus der Klinik und zuhause.

Sie helfen dabei, Hilfs­mit­tel zu or­ga­ni­sie­ren, klären mit Kosten­trä­gern Finan­zie­rungs­fra­gen und ar­bei­ten mit Hausärzten und ambulanten Pflege­diens­ten zusammen, um eine häusliche Versorgung sicher­zu­stel­len.

Die SAPV hat zum Ziel, auch solchen Patien­tin­nen und Patien­ten eine Versorgung und Betreuung zu Hause zu ermög­li­chen, die einen ­be­son­ders aufwän­di­gen Betreu­ungs­be­darf haben. Sie wird ­zu­sätz­lich zur hausärzt­li­chen Behandlung und der häusli­chen ­Kran­ken­pflege eingesetzt.

Palliative Care Team am onkologischen Schwerpunkt Karlsruhe

Palliative Care Team Arista

Hier werden Patienten mit einer fortschrei­ten­den Erkrankung von einem multi­pro­fes­sio­nel­len Team behandelt. Ziele der Behand­lung ­sind eine Verbes­se­rung oder Stabi­li­sie­rung der jewei­li­gen ­Si­tua­tion sowie die anschlie­ßende Entlassung, wenn möglich, nach Hause.

Palliativstation Städtisches Klinikum Karlsruhe

Palliativstation ViDia Kliniken / Christliche Kliniken Karlsruhe

Wesent­li­ches Merkmal der ambulanten Hospi­z­ar­beit ist der Dienst s­pe­zi­ell geschulter ehren­amt­li­cher Mitar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter. In der psycho­so­zia­len Begleitung der Betrof­fe­nen und deren Angehö­ri­gen zu Hause, im Kranken­haus oder Pflege­heim ­über­neh­men die Ehren­amt­li­chen eine wichtige Rolle.

Die Be­glei­tung wird durch die Kranken­kas­sen bezuschusst, für die Be­trof­fe­nen und deren Angehö­ri­gen entstehen keine Kosten.

Zusätz­lich zum Angebot für Erwachsene gibt es einen ambulan­ten Hos­piz­dienst speziell für schwer oder unheilbar erkrankte Kinder und Jugend­li­che. Auch Kinder mit einem unheilbar erkrank­ten ­El­tern­teil können vom ambulanten Kinder­hos­piz­dienst beglei­tet wer­den.

Eine ganzheit­li­che Pflege und Versorgung wird durch spezi­ell ­ge­schulte haupt- und ehren­amt­li­che Mitar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter gewähr­leis­tet. Voraus­set­zung für die Aufnahme in ein sta­tio­näres Hospiz ist unter anderem:

  • fortschrei­tende Erkrankung mit sehr begrenz­ter Le­bens­er­war­tung von wenigen Wochen oder Monaten
  • palliativ-pflege­ri­sche und pallia­tiv­me­di­zi­ni­sche Versor­gung er­for­der­lich

Die Notwen­dig­keit der statio­nären Hospiz­ver­sor­gung muss vom be­han­deln­den Arzt bestätigt werden. Die Kranken- und Pflege­kas­sen übernehmen einen Großteil der an­fal­len­den Kosten, der Restbetrag wird in der Regel durch­ S­pen­den finanziert. Für den Hospizgast entstehen keine Kosten.

Hospiz Arista Ettlingen

Zwei Dokumente (nur im Anschnitt sichtbar) auf grünem Grund: Gesetzesblatt für Baden-Württemberg und Soziale Pflegeversicherung SBG XI

Annerkennung von Unterstützungsangeboten

Sie möchten Ihr Angebot als Unterstützungsangebot im Alltag nach § 45 a SGB XI anerkennen lassen?

Angebote zur Unter­stüt­zung im Alltag sind

  • Angebote, in denen insbe­son­dere ehren­amt­li­che Helfe­rin­nen und Helfer unter pflege­fach­li­cher Anleitung die Betreuung von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen mit allge­mei­nem oder mit beson­de­rem ­Be­treu­ungs­be­darf in Gruppen oder im häuslichen Bereich ­über­neh­men (Betreu­ungs­an­ge­bo­te),
  • Angebote, die der gezielten Entlastung und beraten­den Un­ter­stüt­zung von pflegenden Angehö­ri­gen und vergleich­bar ­na­he­ste­hen­den Pflege­per­so­nen in ihrer Eigen­schaft als Pflegen­de ­die­nen (Angebote zur Entlastung von Pflegen­den),
  • Angebote, die dazu dienen, die Pflege­be­dürf­ti­gen bei der Be­wäl­ti­gung von allge­mei­nen oder pflege­be­ding­ten Anfor­de­run­gen ­des Alltags oder im Haushalt, insbe­son­dere bei der Haus­halts­füh­rung, oder bei der eigen­ver­ant­wort­li­chen ­Or­ga­ni­sa­tion indivi­du­ell benötigter Hilfe­leis­tun­gen zu un­ter­stüt­zen (Angebote zur Entlastung im Alltag).

Wenn Sie mit Ihrem Angebot zur Unter­stüt­zung im Alltag nach §45 a SGB XI a­ner­kannt sind, können berech­tigte Personen die von Ihnen er­brach­ten Leistungen bei der zustän­di­gen Pflege­kasse bis zu einer festge­leg­ten Höhe erstattet bekommen.

Die Anerken­nung von Angeboten, die im Stadt­ge­biet Karls­ru­he er­bracht werden, erfolgt durch das Senio­ren­büro der Stadt Karlsruhe. Rechts­grund­lage der An­er­ken­nung ist die Unter­stüt­zungs­an­ge­bote-Verordnung (UstA-VO) des Landes Baden-Württem­berg vom 17. Januar 2017.

 

Nach § 6 Absatz 1 UstA-VO können ­An­ge­bote anerkannt werden, in denen ehren­amt­lich Engagierte oder aus der Bürger­schaft Tätige unter fachlicher Anleitung die all­ge­meine Beauf­sich­ti­gung, Betreuung und Entlastung von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen übernehmen oder Angehö­rige und vergleich­bar ­Na­he­ste­hende in ihrer Eigen­schaft als Pflegende beraten­d un­ter­stüt­zen und entlasten. Die Angebote können in Gruppen oder im häuslichen Bereich erbracht werden. Nach § 6 Absatz 2 UstA-VO können Service­an­ge­bote für haushalts­nahe Dienst­leis­tun­gen mit be­schäf­tig­tem Personal anerkannt werden. Einzelpersonen können nicht anerkannt werden.
Die Voraus­set­zun­gen für die Anerken­nung sind im § 10 der Ver­ord­nung verfügt.

 

Eine An­er­ken­nung als Unter­stüt­zungs­an­ge­bot im Alltag muss schrift­lich ­be­an­tragt werden. Bitte füllen Sie das Antrags­for­mu­lar aus und senden dieses mit den weiteren im Antrag beschrie­be­nen Un­ter­la­gen ans Senio­ren­büro und Pflege­stütz­punkt der Stadt­ ­Karls­ruhe.

 

Bei weiteren Fragen können Sie sich an die Fachstelle Unter­stüt­zungs­an­ge­bote oder ans Senio­ren­bü­ro wenden.

Die Fachstelle Unter­stüt­zungs­an­ge­bote in Stuttgart ist An­lauf­stelle für alle Träger, Vereine und Engagierte in Baden-Württem­berg, die ein Angebot aufbauen möchten.

Kontakt

Sozial- und Jugendbehörde

Fachbereich Soziales und Teilhabe, Pflegestützpunkt

Ernst-Frey-Straße 10
76135 Karlsruhe

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