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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik von Mühlburg

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
1248
Früheste urkund­li­che Erwähnung unter dem Namen "Mulen­berc".
1258
Erste Erwähnung einer Burg "Mulnberg", als deren Besitzer 1265 Markgraf Rudolf I. von Baden genannt wird.
1274
Besetzung von Mühlburg, Grötzingen und Durlach sowie anderer Orte durch Kaiser Rudolf I. von Habsburg.
1335
Kaiser Ludwig IV. schenkt Markgraf Rudolf IV. die Burg Mühlburg und alle anderen Lehen, die sein Vetter Rudolf Hesso 1331 vom Reich erhalten hatte.
1424
Oberrhei­ni­sche Städte-darunter Basel, Straßburg und Freiburg-, Württem­berg, die Pfalz und der Bischof von Speyer verbünden sich, um Markgraf Bernhard I. aus seiner Herrschaft zu vertreiben. Sie belagern wochen­lang Mühlburg, das aber standhält. Abschluß eines Friedens­ver­tra­ges, der "Mühl­ber­ger Richtung".
1428
Bruch des Friedens­ver­tra­ges und Besetzung Mühlburgs durch oberrhei­ni­sche Truppen.
1468
Erwähnung einer neu errich­te­ten Ölmühle und einer herrschaft­li­chen Mahlmühle bei der Burg.
1475
Erste Erwähnung eines Entenfangs.
1528
Markgraf Philipp I. läßt einen Entwurf für den Ausbau der Burg zum Schloß fertigen.
1555
Markgraf Karl II. wählt das Schloß zur Sommer­re­si­denz und errichtet einen größeren Bau, den Markgraf Ernst Friedrich um 1600 prächtig einrichten läßt.
1668
Markgraf Friedrich Magnus läßt das Schloß, das Tillys Truppen 1622 im Dreißig­jäh­ri­gen Krieg nieder­brann­ten, wieder­her­stel­len. Die wenigen Bewohner leben vom Dienst bei der Herrschaft.
1670
Mühlburg erhält das Stadtrecht. Mit einem Freiheits­brief, nicht unähnlich dem später für Karlsruhe verkün­de­ten, soll die Besie­de­lung gefördert werden.
1673
Baumeister Georg Andreas Böckler fertigt Baupläne für die neue Stadt.
1689
Zerstörung des Schlosses und der im Entstehen begrif­fe­nen Stadt durch franzö­si­sche Truppen im Pfälzi­schen Erbfol­ge­krieg. Die Steine des Schlosses werden 1715 zum Bau des Karlsruher Schlosses verwendet.
1699
Die Stadt­pri­vi­le­gien werden erneuert und zeitigen nun mehr Erfolg. 1714 wohnen 521 Einwohner im Ort.
1719
Bau eines "Kirchen- und Rathauses", das von allen Konfes­sio­nen bezahlt wird. Hier sind auch Schul­räu­me unter­ge­bracht.
1729
Mühlburg hat 700 Einwohner und zwölf Schild- sowie eine Reihe von Gassen­wirt­schaf­ten.
1765
Einrich­tung einer Segel­tuch­fa­brik durch einen Straß­bur­ger Kaufmann.
1769
Gründung des v. Selden­eck­schen Freigutes mit Krapp­fa­brik und Biersie­de­rei (seit 1770) durch Prinz Wilhelm Ludwig für Wilhelmine Christine Schortmann, spätere Freifrau v. Seldeneck, mit der er in morga­na­ti­scher Ehe lebt.
1786
Errichtung der evange­li­schen Pfarr­kir­che nach Plänen von Johann Friedrich Weyking.
1793
Die kaiser­li­che Kriegs­kanz­lei amtiert in Mühlburg.
1794
Bau einer Mühle am Landgraben.
1814
Die Stadt zählt in 96 Gebäuden 714 Einwohner. Viele verdienen ihren Unterhalt in Karlsruhe.
1834
Beginn des Vereins­le­bens mit der Gründung der "Casi­no­Ge­sell­schaft" durch Honora­tio­ren.
1844, 25. Nov.
Geburt von Carl Benz, dem Erfinder des Automobils. Seine theore­ti­sche und praktische Ausbildung erhält er am Karlsruher Polytech­ni­kum und in der dortigen Maschi­nen­bau­ge­sell­schaft.
1848
Gründung der Freiwil­li­gen Feuerwehr.
1850
Mit Beginn der katho­li­schen Bestat­tun­gen finden sich Anzeichen religiöser Intoleranz.
1856
Gründung der Eisen­gie­ße­rei Seneca.
1861
Gründung des Turnver­eins, der heutigen "Turner­schaft Mühlburg".
1862
Der spätere Gesang­ver­ein "Frohsinn" wird als Arbei­ter­bil­dungs­ver­ein gegründet.
Mühlburg wird Haltes­ta­tion der Maxau-Bahn, die seit 1865 auf einer Ponton­brücke auch über den Rhein fährt.
1865
Mühlburg hat 2.000 Einwohner.
1868
Planung für den Bau einer katho­li­schen Kirche, der durch den Kultur­kampf bis 1886 verzögert wird.
1870
Um diese Zeit hat die Mühlburger Produktion von Glacé-Leder der Firma W. Ellstätter Weltruf.
1874
Neubau eines Schul­hau­ses. Darin wird die Simul­tan­schule einge­rich­tet, mit der die seit 1857 bestehende katho­li­sche Schule zu existieren aufhört. Das Schul­ge­bäude dient heute der Vogesen­schule.
1877
Mit der Pferdebahn erhält Mühlburg neben der Maxau-Bahn eine weitere Verkehrs­ver­bin­dung nach Karlsruhe.
Die am heutigen Lameyplatz gelegene Mühle wird still­ge­legt, aber erst 1942 abgebro­chen.
1886, 1. Jan.
Einglie­de­rung Mühlburgs in die Stadt Karlsruhe. Mühlburg hat 4.110 Einwohner.
In der von Adolf Williard geplanten Kirche von St. Peter und Paul findet in diesem Jahr an Weihnach­ten der erste Gottes­dienst statt.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.