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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik von Grünwinkel

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
1468
Erster­wäh­nung eines 100 Morgen umfas­sen­den Hofes "im Kregen Winckel" in einem markgräf­li­chen Amtsbuch.
1673
Erste Erwähnung des Hofes seit dem Dreißig­jäh­ri­gen Krieg. Er war offen­sicht­lich seitdem unbewirt­schaf­tet.
1710
Um den ehemaligen Gutshof Grünwinkel bildet sich auf Veran­las­sung der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden eine Arbei­ter­ko­lo­nie mit 18 Familien und damit das Dorf Grünwinkel. Der Ort ist Zollsta­tion.
1713
Bau einer Holzka­pelle für Grünwinkel.
1714, 7. Sep.
Die Gemeinden Bulach, Daxlanden und Grünwinkel schließen einen Vertrag, der den landarmen Einwohnern von Grünwinkel 80 Morgen Feld zusichert.
1759
Bau einer neuen Kapelle. Die heute noch existie­ren­de Albkapelle wird 1913 aus verkehrs­tech­ni­schen Gründen an das rechte Hochufer der Alb versetzt.
1766
Erstmalige Erwähnung eines Lehrers, des Schul­prä­zep­tors Valentin Gräser.
1784
Grünwinkel erhält eine eigene Gemarkung
1798
Pflas­te­rung der durch Grünwinkel verlau­fen­den Pappel­al­lee, wobei sämtliche Bäume gefällt werden.
1807
Der ehemalige Gutshof mit Brauerei, Brannt­wein­bren­ne­rei und Puder­fa­brik sowie der "Badische Hof" sind im Besitz des Majors von Hornig. Im Ort gibt es eine Ziegel­hütte.
1808
Bau des ersten Schul­hau­ses für Grünwinkel.
1809
Grünwinkel kommt zum Amt Karlsruhe. Im Ort leben 216 Einwohner.
1812
Bei einem Brand­un­glück wird die Wirtschaft zum "Grünen Baum" zerstört. Wieder­auf­bau 1815.
1814
Die Bierbraue­rei und Essig­sie­de­rei des Karl Maier, der 1811 den Besitz des Majors von Hornig erworben hat, brennen nieder.
1818
Das wieder­auf­ge­baute Anwesen sowie die benach­bar­te Gastwirt­schaft "Badischer Hof" geraten erneut in Brand.
1820
Infolge der häufigen Brand-Unglücks­fälle erhält Grünwinkel zum ersten Mal eine Feuer­spritze.
Die Bierbraue­rei und Essig­sie­de­rei Karl Maier werden Eigentum des Staatsrats Wilhelm Reinhard.
1837-1838
Schließung der Grünwink­ler Schule wegen Lehrer­man­gels. Die Kinder werden vom Daxlander Lehrer mitbetreut.
1849
Staatsrat Wilhelm Reinhard verkauft sein seit Beginn der 1830er Jahre an den Fabri­kan­ten Anton Sinner verpach­te­tes Anwesen an dessen Sohn Georg Sinner.
1852
In Grünwinkel existieren außer der Sinner'­schen Essig­sie­de­rei und Brannt­wein­bren­ne­rei sowie der Ziegel­hütte folgende Gewer­be­be­triebe: eine Schreiner­werk­statt, zwei Schus­te­reien, zwei Schnei­der­be­triebe, je eine Bäckerei und Metzgerei, ein Maurer­be­trieb sowie drei Gaststät­ten.
1860
Bau eines neuen Rat- und Schul­hau­ses für Grünwinkel.
1862
Gründung des "Turn- und Sport­ver­ein".
1865
Von den 423 Einwohnern sind 356 katholisch und 67 evange­lisch.
1874
Gründung der Freiwil­li­gen Feuerwehr Grünwinkel.
1884
Gründung des Gesang­ver­eins "Lieder­ta­fel-Lyra".
1885
Die seit dem Tod Georg Sinners von seinen Söhnen unter Leitung von Robert Sinner geführte Firma "Gesell­schaft für Brauerei, Spiritus- und Press­he­fe­fa­bri­ka­tion vorm. Sinner" wird in eine Aktien­ge­sell­schaft umgewan­delt. Sie entwickelt sich zu einer inter­na­tio­nal operie­ren­den Nährmit­tel­fa­brik.
1890
Eröffnung der Lokalbahn Karlsruhe-Durmers­heim, die auch durch Grünwinkel fährt.
1909, 1. Jan.
Einge­mein­dung von Grünwinkel nach Karlsruhe. Der Ort zählt 2.022 Einwohner.

1919

Beginn des Siedlungs­baus mit der Garten­vor­stadt, ab 1923 folgt die Albsied­lung, ab 1931 wird auf dem Gewann Hardeck und seit 1933 auf dem Gewann Heiden­stücker gebaut. Weitere Bauab­schnitte folgen in der Nachkriegs­zeit.

1938

Das nach Plänen von Friedrich Beichel erbaute Schulhaus in der Hopfen­straße wird eröffnet. Die Lokalbahn stellt ihren Betrieb ein.

1941

Im Zweiten Weltkrieg werden in Grünwinkel Wohnhäuser aber 1944 auch ein großer Teil der Indus­trie­be­trie­be zerstört.

1956

Erster Gottes­dienst in der von Werner Groh geplanten St. Josefs­kir­che.

Mit dem 50. Jubiläum des Klein­tier­zucht­ver­eins findet erstmals das Hahnenfest in Grünwinkel statt.

1960

Einweihung der von Otto Bartning geplanten Thomas­kir­che.

1972

Die Brauerei Moninger übernimmt die Sinner A.G. und baut sie zum eigenen Produk­ti­ons­stand­ort aus.

1983

Enthüllung des von Günther Kranz geschaf­fe­nen Krähen- brunnens.

1984

D' Badisch Bühn feiert Premiere.

2005

Planung und Reali­sie­rung einer neuen Ortsmitte für Grün- winkel.

2009

Die Arbeiten am Albgrün in Grünwinkel sind abgeschlos­sen.

Der Stadtteil feiert "100 Jahre Grünwinkel in Karlsruhe". Grünwinkel zählt über 10.000 Einwohner.

Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.(bis 1909)

Bürger­ver­ein Grünwinkel e.V. (ab 1909)