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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik von Daxlanden

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
1261
In einer Papstur­kunde wird die "villa daslar" erwähnt. Der Ort ist aber wohl deutlich älter, worauf Besitz­ver­hält­nisse der Klöster Weißenburg und Gottesaue in Daxlanden verweisen.
1369
Erste urkund­li­che Erwähnung der Appenmühle, die als Schenkung an das Spital in Baden bestätigt wird. Sie bleibt bis ins 18. Jahrhun­dert in dessen Besitz. Sie ist Bannmühle für Bulach, Beiertheim, Daxlanden, Mühlburg und Knielingen.
1407
Der Erzbischof Friedrich zu Köln entschei­det einen Streit um Jagdrechte in der "Dahes­la­rerau" und anderen Gebieten zwischen dem König Rupprecht von Bayern und Markgraf Bernhard I. zugunsten des Markgrafen.
1463
Daxlanden wird selbstän­dige Pfarrei, zuvor gehörte es kirchlich zu Forchheim.
1535
Bei der Teilung der Markgraf­schaft fällt Daxlanden an Baden-Baden und gehört zum Amt Ettlingen.
1579
Im Goldgrund bei Daxlanden erlebt die Goldwä­sche­rei eine Blütezeit. Im 18. Jahrhun­dert wird sie unergiebig.
1651, 6. März
Nach einem Dammbruch verliert Daxlanden durch Hochwasser 700 Morgen Feld, 20 Häuser und die Kirche. Dies ist eine von vielen Hochwas­ser­ka­ta­stro­phen, die den Ort heimsuchen. Das neue Daxlanden wird danach auf dem Hochge­stade zurück­ver­setzt errichtet.
1665
Der Gastwirt und Müller Franz Strauß aus Mühlburg baut die im Dreißig­jäh­ri­gen Krieg zerstörte Appenmühle wieder auf.
1689 wird sie von den Franzosen nieder­ge­brannt.
1673/1677
Errichtung neuer Rheindämme um Daxlanden und Rappenwört. Schon früher z. B. 1560, 1652/53 hat man versucht, durch Rhein­kor­rek­tion und Dammbauten den Rhein zu bändigen.
1690
Frühestens in diesem Jahr wird in der heutigen Malven­straße das wohl älteste der noch erhal­te­nen Fachwerk­häu­ser Daxlandens errichtet. 1689 war der Ort von den Franzosen zerstört worden.
1698
Daxlanden muß sich 500 Gulden zur Bezahlung einer Kriegs­kon­tri­bu­tion an franzö­si­sche Truppen vom Schult­heiß von Hagenbach leihen.
18. Jhd.
In Daxlanden, seit dem Mittel­al­ter Zollsta­tion für die Rhein­schif­fahrt, blüht das Zollwesen dank der Flößerei von Holz aus dem Schwarz­wald nach Holland. Auch die württem­ber­gi­sche Harznie­der­lage (seit 1668) bringt Verkehr und Zollein­nah­men in den Ort.
1713-1723
Errichtung einer neuen Kirche (St. Valentin) nach Plänen von Johann Ludwig Michael Rohrer. Der Bau ist von Markgräfin Sibylla Augusta veranlaßt, da das beste­hen­de "Ersatz­kirch­lein" baufällig war und den 64 Bürgern, 4 Witwen (Ehefrauen werden nicht gesondert gezählt) und 164 Kindern des Ortes nicht mehr zugemutet werden kann. 1835 wird die Kirche durch einen Anbau erweitert.
1776, 18. Mai
Daxlander Bürger und pfälzische Untertanen geraten handgreif­lich aneinander, weil die Pfälzer im Goldgrund ohne Berech­ti­gung Weiden hauen wollten. Drei Frauen ertrinken dabei. Solche Strei­tig­kei­ten gab es für die Daxlander als Grenz­be­woh­ner häufiger.
1783
Einrich­tung einer herrschaft­li­chen Jagdfi­sche­rei für die drei englische Matrosen einge­stellt werden. Einer, der Schiffs­meis­ter Harry York, erhält das Recht, in seinem Wohnhaus die Wirtschaft zum "Schiff" zu betreiben.
1813
Daxlanden hat 844 Einwohner, die in 154 Wohnge­bäu­den leben. Die Pferde­zucht ist neben dem Fischfang auf dem Rhein eine wichtige Einnah­me­quelle.
1819/21
Rhein­kor­rek­tion nach Plänen Johann Gottfried Tullas bei Daxlanden. Damit verliert der Ort seine Funktion als Schiffs- und Zollsta­tion an Maxau. Rappenwört wird endgültig rechts­rhei­nisch.
1828
Der Gemein­de­rat beklagt, daß seit 1795 1.300 Morgen Land durch Hochwasser verloren gegangen seien. Besonders schwere Überschwem­mun­gen habe es 1758, 1760, 1784, 1791, 1797 und 1802 gegeben.
1847
Gründung des Gesang­ver­eins"­Lie­der­kranz".
1850
Durch Ableitung des Federbachs werden die Fritschlach und der Kastenwört entwässert und dadurch 1.700 Morgen wertvolles Land gewonnen.
1874, Mai
Gründung der Freiwil­li­gen Feuerwehr Daxlanden, die bei der Einge­mein­dung 1910 als selbstän­dige Wehr fortbe­steht.
1885
Es leben 2.658 Einwohner in 337 Wohnhäu­sern in Daxlanden.
1889
Gründung des "Turn­ver­ein Daxlanden" in der Gaststät­te "Adler". 1905 spaltet er sich in die "Freie Turner­schaft", die 1933 verboten wird, und in die 1906 gegrün­de­te "Turn­ge­mein­de". Am 6. Januar 1946 findet die Gründungs­ver­samm­lung des "TSV Daxlanden 1889" statt, der auf der Tradition der früheren Vereine aufbaut.
1894
Die Stadt Karlsruhe kauft die Appenmühle mit der Gastwirt­schaft, ein inzwischen beliebter Ausflugs­ort der Karlsruher. Nach dem Brand des Mühlge­bäu­des 1895 wird dieses noch im selben Jahr wieder aufgebaut.
1896
Gründung des "Musik­ver­ein Lyra" im Gasthaus "Zum Lamm". 1921 bildete dieser Verein mit der 1918 gegrün­de­ten "Musik­ver­ei­ni­gung Daxlanden" den "Arbei­ter­mu­sik­ver­ein Daxlanden" mit etwa 400 Mitglie­dern. Dieser mußte 1933 auf Anweisung der NSDAP-Ortsgrup­pen­lei­tung mit dem "Musik­ver­ein Harmonie" zusam­men­ge­hen.
1901
Mit der Eröffnung des Rhein­ha­fens ist auch der Wandel in der Erwerbss­truk­tur des Ortes verknüpft. Die Arbeit in den Firmen in den nahege­le­ge­nen Indus­trie­ge­bie­ten des Rhein­ha­fens und bei Grünwinkel macht aus dem ehema­li­gen Fischer- und Bauerndorf immer mehr ein Arbei­ter­dorf.
1910, 1. Jan.
Einge­mein­dung des Ortes mit 4.227 Einwohnern nach Karlsruhe.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.