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Karlsruhe: Stadtteile

Chronik von Beiertheim

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran

Ansicht der Stadt von Norden 1739, kolorierter Kupferstich des Hofgärtners Christian Thran



Historische Stadtpläne

 
1110
Erste urkund­li­che Erwähnung der Ansiedlung "Burdam" bzw. "Burtan" in der Bestä­ti­gungs­ur­kunde Kaiser Heinrichs V. über Güter­be­sitz des Klosters Gottesaue auf Beiert­hei­mer Gemarkung.
13. Jhd.
Das Oberei­gen­tum des Dorfes geht an die badische Markgraf­schaft über.
1379
Der Trigelhof in Beiertheim wird an das Kloster Gottesaue verkauft.
14.- 16.Jhd.
Das Dorf gehört zur Markge­nos­sen­schaft der Hardt­dör­fer, die zu ihrem Grundherrn, dem Kloster Gottesaue, in einem besonderen Abhän­gig­keits­ver­hält­nis stehen.
1488
Beiertheim wird eine Kirchen­fi­liale von Knielingen.
1521, 13. Nov.
Gründung der "Bruder­schaft unserer lieben Frauen" in Beiertheim.
1523
Vollendung des Flügel­al­tars des unbekann­ten Meisters L. F. aus Straßburg, der für die Michaels­ka­pelle bestimmt und den Orts- und Kirchen­hei­li­gen St. Michael und St. Wendelin geweiht ist.
1527
Erste Erwähnung der St. Michaels­ka­pelle.
1535
Bei der Landes­tei­lung wird Beiertheim wegen seiner kirch­li­chen Zugehö­rig­keit zu dem baden-badisch gewor­de­nen Bulach auch politisch von der Markgraf­schaft Baden-Baden beansprucht.
1556
Nach der Säkula­ri­sa­tion des Klosters Gottesaue gehen die Rechte des Klosters über das Dorf an die baden-durla­chi­sche Herrschaft über.
1582
Durch eine Entschei­dung des Reichs­kam­mer­ge­richts wird der Streit über die terri­to­riale Zugehö­rig­keit Beiert­heims zugunsten von Baden-Baden entschie­den.
1718
Seither ist der "Schau­er­tag" nachweis­bar, an dem die alljähr­li­che Verlosung der Allmend- und Gemein­de­wie­sen unter den Bürgern durch­ge­führt wird. Aus gegebenem Anlaß zahlt die Gemeinde jedem Bürger einen Umtrunk bestehend aus Wein und Brot. Um 1800 verliert sich der Brauch.
1740-1743
Umfassende Erneuerung der St. Michaels­ka­pelle nach Plänen von Johann Michael Ludwig Rohrer.
1772
Pflanzung der kanadi­schen Silber­pap­pel auf dem Gelände des späteren Stepha­ni­en­ba­des durch Markgraf Karl Friedrich.
1780
Bau des Stepha­ni­en­ba­des durch den Werkmeis­ter Joseph Berck­mül­ler.
1800
Seither verkauft die Gemeinde Beiertheim weite Teile ihrer ursprüng­lich 435 Hektar umfas­sen­den Gemarkung an die aufstre­bende Stadt Karlsruhe. Das Gelände um das Ettlinger Tor, der heutige Festplatz, der neue Haupt­bahn­hof, das Vincen­ti­us­kran­ken­haus, die Kriegs­straße sowie die Südstadt, die Südwest­stadt, der Stadt­gar­ten und Teile der Weststadt werden auf ehemaligem Beiert­hei­mer Gebiet errichtet.
1805
Brand des Stepha­ni­en­ba­des.
1808
Wieder­auf­bau des Stepha­ni­en­ba­des nach Plänen von Friedrich Weinbren­ner. Es wird 1811 eingeweiht.
1809
Beiertheim, das bisher zum Landamt Ettlingen gehörte, wird dem Landamt Karlsruhe unter­stellt.
1817
Bau des Tanzhauses durch Friedrich Weinbren­ner.
1820
Etwa um diese Zeit wird Beiertheim zum Ausflugs­ziel und Badeort der Residenz­stadt Karlsruhe.
1823
Die Gemeinde zählt 492 Einwohner.
1831
Bau des Rat- und Schul­hau­ses.
1859
Ein Rechtss­treit zwischen Beiertheim und Karlsruhe wegen der Abtretung des Sallen­wäld­chens wird zugunsten von Karlsruhe entschie­den.
1862
Gründung des Gesang­ver­eins "Freund­schaft".
1875
Die Gemeinde zählt 1.498 Einwohner.
Bau eines neuen Rathauses.
1876
Der Karlsruher Bürger­meis­ter Karl Schnetzler schlägt vor, Beiertheim einzu­ge­mein­den, um der Raumnot der Stadt an ihrer südwest­li­chen Begrenzung abzuhelfen.
1880
Der Hanno­ve­ra­ner Carl Knust erwirbt das Stepha­ni­en­bad für 48.000
Mark. Er läßt am Stepha­ni­en­bad eine neue Flußbade- und Wasch­an­stalt an der Alb unter Mithilfe von Prof. Josef Durm bauen.
1884
Gründung der Beiert­hei­mer Turner­schaft.
1890
Beiertheim hat 1.257 Einwohner, davon 1.140 Katholiken.
1898
Gründung des Beiert­hei­mer Fußball­ver­eins.
1903
Erwei­te­rung des Stepha­ni­en­ba­des zum "Ersten Karls­ru­her Licht-, Luft- und Sonnenbad". Kurz darauf kommt es wegen des Baus des Karlsruher Haupt­bahn­ho­fes zu mehrjäh­ri­gen Enteig­nungs­pro­zes­sen, die das Gebiet um das Stepha­ni­en­bad zum Gegenstand haben.
1905
Der Bade- und Wasch­be­trieb am Stepha­ni­en­bad muß einge­stellt werden. Die kanadische Silber­pap­pel, größte Pappel Europas, wird gefällt.
1906
Stiftung des Arbei­ter­ge­sang­ver­eins "Freiheit".
1907, 1. Jan.
Einge­mein­dung nach Karlsruhe. Der Ort zählt 2.280 Einwohner.
Quellen:

Manfred Koch, Karlsruher Chronik. Stadt­ge­schichte in Daten, Bildern, Analysen, Veröf­fent­li­chun­gen des Karlsruher Stadt­ar­chivs Band 14, Karlsruhe 1992.

Die Chroniken der Karlsruher Stadt­tei­le sind diesem Buch entnommen.